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Corona kostet über eine halbe Million Euro
Leere Parkhäuser machen KEG zu schaffen

Die Zahl der an der Siegerlandhalle gebührenpflichtig parkenden Autos ist absolut überschaubar. In der rechten Ecke des Parkplatzes will die Stadt Siegen ein mehrstöckiges Parkhaus bauen.
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  • Die Zahl der an der Siegerlandhalle gebührenpflichtig parkenden Autos ist absolut überschaubar. In der rechten Ecke des Parkplatzes will die Stadt Siegen ein mehrstöckiges Parkhaus bauen.
  • Foto: Kay-Helge Hercher
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

mir Siegen. Corona hat das Parken in der City nachhaltig beeinflusst, kein Zweifel. Die nur spärlich vorhandene Kundschaft in den wenigen geöffneten Shops mit Systemrelevanz kann sich praktisch das Parkhaus und die Etage aussuchen, freie Stellplätze sind überall garantiert. Mehr noch: Rund um die Siegerlandhalle parken ab und zu einige Autofahrer, meist herrscht Leere.
Für die Stadt Siegen und ihre Tochtergesellschaft KEG hat das Folgen: Selbst in der Vorweihnachtszeit hat es keine Rückstaus wegen Überfüllung gegeben. Stadtkämmerer Wolfgang Cavelius, zugleich Geschäftsführer der KEG, bezeichnet die Lage als eine ernste Sache: „Wenn ich allein auf das letzte halbe Jahr blicke, sehen die Zahlen nicht gut aus. 500.000 bis 600.000 Euro wird das Minus pro Jahr betragen, davon gehe ich aus.

mir Siegen. Corona hat das Parken in der City nachhaltig beeinflusst, kein Zweifel. Die nur spärlich vorhandene Kundschaft in den wenigen geöffneten Shops mit Systemrelevanz kann sich praktisch das Parkhaus und die Etage aussuchen, freie Stellplätze sind überall garantiert. Mehr noch: Rund um die Siegerlandhalle parken ab und zu einige Autofahrer, meist herrscht Leere.
Für die Stadt Siegen und ihre Tochtergesellschaft KEG hat das Folgen: Selbst in der Vorweihnachtszeit hat es keine Rückstaus wegen Überfüllung gegeben. Stadtkämmerer Wolfgang Cavelius, zugleich Geschäftsführer der KEG, bezeichnet die Lage als eine ernste Sache: „Wenn ich allein auf das letzte halbe Jahr blicke, sehen die Zahlen nicht gut aus. 500.000 bis 600.000 Euro wird das Minus pro Jahr betragen, davon gehe ich aus.“

Durchgangsparker fehlen in der Pandemie

Die Misere hat rundum zu tun mit der Pandemie, die sogenannten Durchgangsparker fehlen in den Parkhäusern. Leute, die für zwei Stunden in der Stadt einkaufen gehen oder einfach nur durch die Geschäfte bummeln, um sich an den Modetrends des nächsten Sommers zu erfreuen. Darf ja keiner mehr, alle Boutiquen sind im Corona-Lockdown. Und wegen einer Imbiss-Wurst kommt keiner mit dem Auto in die Innenstadt gefahren. „Wir hoffen auf ein paar Dauerparker mehr“, gibt Cavelius nicht auf.

Uni-Projekt fordert zusätzliche Kapazitäten

Trotz der negativen Zahlen stecken die Verantwortlichen bei der KEG die Köpfe nicht in den Sand. Das Groß-Projekt „Uni kommt in die Stadt“ soll und muss seriös durchgeplant werden. Ein Campus zusätzlich am Löhrtor, ein zweiter Campus in der Friedrichstraße. Weil allen Beteiligten längst sonnenklar ist, dass die vorhandenen Parkhäuser für die Vielzahl der Studierenden und vor allem die große Zahl der Uni-Mitarbeiter nicht ausreichen werden, sucht die KEG nach Lösungen: „Um die 1000 Parkplätze zusätzlich müssen es schon sein“, meint Cavelius. Alles natürlich mit Blick auf eine Vollauslastung in der Nach-Corona-Ära.

Hoffen auf intelligente Transportsysteme

Parallel bleibt die Hoffnung, wie in großen Großstädten (Köln oder Düsseldorf) intelligente Transportsysteme mit Leih-Rädern und -Rollern an den Start zu bringen. Mangels ausreichender Kundschaft scheuen sich bisher bekannte Anbieter, auch in Siegen derartige Angebote zu unterbreiten.
Eine Teil-Lösung hat längst Konturen, in der äußersten Ecke der Parkflächen an der Siegerlandhalle kann und soll ein Parkhaus gebaut werden. Vor zwei Jahren hat der Bauausschuss schon darüber beraten. Damals ging es vordergründig um mehr Parkraum für Konzerte, Events und dergleichen.
Jetzt schlägt die KEG den Bogen zu den Bedarfen der Universität. Cavelius hat zum Standort keine gravierenden Bedenken. Von der Halle zur Uni kann jeder laufen oder die unmittelbar vorhandene Bushaltestelle bis zum Kölner Tor nutzen, besser geht es kaum. Cavelius: „Das Bebauungsplanverfahren müssen wir natürlich noch auflegen.“

Sanierung des Panorama-Außenaufzugs

Einziger Knackpunkt an der Siegerlandhalle: „Wir können nicht beliebig in die Höhe bauen.“ Sechs Parketagen wie an Reichwalds Ecke werden an der Siegerlandhalle kaum genehmigt werden.
Vielmehr richten die Planer alle Blicke in den Sektor nördlich der Friedrichstraße: In fußläufiger Reichweite sollte bzw. müsste ein zweites Parkhaus gebaut werden. Größere Freiflächen sind nicht vorhanden. Es sei denn, man schaut sich bis zur Sieghütte nach Leerständen oder kaum genutzten Arealen nahe der HTS um. Cavelius: „Wir sind in Gesprächen, aber darüber lässt sich noch nichts sagen.“
Das jährliche Einnahme-Minus von mehr als 500.000 Euro im Rücken, lenkt die KEG dennoch den Blick nach vorne und investiert 300.000 Euro in die Sanierung des Panorama-Außenaufzugs, der seit dem Januar 2019 stillgelegt ist. Ein Sturm fegte in jenen Tagen übers Land, Regenwasser drang in die Elektronik ein. Sozusagen wirtschaftlicher Totalschaden. „Das Ding ist schrottreif“, sagt Cavelius. Bisher hat man sich mit dem Innenaufzug an der Pkw-Zufahrt beholfen. In ein paar Wochen soll der neue Außenaufzug fertig sein und die Nutzer mit herrlichen Ausblicken auf das Siegufer verwöhnen.

Die Zahl der an der Siegerlandhalle gebührenpflichtig parkenden Autos ist absolut überschaubar. In der rechten Ecke des Parkplatzes will die Stadt Siegen ein mehrstöckiges Parkhaus bauen.
Der Panorama-Außenaufzug am Parkhaus Reichwalds Ecke wird aktuell für 300.000 Euro repariert.
Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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