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Angeklagte aus Wittgenstein gesteht Angriff
Leid des Ex-Manns im Sinn

Im Fall der Frau aus Erndtebrück, die Ende 2018 mit einem Hammer und einem Küchenmesser auf ihren damaligen Ehemann losging, soll am Montag das Urteil gesprochen werden.
  • Im Fall der Frau aus Erndtebrück, die Ende 2018 mit einem Hammer und einem Küchenmesser auf ihren damaligen Ehemann losging, soll am Montag das Urteil gesprochen werden.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

mick Siegen. Im Fall der Frau aus Erndtebrück, die Ende 2018 mit einem Hammer und einem Küchenmesser auf ihren damaligen Ehemann losging, soll am Montag das Urteil gesprochen werden. Der zweite Verhandlungstag am Donnerstag war kurz, beschränkte sich auf die Plädoyers und das letzte Wort. Die Anträge lagen nicht weit auseinander – in beiden kommt das Wort Bewährung vor. Zudem viel Anerkennung für das Verhalten der Angeklagten.

Staatsanwalt Fabian Glöckner forderte sieben Monate auf Bewährung. Er sah die zuvor erhobenen Vorwürfe bestätigt und berücksichtigte die mehr als ungewöhnlichen Umstände des Geschehens: Die Angeklagte hatte gestanden und sich zudem mit ihrem früheren Partner – trotz der erfolgten Scheidung – ausgesprochen und ausgesöhnt.

mick Siegen. Im Fall der Frau aus Erndtebrück, die Ende 2018 mit einem Hammer und einem Küchenmesser auf ihren damaligen Ehemann losging, soll am Montag das Urteil gesprochen werden. Der zweite Verhandlungstag am Donnerstag war kurz, beschränkte sich auf die Plädoyers und das letzte Wort. Die Anträge lagen nicht weit auseinander – in beiden kommt das Wort Bewährung vor. Zudem viel Anerkennung für das Verhalten der Angeklagten.

Staatsanwalt Fabian Glöckner forderte sieben Monate auf Bewährung. Er sah die zuvor erhobenen Vorwürfe bestätigt und berücksichtigte die mehr als ungewöhnlichen Umstände des Geschehens: Die Angeklagte hatte gestanden und sich zudem mit ihrem früheren Partner – trotz der erfolgten Scheidung – ausgesprochen und ausgesöhnt. Ihr Alkoholproblem hat sie inzwischen als solches angenommen und sich auf mehrere Therapien eingelassen, die immer noch anhalten.

57-jährige Frau aus Wittgenstein ist nicht vorbestraft

Die 57-jährige Frau aus Wittgenstein ist nicht vorbestraft und hat aus Sicht des Anklagevertreters seit dem Vorfall eindrücklich bewiesen, dass sie keine Gefahr mehr für ihre Umwelt darstellt. Er zitierte Gutachter Dr. Bernd Roggenwallner, dass die Angeklagte an jenem Abend nach dem Konsum von reichlich Wein in Kombination mit einem Beruhigungsmittel unter einer Misch-Intoxikation gestanden habe und stark berauscht gewesen sei. Das bedeute eine eingeschränkte Schuldfähigkeit, was zu einer geringeren Strafe führen müsse. Als Auflagen beantragte der Staatsanwalt die Beiordnung eines Bewährungshelfers und die Anweisung, die laufende ambulante Alkoholtherapie nicht gegen ärztlichen Rat zu beenden.

Die einsichtige Angeklagte stimmte sofort zu. „Ich bin ruhiger geworden. Ich war noch nie so nah bei mir“, erklärte sie in ihrem letzten Wort. Die Therapie helfe ihr: „Wir haben schon vieles besprochen“, anderes müsse noch aufgearbeitet werden. Aber sie fühle sich gut.

Anwältin Monika Tropp erklärte, sie könne sich den Ausführungen des Staatsanwaltes grundsätzlich anschließen. Sie verwies auf die Vorgeschichte, auf die Alkoholprobleme der Angeklagten, die den Ehemann entfremdet und zu anderen Frauen getrieben hätten. Die Mandantin sei eifersüchtig und verzweifelt gewesen, habe ihren „Ex“ „leiden lassen wollen, wie sie selbst litt. Wie ein Tier“.

Eingetretener Wandel in der Einstellung

Ihre Absicht sei keine schwere Verletzung gewesen, „sondern ein Hilferuf“. Er habe sehen und anerkennen sollen, wie schlecht es ihr ging, führt Monika Tropp aus. Die Juristin verwies auf den mittlerweile eingetretenen Wandel in der Einstellung der Angeklagten, der vom Ex-Mann und Betreuer und auch den gehörten Töchtern bestätigt worden sei. Heute könne sie etwa erkennen, dass ihr Mann es an ihrer Seite nicht sehr leicht gehabt habe.

"Ich bin ruhiger
geworden. Ich war noch
nie so nah bei mir."

Angeklagte
zu ihrer Situation heute

Sie legte sich auf ein Strafmaß von sechs Monaten fest und geht davon aus, dass ihre Mandantin keinen Bewährungshelfer braucht. Die Frau habe einen Berufsbetreuer, die Therapeutin und eine weitere Ansprechpartnerin durch das ambulante betreute Wohnen, für das sie sich ebenfalls freiwillig entschieden habe. So gebe es bereits ein Netz kompetenter Ansprechpartner.

Autor:

SZ Redaktion aus Siegen

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