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Flugblatt sorgt für Wirbel am Wellersberg
Kreiswehrersatzamt als Domizil für Systemsprenger?

Blick auf den Wellersberg Siegen: Bürger haben Sorge, dass das alte Kreiswehrersatzamt Domizil für Systemsprenger werden könnte. Die Stadt Siegen bezieht Stellung.
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  • Blick auf den Wellersberg Siegen: Bürger haben Sorge, dass das alte Kreiswehrersatzamt Domizil für Systemsprenger werden könnte. Die Stadt Siegen bezieht Stellung.
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js Siegen. „Systemsprenger bereiten Kopfzerbrechen“: Diese Schlagzeile in der Siegener Zeitung vom Mittwoch sorgte offenbar für Wirbel. In dem Bericht, in dem es um die Herausforderungen für die Siegener Stadtverwaltung geht, die mit der Unterbringung von zugewiesenen Flüchtlingen und Aussiedlern aber auch Obdachlosen zu tun haben, war die Rede von besonderen Problemfällen.
Systemsprenger sorgen für Kopfzerbrechen
Diese sind auf dem Wohnungsmarkt überhaupt nicht zu vermitteln und für mache ist wegen ihres Aggressions- und Vandalismuspotenzials eine ganz besondere Form der Betreuung erforderlich. Auch sie müssen adäquat untergebracht werden. Wo das sein wird, ließ sich nicht aus genanntem Bericht herauslesen. Dennoch machten sich am Siegener Wellersberg nun Sorgen breit.

Flugblatt warnt vor Systemsprengern am Wellersberg
In einem Flugblatt, das der Redaktion vorliegt,

js Siegen. „Systemsprenger bereiten Kopfzerbrechen“: Diese Schlagzeile in der Siegener Zeitung vom Mittwoch sorgte offenbar für Wirbel. In dem Bericht, in dem es um die Herausforderungen für die Siegener Stadtverwaltung geht, die mit der Unterbringung von zugewiesenen Flüchtlingen und Aussiedlern aber auch Obdachlosen zu tun haben, war die Rede von besonderen Problemfällen.

Systemsprenger sorgen für Kopfzerbrechen

Diese sind auf dem Wohnungsmarkt überhaupt nicht zu vermitteln und für mache ist wegen ihres Aggressions- und Vandalismuspotenzials eine ganz besondere Form der Betreuung erforderlich. Auch sie müssen adäquat untergebracht werden. Wo das sein wird, ließ sich nicht aus genanntem Bericht herauslesen. Dennoch machten sich am Siegener Wellersberg nun Sorgen breit.

Flugblatt warnt vor Systemsprengern am Wellersberg

In einem Flugblatt, das der Redaktion vorliegt, haben unbekannte Absender eine Kopie des Artikels in Umlauf gebracht, ergänzt durch folgende Fragestellung: „Bald in unserer Nachbarschaft? Plant die Stadt, das ehemalige Kreiswehrersatzamt für Problemfälle zu konvertieren?“ Auf der zweiten Seite folgt ein Appell: „Schützen Sie sich und Ihre Nächsten vor ,Systemsprengern’. Die Bewohner vom Wellersberg wollen Ruhe, Frieden und Sicherheit; keine ungelösten Probleme. Sprechen Sie die Stadtverwaltung und Ihren Stadtrat an.“ Statt eines Impressums folgen die Kontaktdaten zu einigen Ratsmitgliedern.
Sind die aufgeworfenen Fragen tatsächlich angebracht? Haben die Flugblatt-Verteiler richtig gelesen zwischen den Zeilen?

Stadtverwaltung Siegen weist die Angaben zurück

„Nein“, betont André Schmidt, zuständiger Dezernent im Siegener Rathaus, im SZ-Gespräch. Die Verwaltungsvorlage, die in den vergangenen Tagen durch kommunalpolitische Gremien gereicht wurde, habe an keinem Punkt Standorte genannt. Richtig sei, dass die Stadt einen gewissen Handlungsdruck habe. Es müsse zugesehen werden, entsprechende Unterbringungsmöglichkeiten für die kleine Gruppe besonders schwieriger Fälle zu finden – laut Schmidt sind das zwischen zwei und fünf Personen. Es handele sich um hochgradig psychisch kranke Menschen, die nicht allein wohnen könnten.
Daher habe die Stadt vorsorglich Mittel von 150.000 Euro für die Anmietung von Containern für den Haushalt angemeldet. „Das brauchen wir als Puffer.“ Ob davon wirklich solche provisorischen Module bezahlt würden, die besonders vandalismussicher ausgestattet werden (z. B. Kloschüsseln aus Metall statt Porzellan), werde sich noch zeigen müssen. Grundsätzlich plant die Stadt, sowohl Flüchtlinge als auch Obdachlose mehr und mehr in kommunalen Gebäuden unterzubringen. Sinnvoll sei es, die Systemsprenger möglichst dort unterzubringen, wo sie auch von entsprechendem Fachpersonal betreut und beraten werden können. Container kämen nur dann infrage, wenn sich es keine Alternative finden lasse.

"Weit weg von Kreiswehrersatzamt und dem Wellersberg"

„Natürlich gehen wir bei unseren Überlegungen das Stadtgebiet durch und überlegen, wo wir Unterbringungsmöglichkeiten schaffen“, räumt Schmidt ein. Aber, auch wenn bislang gar nichts Konkretes feststehe: „Wir sind weit weg vom Kreiswehrersatzamt an der Tiergartenstraße und dem Wellersberg.“
Die auf Flugblatt erwähnte Liegenschaft sei sehr groß und biete sich für eine Entwicklung an. Sie gehöre aber nicht der Stadt Siegen, sondern dem Bund. Ein kleiner Teil des Areals sei der Stadt als Notunterkunft für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt worden, das aber auch nur in engen Grenzen: „Wir dürften noch nicht einmal Aussiedler dort unterbringen“, erklärt Schmidt. Und das, obwohl diese genauso zugewiesen würden und versorgt werden müssten wie die im Kreiswehrersatzamt untergebrachten Flüchtlinge. Derer wohnten derzeit höchstens noch zehn in diesem Gebäude.
Und so geht es weiter: Der Finanzpuffer wurde zwar vorsorglich abgesegnet vom Sozialausschuss. Dieser wird sich in seiner Aprilsitzung aber noch einmal genauer mit der Thematik auseinandersetzen. Dort werde die Verwaltung ausführlich berichten und mit der Politik beraten, berichtet André Schmidt.

Blick auf den Wellersberg Siegen: Bürger haben Sorge, dass das alte Kreiswehrersatzamt Domizil für Systemsprenger werden könnte. Die Stadt Siegen bezieht Stellung.
André Schmidt.
Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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