Lanze für den verkaufsoffenen Sonntag

juli Siegen. Der Wirtschaftsförderungsausschuss der Stadt Siegen stimmte gestern mehrheitlich mit acht gegen fünf Stimmen für die sieben in diesem Jahr geplanten verkaufsoffenen Sonntage im Stadtgebiet. Die Entscheidung fällt der Rat am morgigen Mittwoch; er tagt ab 16 Uhr im Rathaus in Geisweid.

Bürgermeister Steffen Mues hatte vor der Abstimmung gestern im Atriumsaal der Siegerlandhalle eindringlich an den Ausschuss appelliert, den beantragten Sonntagen zuzustimmen. „Weil wir den lange mit den Händlern und Organisatoren gepflegten Kompromiss weiterverfolgen wollen.“ Es gehe um jeweils fünf Stunden an höchstens zwei von 52 Sonntagen in den jeweiligen Marktbezirken Siegen, Weidenau, Geisweid und Niederschelden. Die Öffnungszeiten kollidierten nicht mit den Gottesdiensten.

Siegen habe sich als Oberzentrum etabliert – auch danke der Händler. Es gehe darum, an diesen Sonntagen Menschen aus dem Umland für Siegen zu gewinnen, nicht nur für das kommerzielle Angebot. „Solange es keine einheitliche Regelung gibt, sollten wir nicht schlafen“, sagte Mues. Bis zu 80 000 Menschen kämen an diesen Tagen. „Warum sollten wir denen vorschreiben, wie sie ihre Freizeit zu verbringen haben?“

Von einer „Gängelei der Händlerschaft“ sprach Egon Sündermann von der UWG. „Es geht doch nicht um Gewinnmaximierung, sondern um Verlustminimierung.“ Er schlug die Festschreibung der verkaufsoffenen Sonntage vor. Ein anderer Aspekt der „teilweise jahrzehntealten Veranstaltungen“ war Ingo Janson (CDU) wichtig: „Es gibt so viele Ehrenamtliche und Vereine, die an diesen Sonntagen ihre Kasse aufbessern, die muss man auch in den Fokus nehmen.“

Hermann-Josef Droege, der für die Industrie- und Handelskammer Siegen als beratendes Mitglied im Ausschuss sitzt, sagte, wenn man die Wertediskussion führe, müsse man auch über ganztägige Sportveranstaltungen an Sonntagen sprechen. Die verkaufsoffenen Sonntage seien ein „bescheidenes Angebot“.„Wasser in den Wein gießen“ wollte Werner Leis vom Deutschen Gewerkschaftsbund, der ebenfalls als beratendes Mitglied im Ausschuss sitzt: „Was ist der monetäre Vorteil? Es ist unverständlich, dass Wohl und Wehe des Einzelhandels von zehn Stunden im Jahr abhängen sollen.“ Dies sei eine Entscheidung für den Profit oder für die Menschen, die dann arbeiten müssten. Leis bezeichnete die verkaufsoffenen Sonntage für die Verkäufer als „unzumutbar“. Ausschussvorsitzender und Einzelhändler Werner Schulze (SPD) ärgerte sich über den Gewerkschafter: „Jeder Euro mehr oder weniger hat Einfluss auf die Zahl der Arbeitnehmer.“Axel Boldt (Grüne) appellierte, die Argumente von Kirchen und Gewerkschaften ernst zu nehmen. Zudem könne Siegen eine Vorreiterrolle als Kommune ohne verkaufsoffene Sonntage spielen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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