Sauerstoffbedarf in Corona-Pandemie gesunken
Krankenhäuser jederzeit versorgt

Die Messer Industriegase GmbH bereitete sich auf hohen Bedarf nach medizinischem Sauerstoff vor. Die Nachfrage blieb allerdings geringer, als erwartet.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

sp Kaan-Marienborn. Die Versorgung mit medizinischem Sauerstoff soll zu jeder Zeit gewährleistet sein. Das war und ist das Ziel der Messer Industriegase GmbH, die verschiedene Gase produziert, abfüllt und liefert. Zu den Kunden zählen Krankenhäuser, die den Sauerstoff zum Beatmen der Patienten benötigen. Zum Beispiel dann, wenn eine an Covid-19 erkrankte Person an Atemnot oder sogar an Lungenversagen leidet.

In Geisweid wird der Sauerstoff mithilfe einer Luftzerlegungsanlage gewonnen. Von dort wird der flüssige Sauerstoff direkt zu den Tanks der Krankenhäuser geliefert oder in Kaan-Marienborn in Stahlflaschen gefüllt. Mit Beginn der Ausbreitung des Coronavirus hatte sich Messer Industriegase GmbH auf den erhöhten Bedarf an medizinischem Sauerstoff vorbereitet. Dafür stellte das Unternehmen einen Antrag bei den zuständigen Behörden, um im Fall der Fälle den Sauerstoff auch in andere Behälter als den dazu vorgesehenen füllen zu können. Da es sich bei medizinischem Sauerstoff um eine Arznei handelt, sind die Auflagen hoch.

Sondergenehmigung für andere Behälter

Peter Schulte, Vertriebsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung, erklärt jetzt, dass die Sondergenehmigung erteilt worden sei. Zudem investierte das Unternehmen rund 250.000 Euro für neue Stahlflaschen. „Es ist der Worst Case, wenn wir lieferunfähig sind.“ Allerdings blieb die erwartete hohe Nachfrage aus. „Der Sauerstoffbedarf hat sich leicht reduziert“, schildert Schulte, die „interessante Situation“. Insgesamt sei aufgrund der Pandemie die Abnahme aller Gase zurückgegangen, um 10 bis 15 Prozent im Vergleich zu 2019. Auch, weil die Industrie weniger produziert.

Im Frühjahr 2020 sei die Nachfrage nach medizinischem Sauerstoff noch sehr groß gewesen, aber die Kliniken hätten die großen Mengen nicht nutzen müssen, so Schulte: „Das Verschieben der Regeloperationen konnte den Einsatz für Covid-19-Patienten nicht kompensieren.“ Das Unternehmen hatte sich auf alles vorbereitet, auch auf die Ausstattung des Kredenbacher Krankenhauses, wenn es wieder reaktiviert worden wäre. „Wir hatten mit deutlich mehr Absatz gerechnet“, lautet das Fazit. Einen Schaden habe das Unternehmen dadurch aber nicht erlitten, so Schulte. „Wir sind gewappnet für die Zukunft.“

Anders sehe die Situation aber in Osteuropa aus. In Rumänien beispielsweise sei der Bedarf an Sauerstoff um das 14-fache gestiegen, berichtet der Vertriebsleiter. Die weltweit agierende Messer Group lieferte deshalb Stahlflaschen, um dort bei der Versorgung mit Sauerstoff zu unterstützten.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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