Kritik in Richtung Arnsberg

 Die frühere Burbacher Kaserne ist als Erstaufnahmeeinrichtung derzeit mit 800 bis 850 Flüchtlingen überbelegt. In der Planung steht eine Obergrenze von 500. Foto: SZ-Archiv
  • Die frühere Burbacher Kaserne ist als Erstaufnahmeeinrichtung derzeit mit 800 bis 850 Flüchtlingen überbelegt. In der Planung steht eine Obergrenze von 500. Foto: SZ-Archiv
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mir  - Das große Ganze planen oder wenigstens planerisch begleiten, darin ist der Regionalrat Arnsberg ganz groß. Etwa zu Energiefragen und dem Straßenbau. Beides war am Donnerstag drittrangig, alles drehte sich bei der Sitzung im Burbacher Bürgerhaus um das Problemfeld Flüchtlinge. Mit dabei zwei fachkundige Gäste: Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers und IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener.

Der erste Aufschlag gebührte der neuen Regierungspräsidentin Diana Ewert: „Seit dem 1. September haben wir 44.000 Flüchtlinge aufgenommen. So viele wie im vergangenen Jahr insgesamt.“ Jeden Tag tagten die Krisenstäbe. In Arnsberg einer, in Düsseldorf ein zweiter. In ihrer Behörde habe sie jetzt einen Schichtdienst eingerichtet. Rund um die Uhr, um der Flüchtlingsproblematik – bis zu 16.000 Neuankömmlinge pro Woche – Herr zu werden. 

Ewert sah die Sache insgesamt positiv: „Bisher ist es gut gelaufen.“ Obwohl Turnhallen und Bürgerhäuser belegt werden mussten. Der Freudenberger Ottmar Haardt (beratendes Mitglied/Sportverbände) übte Kritik: „Es kann nicht sein, dass alle Sporthallen in Anspruch genommen werden. Man darf den Vereinen damit nicht die Grundlage entziehen. Besser ist in dem Fall ein offener Dialog.“ Zumal der Kreissportbund und die Vereine in die Einrichtungen gingen und Hilfe leisteten. Haardt: „Wir haben eigenes Geld für Übungsleiter in die Hand genommen“, damit in den Unterkünften Sport angeboten werden könne.

Ewert ließ das nicht stehen. Mit ehrenamtlicher Tätigkeit allein seien die Aufgaben nicht zu bewältigen. „Man kann sich nicht auf dem Ehrenamt ausruhen, es müssen feste Strukturen geschaffen werden.“ Im Übrigen warnte sie vor der Annahme, die Flüchtlingsströme gingen zurück. „Das ist irreal.“ Alles gut gelaufen? Auch der Burbacher Bürgermeister hob zumindest warnend den Finger: „Für die Erstaufnahmeeinrichtung hier bei uns in Burbach sind maximal 500 Personen geplant gewesen. Im Sommer waren aber über 800 Menschen hier einquartiert“, berichtete Christoph Ewers. Nachts kämen unangemeldet Busse an. „Wir sind schon wieder bei 800 bis 850 Flüchtlingen, die kaum gehandelt werden können.“ Die Einrichtungen neuen Typs drohten zur Achillesferse zu werden. Die vorgesehenen Mechanismen (Registrierung, Asylantrag stellen etc.) funktionierten aber nur dann, wenn die Einrichtung nicht dauerhaft überbelegt sei. Ewers zeigte sich dennoch guter Hoffnung, „dass das gelingen kann“. Michael Roth

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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