Kröten überfahren

juli Siegen. Das fehlerhafte Verhalten eines Waldarbeiters im Leimbachtal hat einer noch nicht bekannten Zahl von Erdkröten das Leben gekostet. Wie viele, darüber sind sich Amphibienschützer und Stadt Siegen nicht einig. „Hunderte“ seien einer Holzrückmaschine zum Opfer gefallen, berichtete jetzt Marion Haas, Vorsitzende des Vereins Amphibienschutz Leimbachtal, aufgeregt am Telefon gegenüber der Siegener Zeitung: „Es war wirklich ein Massaker.“ Sie habe sich ein Bild vor Ort gemacht, nachdem eine Spaziergängerin den Vorfall beobachtet und sie, Haas, informiert habe.

Die Spaziergängerin berichtete der Siegener Zeitung, sie und ihre Schwester hätten gesehen, dass die Maschine, ein so genannter Harvester, hinter dem Zaun, der die Amphibien am Eindringen ins künftige Gewerbegebiet hindern soll, unterwegs gewesen sei und die Tiere überfahren habe. Sie habe an der Stelle, an der sie gewesen sei, acht tote Kröten gesehen, aber die Maschine sei eine viel längere Strecke gefahren. Insgesamt seien auf die Weise bestimmt 80 Kröten ums Leben gekommen. Viele seien verletzt worden; die habe sie teilweise zum Laichgewässer getragen. Ihre Schwester habe bereits am Sonntag auf dem Weg nahe des Zauns einige platt gefahrene Kröten entdeckt.

„Wir versuchen jetzt, zu retten, was zu retten ist“, sagte die Frau. Sie und einige ihrer Nachbarn vom Schieferberg wollten jetzt dem Amphibienschutzverein dabei helfen, die Kröten, die am Zaun landeten, zum Laichgewässer zu bringen. Gestern morgen sei sie bereits um halb sechs in der Frühe losgegangen, um Kröten zu retten – für den Fall, dass der Harvester doch wieder auf dem verbotenen Terrain unterwegs sein sollte. Sie habe andere Hundebesitzer angehalten, darauf zu achten, dass die Holzerntemaschine dort nicht mehr fahre.

Dr. Bernhard Kraft, Leiter der Umweltabteilung der Stadt Siegen, äußerte auf Nachfrage der Siegener Zeitung, sein Bedauern über den Vorfall, der nicht hätte passieren dürfen. Von ihm beauftragte Zivildienstleistende hätten ein bis zwei Dutzend tote Kröten registriert, so Kraft. Man müsse aber von einer etwas höheren Zahl an getöteten Tieren ausgehen.

Grundsätzlich seien die Arbeiter angewiesen, nicht auf dieser Seite des Zauns zu fahren, sagte Dr. Kraft. Das zuständige Forstamt werde sich kümmern, dass dies künftig nicht mehr vorkomme.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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