Lebensnaher Bezug in der Forschung

kk Siegen. Drittmittel sind für Forscher, Projekte und Hochschulen unabdingbar geworden. In Nordrhein-Westfalen sind sie gar ein Kriterium für die Zuweisung leistungsorientierter Mittel. Froh können demnach diejenigen Universitäten sein, die möglichst viele drittmittelstarke Bereiche besitzen. Allzu viele sind das an der Universität Siegen nicht. Ein Garant für Gelder von außen ist neben dem Zentrum für Sensorsysteme (ZESS) die Wirtschaftsinformatik. Geformt wurde diese von Prof. Dr. Manfred Grauer.

Aber auch später hinzugekommene Wissenschaftler weisen stattliche Erfolge vor. So beispielsweise Prof. Dr. Volker Wulf, studierter Informatiker und Betriebswirt. In Siegen hat er den Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien inne und fungiert zudem als geschäftsführender Direktor des Instituts für Medienforschung. Im vergangenen Jahr warben er und sein Team Drittmittel in Höhe von rund 5 Mill. Euro ein. Diese verteilen sich auf neun Projekte. Insgesamt vier davon werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert, eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, eines vom Land NRW, zwei von der Europäischen Union und eines vom Zentrum für die Transformation der Bundeswehr.

  Der Medieninformatiker, der auch am Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik in St. Augustin tätig ist, ist davon überzeugt, „dass man neue Dinge auch mit geringeren Ressourcen starten kann“. Bestes Beispiel sei eben die Wirtschaftsinformatik an der Universität Siegen. Wulf selbst bevorzugt Projekte an Schnittstellen zwischen Kulturwissenschaften, Informatik und Ingenieurwissenschaften, die zudem einen lebensnahen Bezug haben. Hier sieht er eine Chance für die heimische Hochschule, sich bundesweit zu platzieren.

Diese „neue Art, Informatik zu denken“, ist seiner Meinung nach ausbaufähig: „Die gelebte Kooperation zwischen Geistes- und Ingenieurwissenschaften sowie der Informatik bietet Chancen.“ Und weiter: „Wir brauchen neue, interessante, interdisziplinäre Themen.“ An einer kleinen Uni könne man Dinge besser bewegen. Bereits jetzt gibt es faszinierende Schnittstellen-Projekte. So arbeiten Wulf und sein Team daran, ausgehend von der Einsatzrealität von Feuerwehrleuten, eine neue Navigation und Kommunikation mittels RFID-Technologie zu konzipieren (die SZ berichtete). Ebenso wird eine Konzeption für eine Krisenkommunikation im Rahmen der Sicherheitsforschung erstellt. Im Auftrag der Bundeswehr untersuchen die Siegener die Wirksamkeit von Medien in anderen Kulturen – hier speziell in Afghanistan.

Wulf: „Die neuen Technologien formen soziale Systeme. Sie durchdringen unser Leben vollständig.“ Diese Tatsache biete vielfältige Forschungsmöglichkeiten. Aus sich abzeichnenden gesellschaftlichen Entwicklungen heraus könnten innovative Technologien designt werden, die dann wieder auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden müssten. Wulf: „Die Universität Siegen ist auf diesem Gebiet ganz vorne dabei.“ Ein Blick nach vorn: „Wir könnten versuchen, Siegen auf die Bildungs- und Forschungslandkarte zu bringen.“ Nicht zuletzt aus diesem Grund soll zum Wintersemester ein neuer Master-Studiengang „Human Computer Interaction“ starten.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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