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Hammerschläge auf den Kopf
Landgericht verurteilt Erndtebrückerin

Die Angeklagte im Hammer-Prozess ist mit einer Bewährungsstrafe davon gekommen.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

mick Siegen. Sieben Monate Gefängnis hat die 1. Große Strafkammer des Siegener Landgerichts am Montag gegen eine 57-jährige Frau ausgesprochen. Die Erndtebrückerin hatte zugegeben, ihren damaligen Ehemann im November 2018 zweimal mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen zu haben.

Danach be

mick Siegen. Sieben Monate Gefängnis hat die 1. Große Strafkammer des Siegener Landgerichts am Montag gegen eine 57-jährige Frau ausgesprochen. Die Erndtebrückerin hatte zugegeben, ihren damaligen Ehemann im November 2018 zweimal mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen zu haben.

Danach bedrohte sie ihn mit einem Messer und rief „Ich stech’ dich ab“. Das Urteil rechnete ihr eine gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit einer Bedrohung zu. Es wird zur Bewährung ausgesetzt.

Frau attackiert Ehemann mit Hammer

Die Ehe war nach fast 20 Jahren am Ende. Der Mann wollte die Scheidung, er ertrug die ständig betrunkene Frau nicht mehr, die unter dem Einfluss des Alkohols eifersüchtig, aggressiv und böse wurde.

Sie wollte ihn umstimmen, war drei Wochen nüchtern geblieben, hatte sich an jenem Abend allerdings wieder Wein von ihm mitbringen lassen. Verletzt sei sie gewesen, eifersüchtig auf vermeintliche andere Frauen, wütend und schockiert, weil der Mann die Scheidung wollte und sich nicht umstimmen ließ, skizzierte die Vorsitzende den Zustand der Frau am Tatabend.

Zweimal mit Hammer auf Kopf gehauen

Das Opfer lag schlafend auf der Couch, sie schlug dann zweimal mit der flachen Seite des geholten Hammers auf den Kopf ihres Gatten und Opfers. Eine Tötungsabsicht habe die Angeklagte nicht gehabt, sagte Richterin Elfriede Dreisbach. Aber natürlich sei sie sich bewusst gewesen, dass sie mit einem Hammer ernsthafte Verletzungen verursache könne. Von einer geplanten Umsetzung der Drohung mit dem Messer ging das Gericht wiederum nicht aus. Die Täterin habe alles zugegeben, sich um Hilfe auf verschiedenen Ebenen bemüht, lange Therapien auf sich genommen, die zumindest ambulant auch fortdauerten. Der Gutachter habe von einem reifen Nachtat-Verhalten gesprochen, betonte die Vorsitzende.

"Die Angeklagte war wütend und schockiert."
Elfriede Dreisbach
Richterin

Und zwar weil es trotz Scheidung zu einer Aussprache mit dem Opfer gekommen sei. Weil die Frau sich endlich nachhaltig um eine Auseinandersetzung mit ihrem jahrelangen Alkoholismus gekümmert habe und nun seit Monaten nicht mehr trinke. Anders, als dies noch bei der ersten Verhandlung im Herbst 2020 gewesen sei.

Verminderte Schuldfähigkeit wegen Alkohol und Beruhigungsmitteln

Am Tattag wurde bei der Angeklagten 2,47 Promille Alkohol im Blut nach Weingenuss nachgewiesen, zudem hatte sie ein verschriebenes Beruhigungsmittel in überhöhter Dosis eingenommen. Das führte zu einer verminderten Schuldfähigkeit und einem minderschweren Fall. Es gab keine Vorbelastungen und seit dem Vorfall keine weiteren Straftaten. Daher sei die Bewährung für die Frau folgerichtig, die ihre Tat glaubhaft bereue, aktuell keinen Hang zum Alkohol verspüre und nach eigenem Bekunden „bei sich“ sei. Ihre Therapie muss sie fortsetzen.

Keine andere Frau Das Opfer der 57-jährigen, der frühere Ehemann, legte Wert auf die Feststellung, dass die Zeit bis zur Scheidung zwar schwierig gewesen, er allerdings nicht zu anderen Frauen getrieben worden sei. Das sei schlichtweg falsch – und in der Berichterstattung über den zweiten Verhandlungstag offenbar missverständlich interpretiert worden.
Autor:

SZ Redaktion aus Siegen

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