Kunstraum mit Atmosphäre

Geisweid. Die Atmosphäre nimmt gefangen. Es riecht nach Farbe und nach ganz viel Arbeit. Künstlerischer Arbeit. Na klar, wenn das ganze Projekt schon Kunstraum heißt. Mit Untertitel: Atelier für praktische und theoretische Kunst! Und die Kunst ist überall. An allen Wänden. Manchmal mit silbernen Klammern an der Wand befestigt, gerahmt oder auch nicht, kleine Formate, große Exponate, expressiv farbig, gezeichnet, fotografiert und bearbeitet, mal mit, meist ohne Text. Das ist kein Biotop mehr, das ist schon fast ein „Regenwald“ an Kreativität. Man spürt, dass hier etwas wächst.

Klar, der Kunstraum in der Alten Marienschule in Geisweid, gegenüber dem Milchhof gelegen, ist schließlich kein Museum, sondern ein Atelier in dem geschafft, besser gesagt: geschaffen wird. Das Ungewöhnliche am Atelier in der Fröbelstraße 11 ist, dass hier nicht ein Mensch mit Farbe, Pinsel oder Stift wirkt, sondern gleich acht Künstlerinnen und Künstler arbeiten. Das befeuert natürlich nicht nur den Ehrgeiz eines jeden Einzelnen, sondern bringt auch immer wieder Diskussionen, die helfen, Anregungen geben oder in ganz neue Richtungen führen. Begleitet werden die kreativen Frauen und Männer von dem renommierten Siegerländer Künstler Ulrich Langenbach, dessen Werk den Lesern der Siegener Zeitung seit langen Jahren vertraut ist. Wer bisher ein wenig vor dem Begriff „Theoretische Kunst“ zurückgeschreckt ist, der kann jetzt ruhig wieder näherkommen. „Offen und ehrlich, aber niemals destruktiv“, so sagte Langenbach vor ziemlich genau einem Jahr bei der Vorstellung des Projekts, „werde über die Arbeiten diskutiert.“

Wer ihn kennt, der weiß, dass dann alle Facetten bildender Kunst und ihre Affinität zum Menschen und seinem Dasein ausgeleuchtet werden. Auf den Punkt brachte dies bei der ersten Präsentation Michael Schumann, der auch bei der Ausstellung am Wochenende mit vielen Arbeiten (Linolschnitte, Tuschezeichnungen und farbstarke Malereien) vertreten ist. Man sehe sich nicht als Feierabendmaler, das könne man auch zu Hause machen. In der Alten Marienschule finde eine Auseinandersetzung mit Kunst statt. Davon können sich die Menschen heute (19 Uhr Eröffnung), morgen und am Sonntag (jeweils 14 bis 18 Uhr) überzeugen. Nach einer Begrüßung des stellv. Bürgermeister Jens Kamieth gibt Ulrich Langenbach eine Einführung. Anschließend können sich die Besucher auf die Begegnung mit der Kunst von Michael Schumann und den sieben anderen „Kunstraumlern“ freuen.

Marlies Forneberg setzt sich mit Marilyn Monroe auseinander, die sie u.a. als realistisch gemalte Figur auf einem seltsam wirkenden Motorroller sitzend zeigt, Ingrid Hamel-Weber präsentiert skurrile Texte zu bizarren Bildern und spezielle Impressionen aus Indien. Von Doris Krombach sind neben expressiven großen Malereien sehr feine, kleine Arbeiten auf Papier zu sehen, mit den Möglichkeiten der Farbe in der Fläche setzt sich Regina Mansfeld-Nies auseinander. Hartmut Traut zeigt u. a. eine abstrahierte, grüne Steppenlandschaft deren tierische Bewohner an Höhlenmalereien erinnern. Barbara Weiss stellt unter anderem in flüchtigen Zeichnungen verarbeitete Eindrücke aus ihrer Umgebung vor, und Anke Winterhager präsentiert ihre von der Natur inspirierten, durchaus humorvollen Moos-Arbeiten. Als Gast ist die in Köln lebende Antje Sator mit Foto-Überarbeitungen vertreten. Antje Sator kommt übrigens demnächst nach Siegen und wird dann wohl die Kunstraum-Truppe bereichern. Neben der Begleitung ihrer Arbeit durch Uli Langenbach kann sie dann auch die anderen Vorteile in der Alten Marienschule in Anspruch nehmen. Jeder Künstler und jede Künstlerin hat einen festen Arbeitsplatz, der jederzeit genutzt werden kann. Zurzeit sind zwei Plätze frei.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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