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"Haus der Innovation" in Siegen
Kreative Köpfe tüfteln an Projekten von morgen

Im Büro von Constantin Dohr (l.) und Wilco van de Burgwal stapeln sich die Kartons. Gesichtsschilde aus Plexiglas verkauft die im März gegründete Firma „Hawico“.
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  • Im Büro von Constantin Dohr (l.) und Wilco van de Burgwal stapeln sich die Kartons. Gesichtsschilde aus Plexiglas verkauft die im März gegründete Firma „Hawico“.
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ihm Siegen. Zögern und zaudern ist ihre Sache nicht. Wilco van de Burgwal und Constantin Dohr brauchten nur wenige Wochen, um ihre Corona-Chance zu ergreifen. Im März gründeten sie die Firma „Hawico“ und brachten selbst entwickelte Schutzschilde aus Plexiglas fürs Gesicht auf den Markt. Eine halbe Million davon haben sie inzwischen verkauft. Ämter, Firmen, Privatleute ordern den dreiteiligen „Bausatz“. Auch wenn die Wirksamkeit der Schilde gegen Corona-Ansteckung diskutiert wird, läuft das Geschäft.
Hawico entwickelt Schutzschilde Hawico hat seinen Firmensitz auf der Gründeretage von „Startpunkt 57“ an der Friedrichstraße.

ihm Siegen. Zögern und zaudern ist ihre Sache nicht. Wilco van de Burgwal und Constantin Dohr brauchten nur wenige Wochen, um ihre Corona-Chance zu ergreifen. Im März gründeten sie die Firma „Hawico“ und brachten selbst entwickelte Schutzschilde aus Plexiglas fürs Gesicht auf den Markt. Eine halbe Million davon haben sie inzwischen verkauft. Ämter, Firmen, Privatleute ordern den dreiteiligen „Bausatz“. Auch wenn die Wirksamkeit der Schilde gegen Corona-Ansteckung diskutiert wird, läuft das Geschäft.

Hawico entwickelt Schutzschilde 

Hawico hat seinen Firmensitz auf der Gründeretage von „Startpunkt 57“ an der Friedrichstraße. Hinterm Schreibtisch der beiden stapeln sich die Kartons mit den Schilden, gegenüber der 3-D-Drucker, auf dem die findigen Jung-Unternehmer den Prototyp hergestellt haben.
Wilco van de Burgwal muss nur eine Bürotür weiter gehen, dann steht er in seiner nächsten Firma. „Lexeo“ hilft Studenten beim Lernen.

Lexeo arbeitet Vorlesungen auf

Die Idee: In Vorlesungen und Übungen kommen viele mit dem komplexen Stoff nicht zurecht. Lexeo bietet Kurse, die den Stoff – vornehmlich im Bereich Wirtschaftswissenschaften – aufbereiten. 50 bis 90 Euro zahlen die Teilnehmer pro Kurs. Dafür gibt es ein didaktisch aufbereitetes Workbook und zehn bis 18 Stunden Tutorial in Gruppen von 20 Studenten. „Kekse und Kaffee sind inklusive“, lacht Wilco. 500 bis 600 Studenten pro Semester buchen Lexeo, die Firma läuft blendend. In Kürze wird er aus der Unternehmergesellschaft eine GmbH machen.

Innofarming will Salat im Wohnzimmer züchten

Wieder eine Bürotür weiter schimmert es rosarot. Charleen Aleyou steht vor einem Regal und beäugt die Pflänzchen, die sich dort dem Kunstlicht entgegenrecken. Zusammen mit zwei Partnern, einem Biologen und einem Marketingexperten will die Ingenieurin das Unternehmen „Innofarming“ an den Start bringen. Wenn alles klappt, kann man demnächst im Wohnzimmer seinen eigenen Salat züchten. Innofarming liefert die Ausrüstung dafür. Im Moment testet Charleen, wie Asia-Salat und Basilikum in der Nährlösung gedeihen und wie viel Licht und Luft sie brauchen.

Raum für Gründergeist

Solche Nachwuchs-Unternehmer sind genau die Zielgruppe, die das „Haus der Innovation“ erreichen will. Die Universität Siegen und der Verein „Startpunkt 57“ haben sich zusammengeschlossen, um mit diesem Haus in den Gebäuden Friedrichstraße/Sandstraße dem Gründergeist neuen Raum zu geben. Der gemeinsame Standort soll Anlaufstelle sein für alle, die mit neuen Produktideen auf den Markt wollen. Mit im Boot sind auch das Gründerbüro der Universität, das Fablab Siegen, das Projekt Ventus und das Zentrum für die Digitalisierung der Wirtschaft. Stichwort Wirtschaft: Die Sparkasse, die Volksbank, die IHK und der Kreis Siegen-Wittgenstein engagieren sich finanziell und stellen Personal zur Verfügung. Eingesessene Unternehmen sollen die Nachwuchs-Chefs unterstützen.
Einer der bekanntesten Gründer der Region, Prof. Martin Hill (Summit), wirbt leidenschaftlich um Köpfe, die neue Ideen ausbrüten. 50 Neugründungen pro Jahr gab er als Zielmarke für die Region aus. Und bremste gleich zu viel Euphorie: „20 bis 30 Prozent der Gründer schaffen es. Die anderen scheitern.“

Der Weg zur eigenen Firma Auch wenn die Begriffe sperrig sind, soll es im neuen „Haus der Innovation“ geschmeidig laufen für den Unternehmer-Nachwuchs. Wer eine Firma gründen will, durchläuft vier Stufen: Scouting: An der Universität Siegen oder auch einfach über eine Bewerbung filtert eine Jury heraus, wer vielversprechende Ideen zu bieten hat – nicht nur im akademischen Bereich. Inkubator: Im Haus der Innovation arbeiten die Nachwuchs-Chefs zwölf bis 18 Monate an ihrem Projekt. Büroräume, Rechner, 3-D-Drucker werden kostenlos gestellt. Coaching und Schulung gibt’s obendrein. Akzelerator: Immer noch ohne Miete, aber schon sehr marktnah arbeiten die Gründer anschließend entweder im „Summit“ im Gewerbegebiet Leimbachtal oder demnächst im neuen Campus Buschhütten, Geplant ist ein dritter Akzelerator für Gründungen im Sozial- und Gesundheitsbereich. Ansiedlung: Wenn die Gründungen marktreif sind und auf eigenen Füßen stehen können, sollen sie in der Region bleiben und hier für Arbeitsplätze sorgen.
Im Büro von Constantin Dohr (l.) und Wilco van de Burgwal stapeln sich die Kartons. Gesichtsschilde aus Plexiglas verkauft die im März gegründete Firma „Hawico“.
Basilikum aus dem Zuchtregal: Die Gründerfirma „Innofarming“ erforscht und entwickelt neue Methoden, Pflanzen anzubauen. Am Ende könnte jeder im Wohnzimmer seinen eigene Salat ziehen. Ingenieurin Charleen Ayelou sieht die Marktchancen optimistisch.
Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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