»Lenin« sorgte für Besucherrekord

Siegener Open-Air-Kino: »Ein Chef zum Verlieben« wird am nächsten Dienstag wiederholt

sz/dpa Siegen. Am vergangenen Freitag startete mit Roman Polanskis »Der Pianist« zum sechsten Mal das Siegener Open-Air-Kino auf dem Schlossplatz des Unteren Schlosses. Rund 1000 Besucher waren in die Oberstadt gekommen, um sich den Eröffnungsfilm unter freiem Himmel nicht entgehen zu lassen. Der große Zuschauerzustrom übertraf selbst die kühnsten Erwartungen der städtischen Kulturabteilung.

Doch wie sich herausstellen sollte, war dies erst die »Generalprobe« für den nächsten Filmabend, denn am Samstag brach der Ostalgie-Film »Good Bye, Lenin!« alle Besucherrekorde. »Nach den Erfahrungen vom Vortag hatten wir uns schon auf einen enormen Andrang eingerichtet«, so Martin Horne, Projektleiter für die städtische Kulturabteilung, »schließlich haben wir über Nacht noch 200 zusätzliche Sitzmöglichkeiten organisiert – aber mit so einem Ansturm haben wir dann selber nicht gerechnet.«

Die Besucherschlange reichte vom Schlossplatz bis weit in die Kölner Straße hinauf. Und mit über 1600 Besucher fanden rund 100 Zuschauer mehr einen lauschigen Platz im Innenhof des Unteren Schlosses, als 1999 beim Bundesstart von »Wild Wild West«, der damals in Kooperation mit dem Apollo-Kino gezeigt wurde.

Dabei ist das immense Interesse der Siegener an »Good Bye, Lenin!« kein regionales Phänomen. Dank des Kassenschlagers befindet sich der deutsche Film weiter im Aufwind. Mit einem Marktanteil von 16,1 Prozent verzeichneten die einheimischen Kino-Produktionen nach Angaben der Filmförderungsanstalt (FFA) im ersten Halbjahr 2003 das beste Ergebnis der vergangenen sechs Jahre (2002: 13,1 Prozent). Trotz des Erfolgs deutscher Filme mussten die Kinobetreiber im ersten Halbjahr jedoch sinkende Besuchs- und Umsatzzahlen hinnehmen.

Von den insgesamt 11,3 Millionen Besuchern deutscher Kinofilme sahen allein mehr als die Hälfte Wolfgang Beckers DDR-Komödie. Erfolgreich waren außerdem »Das fliegende Klassenzimmer« und »Anatomie 2«. Mit 71,3 Millionen Kinogängern (Vorjahreszeitraum 80,4) verzeichneten die Filmtheater ein Minus von 11,3 Prozent. Der Umsatz ging um 12,5 Prozent auf 414,5 Mill. e zurück.

Gründe für den Besucherrückgang seien die außergewöhnliche Wetterlage mit dem Jahrhundertsommer und das weitaus schwächere Filmangebot als im vorigen Halbjahr. Aber auch die allgemeine wirtschaftliche Situation mit ihren rezessiven Auswirkungen und die digitale Piraterie mit den Spielfilm-Vervielfältigungen sind laut FFA verantwortlich für das schlechte Ergebnis. Der durchschnittliche Eintrittspreis für eine Kinokarte ging von 5,89 Euro auf 5,81 Euro zurück.

Bemerkenswert sind laut FFA auch die Auslandsergebnisse deutscher Produktionen: »Nirgendwo in Afrika« wurde in 73 Länder, »Good Bye, Lenin!« in 62 und »Bella Martha« in 56 Länder verkauft. Dabei werde nicht nur in Deutschland, sondern beispielsweise auch in Frankreich mit 87,8 Millionen Zuschauern und einem Minus von 9,3 Prozent ein erheblicher Besucherrückgang im ersten Halbjahr festgestellt. Ähnliches gelte für die USA mit einem Minus von 6 Prozent, erklärte die FFA.

Leider hatte das Wetter den Veranstaltern des Siegener Open-Air-Kinos am Sonntag mit Regen und Sturm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nachdem der Film »Ein Chef zum Verlieben« zur gewohnten Uhrzeit um kurz nach halb zehn begonnen hatte, musste die Vorstellung wegen der widrigen Wetterbedingungen abgebrochen werden. Er soll aber am Dienstag, 26. August, wiederholt werden. Selbstverständlich behalten die Eintrittskarten vom 17. August ihre Gültigkeit.

Am heutigen Mittwoch geht das Open-Air-Kino mit dem neusten Jack-Nicholson-Film »About Schmidt« in die vierte Runde. Karten gibt es wie immer an der Konzertkasse der Siegener Zeitung, Telefon (0271) 5940 - 350. Wie die städtische Kulturabteilung außerdem mitteilte, haben die Begleitpersonen von Schwerbehinderten (mit Hinweis auf Notwendigkeit der Begleitung im Ausweis) generell freien Eintritt zum Open-Air-Kino.

Bis zum Abschluss der Veranstaltungsreihe sind im Einzelnen zu sehen: »Grabgeflüster« (21.), »About a boy« (22.), »Catch me if you can« (23.), »Hero« (24.), »No man's land« (27.), »Die Wutprobe« (29.), »Matrix Reloaded« (30.) und »Liegen lernen« (31.). Eine weitere Ausgabe der Reihen »Siegen ist filmreif« gibt es am 28. August.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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