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Kosten für PTA-Ausbildung werden komplett übernommen
Kopfschmerzen der Apotheker gelindert

Bilden ein gutes Trio in der Siegener Jung-Stilling-Apotheke: Apothekerin Tania Hortmann (M.), zugleich Vorsitzende des Fördervereins der PTA-Fachschule Siegen, sowie die Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen Alaa Kabel (l.) und Natalie Gomer, zwei ihrer „rechten Hände“.
  • Bilden ein gutes Trio in der Siegener Jung-Stilling-Apotheke: Apothekerin Tania Hortmann (M.), zugleich Vorsitzende des Fördervereins der PTA-Fachschule Siegen, sowie die Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen Alaa Kabel (l.) und Natalie Gomer, zwei ihrer „rechten Hände“.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

rege Siegen. Halsschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Juckreiz, müde Muskeln: Oft sind es schon die kleineren Beschwerden, die eine Apotheke zum Einkaufsziel werden lassen. Dort warten neben Apotheker oder Apothekerin vor allem Pharmazeutisch-technische Assistenten, kurz PTA, um die Kunden freundlich zu bedienen und ihre Leiden zu lindern. Eben jene hilfsbereiten Menschen haben ihre Ausbildung in der Regel auf einer PTA-Fachschule begonnen. Und dafür mussten sie bisher tief in die eigene Tasche greifen, denn das Land Nordrhein-Westfalen hat das Schulgeld zuletzt nur um 70 Prozent bezuschusst. Das soll sich nun ändern. Das NRW-Gesundheitsministerium hat bekanntgegeben, das Schulgeld in Gesundheitsfachberufen rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres zu 100 Prozent zu übernehmen.

rege Siegen. Halsschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Juckreiz, müde Muskeln: Oft sind es schon die kleineren Beschwerden, die eine Apotheke zum Einkaufsziel werden lassen. Dort warten neben Apotheker oder Apothekerin vor allem Pharmazeutisch-technische Assistenten, kurz PTA, um die Kunden freundlich zu bedienen und ihre Leiden zu lindern. Eben jene hilfsbereiten Menschen haben ihre Ausbildung in der Regel auf einer PTA-Fachschule begonnen. Und dafür mussten sie bisher tief in die eigene Tasche greifen, denn das Land Nordrhein-Westfalen hat das Schulgeld zuletzt nur um 70 Prozent bezuschusst. Das soll sich nun ändern. Das NRW-Gesundheitsministerium hat bekanntgegeben, das Schulgeld in Gesundheitsfachberufen rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres zu 100 Prozent zu übernehmen.

Die geplante Schulgeldfreiheit freut nicht nur die vom Zahlzwang befreiten Schüler oder auch deren „zahlungsfreudige“ Eltern, sondern darüber hinaus die um Nachwuchs kämpfenden heimischen Pharmazeuten. „Ich habe das mit Freude zur Kenntnis genommen. Das ist ein leidiges Thema, das nach jahrelangen Diskussionen nun ein Ende findet. Dass das Land die Kosten komplett übernimmt, ist folgerichtig und eine große Erleichterung, nachdem es sich unter Ministpräsidentin Hannelore Kraft zurückgezogen hatte.

Ab 2018 70 Prozent als Zuschuss

Da ging es um eine Millionen Euro, das waren Peanuts in Bezug auf die Milliardenkredite des Landes. Als das Geld in die Höhe schoss, gingen die Schülerzahlen nach unten, weil sich weniger die Ausbildung leisten konnten bzw. wollten. „Das hat PTA-Schulen in existenzielle Nöte gebracht“, war Dr. Christof Werner, Chef der Bezirksgruppe Siegen-Wittgenstein im Apothekerverband Westfalen-Lippe sehr verärgert, als die Landesregierung im Jahr 2013 den Geldhahn zudrehte. Ab 1. September 2018 gab es immerhin wieder 70 Prozent als Zuschuss vom Land.

Nichtsdestotrotz: Bei monatlichen Kosten in Höhe von 295 Euro in der Unterstufe (erstes Jahr) bzw. 195 Euro in der Oberstufe (zweites Jahr) blieben die Schüler, die noch keinen Cent verdienen, auf 88,50 bzw. 55,50 Euro sitzen, die sie jeden Monat zusätzlich zu den Fahrtkosten selbst finanzieren mussten. Und das konnte durchaus ein Grund sein, sich für einen anderen Berufsweg zu entscheiden.

Einige Apotheken Fonds gegründet

„Für Eltern, die mehrere Kinder zu finanzieren hatten, konnte das Schulgeld ein Problem sein. Als PTA musste man erst einmal zwei Jahre Geld mitbringen, ehe es ans Geldverdienen ging. Das war ein Manko und für einige auch ein Kriterium, sich für einen anderen Beruf zu entscheiden“, schildert Apothekerin Tania Hortmann, zugleich Vorsitzende des Fördervereins der PTA-Fachschule Siegen, die Problematik der Nachwuchsgenerierung. Um den Azubi-Mangel zu minimieren, hatten einige heimische Apotheken sogar einen Fonds gegründet, um finanziell klamme Lernwillige zu unterstützen.

Dass die geplante Abschaffung des Schulgeldes ein zusätzlicher Anreiz ist, den Beruf des Pharmazeutisch-technischen Assistenten zu ergreifen, hofft auch der Leiter der Siegener PTA-Fachschule, Matthias Bauer: „Wir haben immer wieder Kandidaten gehabt, die sich für eine andere Ausbildung entschieden haben, die nichts kostet. Vielleicht sagt sich jetzt der ein oder andere, ich gehe nach Siegen an die PTA-Fachschule, wenn das nichts mehr kostet. Das sind schöne Nachrichten, die da aus Düsseldorf gekommen sind.“

Aktuell 71 Auszubildende

Aktuell wird die Lehranstalt am Fischbacherberg von 71 Auszubildenden besucht. Tania Hortmann kann sich gut vorstellen, dass es bald wieder mehr sind, denn „das ist ein sehr schöner und interessanter Beruf, weil von Fußpilz bis Haarausfall alles dabei ist und man auch viel über Pflanzen lernt.“ Oder über Erkältungen und ziepende Muskeln. Und wenn die Nase läuft und der Muskel zwickt, fragen Sie bekanntlich nicht nur Ihren Arzt oder Apotheker, sondern auch Ihren Pharmazeutisch-technischen Assisten, die rechte Hand des Apothekers.

Autor:

René Gerhardus (Redakteur) aus Siegen

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