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An Rollstuhlfahrerin vergangen
Landgericht Siegen: Vergewaltiger kommt mit Bewährung davon

In der Behindertentoilette am Siegener Busbahnhof vergewaltigte ein 45-Jähriger im Mai 2017 eine sieben Jahre jüngere Rollstuhlfahrerin.
  • In der Behindertentoilette am Siegener Busbahnhof vergewaltigte ein 45-Jähriger im Mai 2017 eine sieben Jahre jüngere Rollstuhlfahrerin.
  • Foto: Julian Kaiser
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

juka Siegen. Weil er während seines Haftausgangs im Mai 2017 eine Rollstuhlfahrerin auf der Behindertentoilette am Siegener Busbahnhof vergewaltigt hat, ist ein 45-jähriger Bad Berleburger zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Die 1. große Strafkammer des Siegener Landgericht unter Vorsitz von Richterin Elfriede Dreisbach verhängte damit die Mindeststrafe für einen solchen Fall.

Man müsse d

juka Siegen. Weil er während seines Haftausgangs im Mai 2017 eine Rollstuhlfahrerin auf der Behindertentoilette am Siegener Busbahnhof vergewaltigt hat, ist ein 45-jähriger Bad Berleburger zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Die 1. große Strafkammer des Siegener Landgericht unter Vorsitz von Richterin Elfriede Dreisbach verhängte damit die Mindeststrafe für einen solchen Fall.

Man müsse die Intensität der Tat beachten, erklärte Dreisbach. „Es gibt weitaus schwerwiegendere Vergewaltigungen. Und er hat ja auch wieder von ihr abgelassen“, so die Richterin mit Blick auf den Angeklagten, der vor Gericht bestens bekannt ist und bereits zwölf seiner Lebensjahre in Haft verbracht hat. Die Vorsitzende spielte damit auf den Punkt an, dass H. „nur“ mit seinem Finger in das Opfer eingedrungen war und die Rollstuhlfahrerin, nachdem sie ihn weggeschubst hatte, nicht weiter anging.

Vergewaltiger darf mit Bewährung rechnen

Das Opfer rief mehrfach "Ich habe Angst"

Grundlage für die Bewährungsstrafe war zudem eine Verständigung der Prozessbeteiligten. Voraussetzung war ein Geständnis des Angeklagten, das er schließlich auch über seinen Verteidiger Andreas Trode ablegte. H. räumte ein, während seines Ausgangs mit den Worten „Polizei, aufmachen!“ an die Tür der Behindertentoilette geklopft zu haben - weshalb im Schuldspruch neben der Vergewaltigung auch noch Amtsanmaßung hinzukam - und anschließend den Freund der Rollstuhlfahrerin auf Drogen untersucht zu haben. In der Folge habe er ihn aufgefordert, die Toilette zu verlassen, um seine Freundin und den Rollstuhl untersuchen zu können. Danach begann H. mit seinen perfiden Taten, mehrmals will das Opfer „Ich habe Angst“ gerufen haben, bis der Angeklagte schließlich nach einem Schubser von ihr abließ.

"Er nimmt Hilfe an und hat sein Leben geändert"

Sein Mandant bedauere sein Handeln sehr, versicherte Trode. Seit Anfang 2018, als H. zuletzt aus der Haft gekommen war, habe er sich komplett anders verhalten, kaum noch Drogen konsumiert. Das kaufte die Kammer dem Angeklagten auch ab. „Er nimmt Hilfe an und hat sein Leben geändert“, erkannte Richterin Dreisbach an. Belastend stünden natürlich die zahlreichen Vorstrafen und der Fakt, dass es sich bei dem Opfer um eine behinderte Frau handelte. Dagegen steht laut Gericht unter anderem die lange Verfahrensdauer und die wohl positive Entwicklung. „Daher haben wir die Mindeststrafe für ausreichend angesehen.“

Der ebenfalls angeklagte Vorfall in der JVA Attendorn, bei dem H. wegen einer Lappalie mit Gewalt gegen die Beamten gedroht und sein Geschlechtsteil entblößt haben soll, wurde hingegen eingestellt.

Autor:

Julian Kaiser aus Siegen

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