Netzwerk kritisiert IHK und Kiß
"Krieg gegen die Natur"

Als "Krieg gegen die Natur" bezeichnet das  Netzwerks Natur und Verkehr Siegen-Wittgenstein den geplanten Bau der  Kreuztaler  Südumgehung.
  • Als "Krieg gegen die Natur" bezeichnet das Netzwerks Natur und Verkehr Siegen-Wittgenstein den geplanten Bau der Kreuztaler Südumgehung.
  • Foto: Anja Bieler-Barth
  • hochgeladen von Anja Bieler-Barth (Redakteurin)

sz Kreuztal. „Wieder einmal zeigen der Kreuztaler Bürgermeister Kiß und die IHK-Vertreter ihre völlig einseitige Betrachtungsweise aktueller Probleme.“ So beginnt unter der Überschrift ,Bürgermeister Kiß auf dem Irrweg’ eine Stellungnahme des Netzwerks Natur und Verkehr Siegen-Wittgenstein zur Berichterstattung über das jüngste IHK-Wirtschaftsgespräch in Kreuztal. Darin ging es, wie berichtet, u. a. um die geplante Südumgehung Kreuztals als „Dreh- und Angelpunkt“ für die verkehrliche Entlastung der Stadt Kreuztal.

"Fehlplanungen haben hohen Anteil am Chaos"

„Verkehrsromantische Vorschläge, mit verkehrslenkenden Maßnahmen auf den bestehenden Straßen etwas zu verändern, bringen uns nicht weiter“, hatte Kiß u. a. gesagt. „Weiterbringen soll uns wohl der permanente Krieg gegen die Natur“, reagiert darauf das Netzwerk. „Dabei wird völlig außer Acht gelassen, dass zunächst einmal die Fehlplanungen des Landesbetriebs Straßen NRW einen großen Anteil an den Stauungen in der Kreuztaler Mitte haben. Da ist einerseits die fehlende HTS-Abfahrt in Eichen, andererseits das viel zu schmale Brückenbauwerk der B 508 über die Bahn.“

"Monsterbauwerk"

Die Stadt Kreuztal habe aber diesen Umstand auf Dauer selbst verschuldet, „weil sie die angrenzenden Grundstücke voreilig veräußert hat. Nun kann man die Brücke selbst bei später Erkenntnis dieses Fehlers nicht mehr abreißen und verbreitert neu bauen.  Stattdessen soll nun nach einem Flurbereinigungsverfahren und drohenden Enteignungen ein neues Monsterbauwerk alle Probleme lösen: die Südumgehung durch das Mattenbachtal.“  Hier könne man „nun wirklich von Verkehrsromantik sprechen, weil die erwarteten Entlastungszahlen für die Ortsdurchfahrt nicht annähernd erreicht werden können und damit auch keine spürbare Lärmminderung eintritt“. Erst eine Reduzierung der Verkehrsstärke auf 10 Prozent führe zu einer Halbierung der subjektiv wahrgenommenen Lautstärke.
„Dagegen wird in der Umgebung einer neuen Straße über den Bergkamm eine zusätzliche Beschallung aller umliegenden Ortsteile eintreten. Man möge nur einmal die vorhandenen Verkehrsbeziehungen analysieren: Wie hoch ist der Anteil der Fahrten von Ferndorf in Richtung Siegen wirklich? Und wie stark ist der Werks- und Lkw-Verkehr von Ferndorf in Richtung Eichen? Diese Fahrzeuge müssen einen erheblichen Umweg mit 6 Prozent (!) Steigung in Kauf nehmen, um anschließend wieder vor der gleichen problematischen Kreuzung zu stehen wie heute.“

"Fehlentscheidungen korrigieren"

Wer das als wünschenswert ansehe, sei selbst Verkehrsromantiker, schreibt Netzwerk-Sprecherin Alrun Hoffmann-Krönert: „Bleibt noch die Frage, warum der Kreuztaler Rat sich bei der zunächst einmütig geforderten Tunnellösung hat über den Tisch ziehen lassen? Das Argument zu hoher Kosten war nur vorgeschoben und wurde aufgrund viel zu hoher Annahmen über die Verkehrsmenge begründet. Tatsächlich hätte ein zweispuriger Tunnel genügt, der auch bezahlbar gewesen wäre und vielleicht längst hätte gebaut sein können. Inzwischen sind die Baukosten so gestiegen, dass schon deshalb mit einer Fertigstellung einer wie auch immer gearteten Teilumgehung in den nächsten Jahren nicht zu rechnen ist. Immerhin eine Gnadenfrist für die Natur und eine Chance für zukünftige Regierungen, Fehlentscheidungen zu korrigieren.“

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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