Läuse nur lästig, aber nicht schädlich

mir/kk Siegen. „Blattläuse satt in NRW“ betitelte die Landwirtschaftskammer gestern eine Pressemeldung über die gelblich-grüne Plage in Gärten, Wäldern, Parks und Straßen. In der Siegener Bahnhofstraße lagen die Flieger wie ein Haufen Grünmasse unter einem Baum. Und im Wellersbergtunnel an der HTS wurden die Tierchen vom Licht magisch angezogen; Autofahrer mussten eilig die Seitenfenster schließen. Im Wald wiederum nahmen die Jogger reißaus, weil die Läuse zu Hunderten an verschwitzten Beinen und Armen klebten.

Dass die lästigen Pflanzenparasiten nicht träge an den Triebspitzen sitzen, sondern zu Millionen durch die Luft schwirren, das hat viele Gartenfreunde erstaunt. Peter Hachen, Vorsitzender des Bezirksverbandes der Gartenfreunde Siegerland, gab zwei Ratschläge: „Ruhe bewahren und auf lange Sicht die natürlichen Feinde fördern, etwa Marienkäfer.“

Was aber könnten Hobbygärtner tun? Franz-Josef Maynz, in Reihen der Gartenfreunde stellv. Bezirksfachberater, sieht keinen Grund zur Hektik. Es handele sich bei den Tierchen angesichts der schwülwarmen Witterung um eine vorübergehende Erscheinung. Blattläuse bekämpfen, da habe sich Seifenlauge mit einem Spritzer Spiritus bewährt. „Das Mittel sollte aber nur verwendet werden, wenn Blattläuse extrem an Rosen oder Gemüse auftreten sollten.“ Könnten Pflanzenschutzmittel helfen? Nützlingsschonende Präparate sollten allerdings nur bei extremem Massenbefall verwendet werden, riet die Landwirtschaftskammer NRW. Ein weiterer Tipp: die saugenden Plagegeister mit einem Gartenschlauch von den Blättern katapultieren.

Die Landwirte befürchten keine größeren Schäden. Die Schädlinge könnten nicht mehr viel anrichten, „weil die Kulturen so weit entwickelt sind, dass nichts mehr passieren kann“. Im Siegerland sei das Getreide zwar noch nicht ganz reif, die Bauern kriegen das aber hin“, zeigte sich Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer NRW überzeugt.

Wie die Bäume auf die Invasion der Blattläuse reagieren werden, könne zurzeit noch nicht abgeschätzt werden, so Forstdirektor Helmut Ahlborn auf Nachfrage der SZ. Im Wald würden die Pflanzensauger als Kohlenhydrat-Spender von Ameisen beschützt. Ursache der Massenentwicklung sei wahrscheinlich die schwülwarme Witterung, so der Forstdirektor. Die Läuse saugten an allem, was grün sei. Dennoch sieht Ahlborn keinen Grund zur Sorge. „Irgendwie regelt sich das von selbst.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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