Kraniche kehren zurück

 Die Schönheit der Kraniche, ihre Rufe und das Zugverhalten faszinieren viele Menschen. Bei der Reise von den Brutrevieren in Skandinavien und Nordostdeutschland in die Winterquartiere nach Frankreich und Spanien bewältigen die Vögel bis zu 2000 Kilometer ohne Pause, mit bis zu 65 Stundenkilometern. Archivfoto: Dirk Manderbach
  • Die Schönheit der Kraniche, ihre Rufe und das Zugverhalten faszinieren viele Menschen. Bei der Reise von den Brutrevieren in Skandinavien und Nordostdeutschland in die Winterquartiere nach Frankreich und Spanien bewältigen die Vögel bis zu 2000 Kilometer ohne Pause, mit bis zu 65 Stundenkilometern. Archivfoto: Dirk Manderbach
  • hochgeladen von Archiv-Artikel Siegener Zeitung

dima - Nicht allein die Geschenke, die unter den Weihnachtsbäumen lagen, sorgten in diesem Jahr für Überraschungen und für Gesprächsstoff. Auch das Wetter ist zurzeit überall ein Thema. Kein Wunder: Schließlich konnte man sich beim festtäglichen Spaziergang in diesem Jahr beinahe schon den ersten Sonnenbrand holen. Schneeglöckchen blühen und das Grün der Wiesen leuchtet kurz vor dem Jahreswechsel satter als das der Nordmanntannen.

Aber nicht nur meteorologisch und botanisch, sondern auch ornithologisch hatte das Weihnachtsfest einiges zu bieten. Während zu ebener Erde die Weihnachtsglocken läuteten, trompeteten hoch am Himmel Kraniche auf ihrem Rückzug in die Brutgebiete. Richtig gehört: Die ersten Vögel des Glücks hielten es offensichtlich nicht länger in ihren spanischen und französischen Winterquartieren aus und überflogen in kleinen Trupps die Region in Richtung Nordost – also nach Berlin und Rügen. Naturfreunde beobachteten Schwärme von 100 bis 200 Vögeln während der Weihnachtsfeiertage – zum Beispiel über Werthenbach, Neunkirchen, Anzhausen, Ferndorf und Langenholdinghausen. Am Montagmorgen überflogen die Tiere auf ihrem Rückflug laut rufend den Wilnsdorfer Ortsteil Rudersdorf. In der Wetterau nahe Wölfersheim ist wohl sogar ein Trupp von rund 100 Vögel bereits vor einigen Wochen gelandet ohne weiterzuziehen.

Kraniche, die über das Kreisgebiet fliegen, brüten in Skandinavien und überwintern in Frankreich sowie in der spanischen Extremadura und in Andalusien. Das Kuriose: Folgt in den nächsten Tagen ein Wintereinbruch mit entsprechenden Temperaturen, dann könnte es passieren, dass Kraniche, die aufgrund der frühlingshaften Temperaturen bisher noch überhaupt nicht aufgebrochen sind, doch noch Richtung Süden starten. In diesem Moment sollten die großen grauen Vögel auf ihrer Reise in die Winterquartiere mit dem Gegenverkehr ihrer heimkehrenden Artgenossen rechnen.

„Kraniche sind recht flexibel“, erklärte der Wahlbacher Ornithologe Jürgen Sartor gestern auf Nachfrage der SZ das komplexe Zugverhalten. Der Naturschützer sammelt seit Jahrzehnten sämtliche ornithologischen Beobachtungsdaten, die ihm gemeldet werden. Die letzten Kranich-Trupps, die in Richtung Süden unterwegs waren, notierte der Nabu-Ornithologe übrigens Mitte Dezember. Und: Die Gegenverkehr-Situation am Himmel ist vor ein paar Jahren schon einmal vorgekommen, erinnert er sich. Dirk Manderbach

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.