Leiser Klang der Formen

Die Kleeblattform über dem Hauptportal der Martinikirche nimmt der Münsteraner Künstler Ekkehard Neumann in seinen Eisenblecharbeiten auf und stellt eine Verbindung zwischen außen und innen her.  Foto: zel
  • Die Kleeblattform über dem Hauptportal der Martinikirche nimmt der Münsteraner Künstler Ekkehard Neumann in seinen Eisenblecharbeiten auf und stellt eine Verbindung zwischen außen und innen her. Foto: zel
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zel Siegen. „Kleines skulpturales Programm für die Martinikirche“ heißt die Ausstellung von Ekkehard Neumann, die morgen um 12 Uhr in der Siegener Martinikirche eröffnet wird. „Klein“ darf man ruhig wörtlich nehmen, denn die Eisenblech-Kunstwerke des Münsteraner Künstlers drängen sich nicht auf, sondern halten sich sehr zurück. Wer den Blick über die Wände schweifen lässt, bleibt an geometrischen Formen hängen, die „nicht über sich hinausweisen“ wollen, wie der Bildhauer sagt. Sie stehen also für nichts anderes, nehmen aber im weitesten Sinne Bezug auf die vorgefundene Architektur.

Neumann, Vorsitzender des Westdeutschen Künstlerbundes, hat sein „kleines Programm“ nicht für die Martinikirche gearbeitet, sie aber vorab genau studiert und fotografiert und aus verschiedenen Werkgruppen Arbeiten für die Kirche zusammengestellt. Am schönsten gelingt ihm die Bezugnahme auf Vorhandenes mit den Positiv- und Negativformen der „Kleeblätter“, die in Verbindung mit dem Dreipass im steinernen Portal über dem Haupteingang stehen. So stellt er eine Beziehung zwischen außen und innen her.

Eine Beziehung zu den Eisenguss-Grabplatten (auf der rechten Seite, vom Hauptportal aus gesehen) nimmt eine geometrische Figur über das Material auf. Sie verweist gleichzeitig auf das Muster aus Quadraten im Boden. „Der Klang der Formen“ – dieses Bild benutzt Neumann öfter – sei universell, die jeweilige Setzung, eben hier in der Martinikirche, habe etwas mit Inszenierung zu tun. Dann sind die Formen eben nicht nur Formen, sondern verweisen auch auf die Umwelt, in der sie stehen.

Neumanns Kunst klingt leise. Dies scheint ihm angemessen in diesem Raum, den er „so wunderbar“ findet. Etwas Größeres, Schwereres hätte er sich nicht vorstellen können. Für die Gottesdienstbesucher, die im Halbrund links vor dem Altar sitzen, hat er eine Wand mit kleinen Arbeiten gestaltet – in einer Art Kabinett.

Seine „Wasserfarbenblätter“, Aquarell-Arbeiten auf Büttenpapier, im hinteren linken Teil der Kirche ausgestellt, greifen die Strukturen der plastischen Arbeiten auf, aber ganz leicht, ganz zart – und noch unaufdringlicher als die geometrischen Formen an den Wänden, die sich in dem großen Raum, der dem Auge so viel anderes zu schauen bietet, etwas verlieren. Aber wer suchet, der findet – und kann bis zum 27. September den Klang der Formen erlauschen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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