Psychologische Hilfe per App
KrisenKompass für die Hosentasche

Der KrisenKompass bietet psychologische Hilfe aus dem App-Store.
  • Der KrisenKompass bietet psychologische Hilfe aus dem App-Store.
  • Foto: Christian Hoffmann
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

sz/juka Siegen. Die Kontakte auf ein absolutes Minimum heruntergefahren, durch monatelanges Home-Office selbst die Arbeitskollegen kaum zu Gesicht bekommen, Ausgleich durch Sport oder Beschäftigung im Verein fast komplett verloren. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben auf das Gemüt geschlagen, teils auch psychologische Probleme verstärkt oder hervorgerufen. Bis hin zu Suiziden. Treten solche Gedanken auf, kann schnelle und unbürokratische Hilfe Leben retten. Rund um die Uhr haben deshalb die Mitarbeiter der 105 deutschlandweiten Stellen der Telefonseelsorge ein offenes Ohr für Sorgen und Probleme.

Neben Kontaktmöglichkeiten per E-Mail und Chat bietet die Telefonseelsorge mit der App „KrisenKompass“ ein weiteres niederschwelliges Angebot zur Suizidprävention an. Das kostenlose Angebot richtet sich dabei nicht nur an Personen, die selbst psychologische Probleme entwickelt haben. Auch Menschen, die nahestehende Personen durch Suizid verloren haben oder sich um Mitmenschen sorgen, finden in der Anwendung Lösungen.

Allgemeiner Ratgeber für jedermann

Selbstreflexion ist dabei ein genauso wichtiges Stichwort wie „Krisenmomente meistern“, wobei auf Verhaltensweisen in gewissen Situationen eingegangen, Hilfestellungen aufgezeigt werden. Der dritte Schwerpunkt liegt beim Aufbau von „Kraftquellen“, bei denen insbesondere Texte und tiefsinnige Botschaften stärken sollen. Aber auch als allgemeiner Ratgeber taugt die App, Notfall-Nummern, Anlaufstellen für Hilfe und auch die Möglichkeit, die persönlichen Stimmungen über einen gewissen Zeitraum hinweg zu dokumentieren, bietet die Anwendung.

"Der KrisenKompass ist ein Erste-Hilfe-Koffer für die Hosentasche. Mit wenigen Klicks lassen sich Notfallkontakte, Entspannungsübungen und ermutigende Impulse abrufen."
Pfarrer Dietrich Hoof-Greve
Über die Funktion der App

Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten stellte Pfarrer Dietrich Hoof-Greve, Leiter der Telefonseelsorge Siegen, diese App auch beim Siegener Forum Gesundheit vor. „Der KrisenKompass ist ein Erste-Hilfe-Koffer für die Hosentasche. Mit wenigen Klicks lassen sich Notfallkontakte, Entspannungsübungen und ermutigende Impulse abrufen“, zählt Hoof-Greve auf. Fantasiereisen, Musik, Texte und Bilder geben entspannende und mutmachende Impulse, informative Texte klären über das Thema Suizid auf. „Das Besondere ist, dass die Nutzer die App personalisieren können, zum Beispiel, indem sie eigene Fotos, Gedichte oder Lieder als Kraftquellen hochladen“, führt der Pfarrer aus. Etwa 60 Mal am Tag werde die App derzeit heruntergeladen.

Unterstützung in schwierigen Zeiten

Gerade in Corona-Zeiten schilderten Menschen gegenüber den Mitarbeitern der Siegener Telefonseelsorge häufig depressive Stimmungen, Ängste und Einsamkeit, betont Hoof-Greve. „Einsamkeit ist der Killer Nummer Eins. Aber auch schwere Krankheiten oder der Verlust eines nahestehenden Menschen sind Gründe für Suizidgedanken. Hinweise auf einen geplanten Suizid nehmen wir immer ernst.“ Wenn sich Menschen mit dieser Thematik an die Telefonseelsorge wenden, versuchen die speziell geschulten Mitarbeitenden zunächst, mit der Person ins Gespräch zu kommen. Das Thema Suizid erreiche die Telefonseelsorge Siegen vor allem über die digitalen Medien per Mail und Chat, berichtet Pfarrer Hoof-Greve: „Deshalb ist der KrisenKompass ein sinnvolles zusätzliches Angebot. Er ist eine Hilfe zur Selbsthilfe.“

Autor:

Julian Kaiser aus Siegen

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