III. Weg demonstriert gegen Ausgangssperre
Laute Glocken gegen eine Handvoll Rechter

Fünf Aktivisten des III. Wegs demonstrierten in Siegen gegen die Ausgangssperre. Ihnen standen 100 Gegendemonstranten entgegen.
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mir Siegen. Drei Stunden vor der ersten Corona-Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr hat Siegen am Samstag erneut eine zahlenmäßig kleine Kundgebung des III. Wegs schadlos überstanden. Einer Handvoll (5) Aktivisten der rechtsradikalen Kleinstpartei standen am Kornmarkt, der Nikolaikirche und der Nikolaikirche 100 Gegendemonstranten gegenüber. Auch in den Arkaden beim Krönchencenter bzw. am Ende des Kornmarktes standen Passanten und staunten kopfschüttelnd oder mitleidig lächelnd den deutschnationalen Parolen.
Mitten in die Anti-Corona-Rede von Julian Bender läuteten lautstark die Nikolaikirchenglocken hinein, friedlich gemeinter Widerstand - gegen 18.30 Uhr wollte die  Gemeinde kundtun, dass die Kirchentüren offen stehen für alle. Bender seinerseits fand nur beleidigende Worte für die beiden Konfessionen und forderte offen zum Kirchenaustritt auf. Diese und weitere Provokationen konterten die Gegendemonstranten mit lauten Parolen, vornehmlich aus dem linken Spektrum.

III. Weg:  System ist schlimmer als das Coronavirus

Auffallend: Der III. Weg wollte die Parole unters Volk bringen, das System sei schlimmer als das Coronavirus. Ja, Julian Bender outete sich als eine Art Corona-Leugner.  Lediglich bei einem medizinischen Notfall sei das Virus eine ernste Gefahr, versuchte er die Lage zu verharmlosen. Die jetzt verhängte Ausgangssperre für Siegen und den übrigen Kreis sei eine willkürliche Maßnahme, "auf die sich unsere Landsleute nicht einlassen sollten". 
Mit der Demokratie hat Bender offenkundig ein dickes Problem. Demokratisch orientierte Menschen sind in seinen Augen "alle Verräter am deutschen Volk".  Seinen Zuhörern versprach er, "ich werde nie ein Demokrat sein". 

"Ihr seid unsere Schlächter"

Kaum dass Bender nach Worten suchte, skandierten die Gegendemonstranten: "Ihr seid unsere Schlächter, ihr seid Nazis." Das blieb unwidersprochen in der Luft. Die mit über 20 Kräften angerückten Polizei und das Ordnungsamt hatten die Lage voll im Griff. Übergriffe gab es nicht. Am Morgen schon hatte ein Polizeisprecher gegenüber der SZ erklärt: "Wir schaffen das mit eigenen Kräften." Die Veranstaltung des III. Wegs sei kurzfristig allein wegen der Ausgangssperre angemeldet worden.
Am Rande notiert: Oberhalb des Kundgebungsortes  am Geländer der Fissmer-Anlage hatten Gegendemonstranten großflächige Protestplakate aufgehängt. Auf Veranlassung des Ordnungsamtes und der Polizei mussten sie  vor Veranstaltungsbeginn abmontiert  werden, auch ein Banner musste von den Stufen der Rathaustreppe entfernt werden. In die so entstandenen Nischen rückten Polizisten vor, um beide Seiten auch räumlich zu trennen.
Beinahe unbeachtet blieb derweil eine Schmiererei am offiziellen Schriftzug: Alfred-Fissmer-Anlage. Offenbar in der Nacht von Freitag auf Samstag hatten Unbekannte die Buchstaben "ss" und das Wort "Anlage" mit weißer Farbe beschmiert.  Gut möglich, das lins-orientierte Kräfte da am Werk waren. Übrigens, nächsten Mittwoch wird im Rat der Stadt Siegen über den umstrittenen und mittlerweile geänderten Text auf einer Gedenktafel für Fissmer entscheiden.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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