Krabats schwarze Mühle

Der Kobold führt die Zuschauer durch die Abenteuer Krabats.  Foto: F. Neumann/Apollo

soph Siegen. Krabat wird Nacht für Nacht von ein und dem selben Traum geplagt: Elf Raben fliegen um ihn herum und fordern ihn auf, zur schwarzen Mühle zu kommen. Also macht er sich eines Tages auf und wird vom Müller auch schon dort erwartet. Krabat tritt als zwölfter Lehrling in die Dienste des Müllers, der ihm eröffnet, dass er nicht nur dieses Handwerk bei ihm lernen wird, sondern vor allem auch das der Zauberei. Denn der schwarze Müller ist ein Zauberer, der immer zwölf Schüler braucht, damit sich sein Mühlrad drehen kann.

An den leisen Zwischenrufen aus dem Publikum merkte man von Anfang an, dass viele Kinder die Geschichte von Ottfried Preußler bereits kannten. Die Inszenierung „Krabat oder das Geheimnis der schwarzen Mühle“, die das Sorbische National-Ensemble am Sonntagnachmittag (und Montagmorgen) im Apollo präsentierte, war dann aber doch nochmal etwas ganz anderes. Die sehr gut choreografierte Mischung aus Ballett, Tanz und Theater überzeugt mit tollen Bildern und wunderbarem Charme. Ein Kobold (Judith Speckmaier) führt als Erzähler durch die Geschichte und tritt immer wieder in direktem Kontakt mit den kleinen und großen Zuschauern.

Der Zauberer (Jozef Ovecka) verwandelt seine Lehrlinge abends in Raben und bezieht seine Macht aus dem Zauberbuch Koraktor. Krabat (Ivan Jaros) merkt schnell, dass sein Meister gar nicht so gut ist, wie er es zu Anfang gedacht hat. Er studiert heimlich das Buch und wird nach und nach selbst immer mächtiger. Jedes Jahr in der Nacht zu Neujahr muss einer der Lehrlinge sterben, damit der schwarze Müller seine Macht nicht verliert, dieses Mal hat er sich für Krabat entschieden.

Die Tänzer des Ensembles schaffen gemeinsam mit der Live-Band eine märchenhafte Atmosphäre. Sobald der Zauberer die Bühne betritt, erstrahlt alles in grellem Rot, und die Musik, die meistens sehr schön-schaurig-dramatisch ist, lässt keinen Zweifel daran, wer hier der Bösewicht und wer der Held der Geschichte ist.

Der Held – Krabat – verliebt sich in das schöne Mädchen Hanka (Sona Rybarova), die letztlich die ganze Geschichte zum Guten wendet. Denn die Macht des Zauberers kann auch durch die Liebe gebrochen werden, und Hanka gelingt es, unter den zwölf Raben ihren Krabat zu erkennen, denn sein Herz klopft von allen am lautesten. In einem Blitzgewitter verschwindet der Zauberer und die schwarze Mühle fällt zusammen. Das drehbare Bühnenbild lässt einen schnellen Szenenwechsel zu, der geschickt in die Performance eingebunden wird. Insgesamt ist die Darbietung eine sehr gelungene Mischung aus Tanz und Erzählung, der Applaus der Zuschauer zeigte große Begeisterung und dass der Zauberer laute „Buh“-Rufe der Kinder erntete, sprach für die überzeugende Darbietung des Ensembles.

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