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Makler setzen auf Digitalisierung
Laptop an, Tür auf...

Immer mehr Makler bieten den Interessenten eine Besichtigung der Wohnung oder der Hauses auf digitalem Weg an, was besonders während der Corona-Krise gefragt ist. Archivfoto: damo
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sp Siegen. Kontaktlos und digital: Das sind zwei Stichwörter, die mit Beginn der Corona-Pandemie zunehmend an Bedeutung gewonnen haben. Einen Modernisierungs- und Digitalisierungsschub fordern jetzt auch führende Verbände und Unternehmen der Immobilienbranche angesichts der Krise. Sie haben sich zu einer Allianz zusammengeschlossen und ein Zehn-Punkte-Programm aufgestellt mit essenziellen Schritten, die von der Politik und der Wirtschaft zeitnah umgesetzt werden sollten.

Gefordert wird unter anderem die Anpassung des Widerspruchrechts, in dem Sinne, dass Vertragsparteien nicht von einem Mietvertrag zurücktreten können, weil sie das Objekt nur virtuell besichtigt haben.

sp Siegen. Kontaktlos und digital: Das sind zwei Stichwörter, die mit Beginn der Corona-Pandemie zunehmend an Bedeutung gewonnen haben. Einen Modernisierungs- und Digitalisierungsschub fordern jetzt auch führende Verbände und Unternehmen der Immobilienbranche angesichts der Krise. Sie haben sich zu einer Allianz zusammengeschlossen und ein Zehn-Punkte-Programm aufgestellt mit essenziellen Schritten, die von der Politik und der Wirtschaft zeitnah umgesetzt werden sollten.

Gefordert wird unter anderem die Anpassung des Widerspruchrechts, in dem Sinne, dass Vertragsparteien nicht von einem Mietvertrag zurücktreten können, weil sie das Objekt nur virtuell besichtigt haben. „Die Immobilienwirtschaft verpflichtet sich dazu, persönliche Wohnungsbesichtigungen auf ein Minimum zu reduzieren und virtuelle Besichtigungen massiv auszubauen. Trotzdem müssen Wohnungsbesichtigungen weiter möglich sein“, heißt es in dem Programm. Auch bei der Zusammenarbeit mit Institutionen, Behörden, Ämtern und Notaren wünschen sich die Vertreter der Immobilienbranche einen schnelleren und besseren Austausch und die Einsicht von Unterlagen über den digitalen Weg.

Für Frank Günther, Geschäftsstellenleiter „Von Poll Immobilien“ in Siegen, ist die Digitalisierung ein „Muss“. Drei Wochen lang hatte er aufgrund des Coronavirus sein Büro geschlossen, die Arbeit wurde ins Homeoffice verlegt. Zurückhaltend wurden die Menschen mit Beginn der Krise bei der Bewertung ihrer Immobilien, die durch den Makler angeboten wird. Bei den Käufen selbst habe es aber kaum Rückgänge gegeben, stellt Günther fest.

Nicht jeder kann ins Haus gelassen werden - auch nicht digital

Er hat ein junges Team, das am Anfang des Jahres vorgeschlagen hat, bei der virtuellen Besichtigung einzusteigen. Also habe er eine Kamera besorgt, Aufnahmen gemacht und dann virtuelle Touren durch die Immobilien angeboten, erzählt er. „Das war unser Glück, dass wir im Januar damit gestartet sind.“ Die digitalen Möglichkeiten ersparten viel Zeit, sagt er. Deshalb mache es Sinn, sie weiter auszubauen. Interessenten könnten eine bessere und schnellere Vorauswahl treffen. Eine ähnliche Meinung hat er auch, wenn es beispielsweise um Akten geht. Aufgrund der Corona-Krise sei man von heute auf morgen digital geworden, damit könne es jetzt weitergehen. Um eine Live-Besichtigung „kommen wir aber nicht umher“, sagt er. Übrigens: Um sich ein Haus oder eine Wohnung per Video anzusehen, benötigt es eine Registrierung. „Wir können die Leute nicht einfach ins Haus lassen“ – auch nicht auf digitalem Weg.“

Etwas weniger Interesse an Häusern und Wohnungen kurz nach dem Shutdown verzeichnete Inga Dömer, Büroleiterin von Engel und Völkers in der Siegener Oberstadt. Nach dem ersten Schock seien die Nachfragen aber wieder normal. Die Maklerin unterscheidet bei den digitalen Besichtigungen zwischen einem 360-Grad-Rundgang, einfachen Objektvideos und Live-Besichtigungen per Videoanruf, bei denen auch Fragen gestellt werden können. Weil die erste Möglichkeit „ein teures und aufwendiges Tool“ sei, bietet sie lediglich die beiden anderen an. Damit werden die Besichtigungen vor Ort und damit auch der Kontakt reduziert. „Das ist von unseren Kunden gut aufgenommen worden“, sagt Dömer. Auf digitalem Weg könnten auch andere Bereiche schneller abgewickelt werden, etwa bei Terminen mit mehren Personen.

Digitale Besichtigung: "Gut für den ersten Eindruck"

Auch in Zeiten von Corona bevorzugen die Kunden von Annika-Katrin Keßler, Geschäftleiterin von Bering-Immobilien in Siegen, eine Besichtigung vor Ort. Sie habe beispielsweise Videoanrufe angeboten, das sei aber nicht in Anspruch genommen worden. Einen Gang durch das Objekt per Video bewertet sie als „gut für den ersten Eindruck“, aber es sei in der Regel kein Ersatz. Ausnahmen könne es geben, beispielsweise, wenn ein Student von hier nach Berlin ziehen will und dringend eine Wohnung benötige. Dennoch: „Man sollte sich die Wohnung immer ansehen“, empfiehlt die Maklerin. Am Ende helfe es niemanden, wenn der Mietvertrag wieder gekündigt werden müsste.

Die Digitalisierung in der Immobilienbranche weiter voranzutreiben, hält Keßler für nicht zwingend notwendig. Viel könne per Anruf oder Mail geklärt werden, auch wenn es um wichtige Unterlagen gehe, sagt sie. Bedenken äußert sie auch zum Thema Sicherheit, denn schließlich gehe es um „sehr sensible Daten“. Das muss bei dem Wunsch nach mehr Digitalisierung mit berücksichtigt werden.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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