„Landschaftsheilung“ in der Stadt

Wolfgang Tiller sprach über Geomantie. In Österreich hat er bereits kommunale „Heilungsaufträge“ ausgeführt.  Foto: pebe
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pebe Siegen. Warum fühlen sich Menschen an manchen Orten in der Stadt oder der natürlichen Landschaft wohl? Warum gibt es Plätze in einer Stadt, die theoretisch Menschen in Kontakt bringen sollen, aber praktisch fast leer bleiben? Einen ganzheitlichen Erklärungsversuch dafür unternimmt die Geomantie, eine Verbindung aus künstlerischer Aktion, sozialer Kunst und energetischer Arbeit. Wichtige Impulse für diese künstlerisch-soziale Arbeit hat in den vergangenen 30 Jahren der slowenische Bildhauer und Landart-Künstler Marko Pogacnik entwickelt. Einer seiner Schüler, der Wiener Bildhauer und Geomant Wolfgang Alexander Tiller, hielt kürzlich in Siegen einen Vortrag über die Grundlagen der Geomantie und im Anschluss ein „Erdheilungsseminar“.

„Geomantie beschäftigt sich mit dem Wesen, den Kräften und den Bedürfnissen der Erde“,umschrieb Tiller sein Arbeitsgebiet. Die Erde müsse als Organismus begriffen und geehrt werden, und der Mensch als Teil dieses Organismus könne sich nicht verselbstständigen. „Es ist eine tiefgreifende Veränderung nötig“, befand Tiller, das heiße zugleich, einen liebevolleren und „kooperativen“ Umgang mit der Erde zu suchen.

Dazu wolle die Geomantie einen Beitrag leisten. Landschaftsheilung, wie sie die Geomantie verstehe, bedeute, dass die Landschaft zunächst den Menschen zeige, was nicht heil sei. Darauf könne der Mensch mit Resonanz reagieren. „Damit tun wir etwas für sie und für uns.“ Dies setze offene Sinne voraus: So wie es in der Landschaft eine „Bioenergie“ gebe, die spürbar sei, so gebe es analog dazu auch „Kraftorte“ und „Kraftzentren“ in der Natur. Sie zu erspüren, wahrzunehmen, ob sie blockiert sind oder im Fluss, sei eine wichtige Bedingung für die geomantische Arbeit.

Tiller wies kritisch darauf hin, dass esoterische Kreise der Nationalsozialisten versucht hätten, geomantisches Wissen für ihre Zwecke auszunutzen. Das habe den Erkenntnisansatz in der Vergangenheit in Verruf gebracht. Die von ihm vertretene Arbeit beginne mit einer gesammelten Aufmerksamkeit der arbeitenden Gruppe in der Landschaft, die zu einer Kommunikation mit der Umgebung führe und verschiedene kreative Ausdruckformen von Körper und Geist annehme. Dabei sei der Gefühlsaspekt sehr wichtig. Tillers Lehrer Pogacnik entwickelte darüber hinaus die Technik der „Lithopunktur“, eine analog zur Akupunktur angewendete Methode, um die Energiebahnen der Erde zu aktivieren und zu stärken und so eine Harmonisierung der Landschaft zu initiieren.

Dazu wird ein bearbeiteter und mit speziellen Mustern („Kosmogrammen“) versehener Stein an einem bestimmten Punkt in der Landschaft aufgestellt. „Wir tun das nicht für uns, jeder hat Mitverantwortung an seinem Platz.“ Auch die historischen, geologischen, wirtschaftlichen und sozialen Eigenschaften eines Ortes gelte es zu bedenken. Für Siegen bedeute dies z. B. zu überlegen, wer denn die Namen gebenden Sigambrer gewesen seien, wie Landschaftsenergien eingesetzt worden seien und welche Energien derzeit das Stadtbild prägten – angefangen von der Siegplatte über die Topografie der sieben Berge bis hin zu sehr intensiven „innerstädtischen“ Energien, z. B. der Linie zwischen Oberem Schloss, Nikolaikirche und Martinikirche. Auch die Einbettung Siegens in den gesamten Lebensraum Siegerland sei zu reflektieren.Die Teilnehmer trügen dann ihre verschiedenen Wahrnehmungen zusammen, um ein stimmiges Bild von einem Ort zu bekommen. Dann gelte es zu überlegen, ob ein Ort stark oder schwach sei. „Nur wenn die Landsschaft in ihrer Kraft ist, dann entstehen die richtigen Projekte, dann macht die Natur mit.“

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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