„Kuchenschlösschen“ schließt

 Die Tage des „Kuchenschlösschens“ sind gezählt. Aus wirtschaftlichen Gründen wird sich die Familie Baldus ab Mitte November ausschließlich auf die „Hüttenschenke“ in Wehbach konzentrieren. Foto: thor
  • Die Tage des „Kuchenschlösschens“ sind gezählt. Aus wirtschaftlichen Gründen wird sich die Familie Baldus ab Mitte November ausschließlich auf die „Hüttenschenke“ in Wehbach konzentrieren. Foto: thor
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thor t Würde man das Rathaus schließen, die meisten Kirchener würden vermutlich mit einem Schulterzucken reagieren. Das Krankenhaus auf Rollen stellen und drei 3 km weiter nach Betzdorf schieben? Keine angenehme Vorstellung, aber zu akzeptieren. Und selbst wenn die kath. Kirche „St. Michael“ aufgeben würde, wäre der Aufschrei der verbliebenen Kirchgänger wohl schnell verhallt.

Der Tsunami der Empörung, der jetzt durch Kirchen rollen wird, betrifft eine ganz andere Einrichtung: Das „Kuchenschlösschen“ wird in wenigen Wochen seine Türen schließen. Zu dieser Entscheidung hat sich die Familie Baldus vor wenigen Tagen durchgerungen. Durchringen müssen. Denn man muss Gerd und Doro Baldus noch nicht einmal gut kennen, um zu begreifen, dass dieser Schritt fast dem Verlust eines Familienmitglieds nachkommt. Sie geben notgedrungen aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr und nicht weniger als ihr Lebenswerk auf – die Kirchener verlieren eine Instanz, eine Institution, ihr „Wohnzimmer“.

Ursache ist die nach wie vor ungelöste Baustellen-Situation vor Ort, nachdem das verheerende Unwetter an Fronleichnam die Klotzbach-Straße zerstört hatte. Seitdem hat die Familie Baldus massive Umsatzeinbußen zu beklagen. Nun sind es allesamt Kämpfernaturen, und so wäre eine befristete Durststrecke sicher verkraftbar gewesen. Doch dem „Kuchenschlösschen“ fehlt jede zeitliche Perspektive, wann der Ausnahme-Zustand enden könnte.

Nach den bisherigen Planungen wird das das Café noch bis Mitte November geöffnet haben. Dann soll die „Hüttenschenke“ in Wehbach zu neuem Leben erwachen. Einzelheiten zu ihrer Entscheidung will die Familie in der nächsten Woche mitteilen. Die Konsequenzen für die Stadt brachte derweil Andreas Hundhausen mit einem Satz auf den Punkt: „Es ist für Kirchen ein Debakel.“ (Ausführlicher Bericht in der Donnerstagsausgabe der SZ.) Thorsten Stahl

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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