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Demos verlaufen friedlich
Kundgebungen mitten in Siegen

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kay Siegen. Der 8. Mai – Tag der Befreiung vom Dritten Reich unter Adolf Hitler. Für die meisten Menschen ein mit einer positiven Zäsur verbundenes Datum: Das Ende einer Schreckensherrschaft – das Ende des III. Reiches. Nicht so für die Mitglieder und Anhänger der rechtsextremen Kleinstpartei „Der III. Weg“. Diese sehen den 8. Mai als einen Tag der Niederlage. „Wir feiern nicht!“, so das Motto der Veranstaltung vor dem Parteibüro in der Schlachthausstraße.

Rund um das Domizil der Rechtsextremen fuhr die Polizei am Samstag mit einem massiven Aufgebot an Einsatzkräften auf. Straßen waren zum Teil für den Verkehr gesperrt, Barrikaden blockierten angrenzende Gehwege. Die sich als nationalrevolutionär sehende Bewegung „Der III.

kay Siegen. Der 8. Mai – Tag der Befreiung vom Dritten Reich unter Adolf Hitler. Für die meisten Menschen ein mit einer positiven Zäsur verbundenes Datum: Das Ende einer Schreckensherrschaft – das Ende des III. Reiches. Nicht so für die Mitglieder und Anhänger der rechtsextremen Kleinstpartei „Der III. Weg“. Diese sehen den 8. Mai als einen Tag der Niederlage. „Wir feiern nicht!“, so das Motto der Veranstaltung vor dem Parteibüro in der Schlachthausstraße.

Rund um das Domizil der Rechtsextremen fuhr die Polizei am Samstag mit einem massiven Aufgebot an Einsatzkräften auf. Straßen waren zum Teil für den Verkehr gesperrt, Barrikaden blockierten angrenzende Gehwege. Die sich als nationalrevolutionär sehende Bewegung „Der III. Weg“ führte, wie bereits eine Woche zuvor, eine Kundgebung vor ihrem Parteibüro durch. Gegen 13 Uhr startete zusätzlich ein Demonstrationszug von etwa 50 Rechten, der am Tag zuvor noch aus Gründen des Infektionsschutzes von der Stadt untersagt worden war. Das Verwaltungsgericht Arnsberg hingegen machte der Stadt kurzfristig einen Strich durch die Rechnung – die Rechtsextremen durften aufmarschieren. Äußerst martialisch wirkte das Auftreten der Demonstranten. Angeführt von Trommlern und Fahnenträgern, flankiert von grünen Rauchfackeln, zog der Tross durch die Stadt. Vom Parteibüro ging es über die Wiesenstraße, den Kirchweg, Kochs Ecke und die Koblenzer Straße wieder zurück an den Startpunkt – die Schlachthausstraße. Das ganze unter Begleitung starker Polizeikräfte, die für eine geordnete Durchführung sorgten. Bis auf einen kleinen Zwischenfall – ein junger Mann setzte sich an Kochs Ecke vor dem nahenden Demozug auf die Straße und musste von der Polizei zur Seite gezogen werden – verlief laut Polizei alles friedlich. 

Gleiche Stadt – anderer Ort: Das „Antifaschistische Aktionsbündnis Siegen gegen Rechts“ führte um 14 Uhr, als Gegenpol zu den Rechtsextremen in der Schlachthausstraße, eine Kundgebung am Platz des Unteren Schlosses durch. „Am 8. Mai. feiern wir die Befreiung vom Terror des Deutschen Faschismus, der viele Millionen Todesopfer gefordert hat“, so die Veranstalter. Der Großveranstaltung schlossen sich zwei Spontanversammlungen linker Gruppierungen an, die ihren Start am Kölner Tor und der Siegbrücke nahmen, bis zur Vereinigung am Unteren Schloss. Die Polizei teilte mit, dass letztendlich etwa 650 Teilnehmer an der friedlichen Kundgebung teilnahmen.

Das „Antifaschistische Aktionsbündnis Siegen gegen Rechts“ forderte in den Redebeiträgen das sofortige Verbot aller neofaschistischen Organisationen. Dazu gehöre auch der III. Weg. Dieser habe
weder in Siegen noch anderswo etwas zu suchen.

Ursprünglich war seitens des Aktionsbündnisses ein Demozug „Siegen gegen Rechts“ geplant, der von der Stadt nicht erlaubt wurde, da die Zahl der Teilnehmer zu hoch sein würde und die Unterschreitung der Corona-Mindestabstände riskiert worden wäre. Die Anmelder legten Beschwerde ein, die jedoch seitens des Oberverwaltungsgerichtes abgelehnt worden war.
Wie die Polizei mitteilte, wurden im Nachgang der Kundgebung der Kleinstpartei "Der dritte Weg" durch das Ordnungsamt der Stadt Siegen und die Polizei 21 Coronaverstöße festgestellt und geahndet. Die Betroffenen erwartet nun ein Bußgeldverfahren.

Autor:

Kay-Helge Hercher (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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