Lebensmitteldiscounter baut auf Beton

Quast fertigt in Lindenberg Pfandcontainer für Supermarkt-Kette / Gute Grundauslastung

ch Lindenberg. Es dröhnt. Lärm füllt für Sekunden das Fertigbauteilwerk. Fürs Auge kaum sichtbar bewegt sich der schwere Tisch mit der Bauteilform. Er vibriert. Der flüssige Beton umschließt die Bewehrungseisen, schon glänzt die Wand grau, eben und glatt. Und dann befördert die Palettenumlauf-Anlage sie in die Trockenhalle. Ein paar Meter weiter lösen Mitarbeiter der Fertigbau Lindenberg Otto Quast GmbH & Co. KG eine weitere Wand aus der Verschalung. Sie wird bald schon Teil eines Pfandcontainers werden, der irgendwo in Deutschland einen Supermarkt ergänzen wird.

Denn Quast steht auf der so genannten Konditionierungsliste eines großen Lebensmitteldiscounters. Ab Mai gibt es nämlich bei der so genannten Dosenpfand-Regelung einige Änderungen. U.a. werden die Insellösungen beendet: Wer eine Getränkedose verkauft, muss alle pfandpflichtigen Dosen zurücknehmen. Dabei ist es gleich, ob es sich um eine Cola-, Eistee- oder Bierdose handelt, nur Säfte, Milch, Wein und »ökologisch vorteilhafte« Getränkeverpackungen sind ausgenommen. Das zwingt die Supermärkte und Discounter zum Handeln. Sie brauchen Pfanddosen- und -flaschen-Rücknahmestellen. Deshalb kamen bereits im November 2004 der Discounter, das Lindenberger Fertigbau-Unternehmen und etliche Wettbewerber in Sachen Pfandcontainer ins Gespräch. Nach einem Auswahlverfahren blieben nur zwei Unternehmen übrig, die nun auf der Liste stehen, wie Quast-Geschäftsführer Eckhard Otto erklärt. Wenn nun eine der bundesweit rund 2500 Filialen des Discounters mit einem Container nachgerüstet werden soll, gibt es nur zwei wesentliche Entscheidungen zu fällen: Soll die Pfandrücknahmestelle als Mauerwerk oder eben als Fertigbau errichtet werden? Und: Lautet die Antwort »Fertigbau«, dann gilt es zu klären, ob Quast den Liefer- und Montageauftrag erhält. Oder der Konkurrent.

Der heimische Mittelständler hofft, dass er auf diesem Wege bis zu 500 Stück der 16 Meter langen, 5 Meter breiten und 3 Meter hohen Container verkaufen kann. 60 Container in Fertigbauweise, die im Prinzip ein aus Fertiggaragen abgeleitetes Produkt sind, wurden bereits ausgeliefert und aufgestellt. 15 der demontierbaren Pfand-Container je Woche könnten die Lindenberger herstellen – die Palettenumlauf-Anlage in Südwestfalen und die Produktionsstraße am Schwesterstandort Coswig (bei Meißen) »garantieren solche Stückzahlen und einen hohen Vorfertigungsgrad«, berichtet Geschäftsführer Otto.

Bereits der bisherige Absatz habe einen »ordentlichen Beitrag« zu Auslastung und Umsatz des Fertigbauteil-Werkes im Jahr 2005 geleistet. In Lindenberg werden neben den Containern und Garagen auch Keller, Fassaden, Decken, Wände sowie Stahlbetonfertigteile und Spannbeton hergestellt. Daneben werden Projekte des schlüsselfertigen Industrie- bzw. Gewerbebaus abgewickelt. Etwa 22000 Kubikmeter Beton haben die 95 Mitarbeiter (darunter neun Auszubildende) im vergangenen Jahr verarbeitet. »So viel wie nie zuvor«, freut sich Otto.

Die Aussichten für die kommenden Monate? Der Geschäftsführer wagt noch keine Vorhersage. Er hofft auf den Aufschwung. Und einen hohen Absatz an Containern. Sein Blick fällt auf eine Wand, die gerade die Trockenhalle verlässt. Gleich wird sie wie die anderen zuvor aus der Verschalung befreit. Und bald schon wird sie – beschichtet und gestrichen – zusammen mit den anderen Wand- und Deckenteilen sowie fertig gefliesten Böden das Werk verlassen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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