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Personalprobleme in der Verwaltung
Krönchenstadt kämpft um gute Kräfte

Jobs in der städtischen Verwaltung sind überdurchschnittlich sicher - doch auch Siegen muss um qualifizierte Angestellte kämpfen.
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js Siegen. Es ist schwer, gutes Personal zu finden – dieses Klagelied ist eine furchtbar alte Leier. Aus der Mode kommen dürfte es allerdings so schnell nicht, im Gegenteil: Das zeigt sich bei der Stadt Siegen. Bei der großen Kommunalverwaltung mit rund 1500 Mitarbeitern gehört die Personalplanung zu den ganz großen Herausforderungen des Jahrzehnts. Die Demografie und ein stetig nachgefüllter Aufgabenkatalog zwingen die Verantwortlichen zum Handeln.

Wie das? Zum einen stehen der Krönchenstadt – wie vielen anderen Verwaltungen und Betrieben auch – jede Menge altersbedingte Abgänge bevor, die Babyboomer nehmen ihren Hut. Fast 30 Prozent des Teams werden bis 2029 in den Ruhestand gehen, darunter auch viele Führungskräfte.

js Siegen. Es ist schwer, gutes Personal zu finden – dieses Klagelied ist eine furchtbar alte Leier. Aus der Mode kommen dürfte es allerdings so schnell nicht, im Gegenteil: Das zeigt sich bei der Stadt Siegen. Bei der großen Kommunalverwaltung mit rund 1500 Mitarbeitern gehört die Personalplanung zu den ganz großen Herausforderungen des Jahrzehnts. Die Demografie und ein stetig nachgefüllter Aufgabenkatalog zwingen die Verantwortlichen zum Handeln.

Wie das? Zum einen stehen der Krönchenstadt – wie vielen anderen Verwaltungen und Betrieben auch – jede Menge altersbedingte Abgänge bevor, die Babyboomer nehmen ihren Hut. Fast 30 Prozent des Teams werden bis 2029 in den Ruhestand gehen, darunter auch viele Führungskräfte. Auf der anderen Seite lässt die Zahl potenzieller Nachwuchskräfte zu wünschen übrig – die geburtenschwachen Jahrgänge machen sich bemerkbar. Zugleich wird die Arbeit in der Stadt nicht weniger, im Gegenteil: Immer weitere Aufgabenbereiche werden vom Gesetzgeber an die Kommunen heruntergereicht.

Dirk Helmes.

Der aktuelle Personalbedarfsplan für die Jahre 2020 bis 2029, in den die Ergebnisse einer ausgefeilten Mitarbeiterbefragung eingeflossen sind, zeigt genau diese Probleme auf.

"Wir sind ein attraktiver Arbeitgeber."
Dirk Helmes
Leiter Abteilung Personal und Organisation

„Wir sind ein attraktiver Arbeitgeber“, findet Dirk Helmes, Leiter der Abteilung Personal und Organisation. Die Stadt habe dafür schon viel gemacht und noch einiges vor. Aber: „Wir stehen in großer Konkurrenz zu anderen Arbeitgebern“, betont er und meint damit nicht nur den Wettbewerb mit anderen Verwaltungen, sondern auch den mit der Privatwirtschaft. Das bekomme die Stadt nicht in allen Abteilungen und Berufsfeldern gleichermaßen zu spüren, vor allem aber in den technischen Bereichen und bei den Führungsstellen sei dies der Fall. Und in dieser Marktsituation überhaupt noch befristete Stellen auszuschreiben, gehöre mittlerweile zu den erfolglosen Unterfangen. „Da gibt es nur wenige Bewerber.“

Hoffnung auf Eigengewächse

Um auch in Zukunft den Aufgaben gewachsen zu sein, setzt die Stadt nun auf ein Bündel von Maßnahmen. Wichtige Stützen dabei können Eigengewächse sein. Bereits seit einiger Zeit wird über Bedarf ausgebildet, so dass Personal gebunden werden und ein gewisser Puffer entstehen kann, bevor es eng wird. Genau darauf wird nun noch verstärkt gesetzt. Denn: „Noch haben wir sehr qualifiziertes Personal“, berichtet Helmes. Noch habe die Verwaltung „tolle Azubis“ finden können und sei gut aufgestellt. Aber schon jetzt zeige sich immer wieder, dass dies nicht selbstverständlich sei. „Wir bekommen auch immer wieder mal Bewerbungen von jungen Menschen, die überhaupt nicht ausbildungsreif sind.“

Imagekampagne soll helfen

Helfen würde es aus Dirk Helmes’ Sicht, wenn die Kapazitäten der Studieninstitute aufgestockt werden könnten. Wenn die Stadt Siegen bei Qualifizierungslehrgängen gerade einmal einen oder zwei Plätze ergattern könne, helfe das nur bedingt weiter. „Da gibt es einen Flaschenhals.“ Helfen würde es auch, wenn nicht immer weitere Aufgaben auf die Kommunen übertragen würden. Das aber sei nicht absehbar.

Neben einem stärkeren Fokus auf dem Ausbildungsbereich setzt der kürzlich von der Politik bestätigte Personalbedarfsplan auch auf Programme zur Attraktivitätssteigerung. Mit der Kernbotschaft „Kompetent. Miteinander. Nah dran. Das Team der Stadtverwaltung Siegen“ startet derzeit eine Imagekampagne – aufgrund derzeit nicht möglicher Darstellungsmöglichkeiten auf Ausbildungsmessen gibt es diese zunächst in Form einer Broschüre, die auch in digitaler Form über die städtische Website abrufbar ist. Flexible Arbeitszeitmodelle, ein sicherer Arbeitsplatz, Bonbons wie die Möglichkeit eines E-Bike-Leasings (Jobrad): Die Stadt setzt darauf, über eine ganze Reihe von Faktoren als Arbeitgeber immer schmackhafter zu werden.

Jobs in der städtischen Verwaltung sind überdurchschnittlich sicher - doch auch Siegen muss um qualifizierte Angestellte kämpfen.
Dirk Helmes.
Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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