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Corona-Sperrstunde für Gastronomiebetriebe
„Letzte Runde“ um 22.30 Uhr

Der Herbst hat Einzug gehalten, draußen ist es nicht mehr besonders gemütlich. Rein ins Warme ist aber ab 23 Uhr ebenfalls nicht mehr möglich – der Kreis Siegen-Wittgenstein ist Corona-Risikogebiet, für die Gastronomie gilt ab 23 Uhr eine Sperrstunde.
  • Der Herbst hat Einzug gehalten, draußen ist es nicht mehr besonders gemütlich. Rein ins Warme ist aber ab 23 Uhr ebenfalls nicht mehr möglich – der Kreis Siegen-Wittgenstein ist Corona-Risikogebiet, für die Gastronomie gilt ab 23 Uhr eine Sperrstunde.
  • Foto: Christian Hoffmann
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sp Siegen. Der kritische Inzidenzwert im Kreis Siegen-Wittgenstein ist überschritten. Ab diesem Samstag gelten nicht nur die bestehenden Vorgaben aus der „Gefährdungsstufe 1“, sondern auch die schärferen Maßnahmen der zweiten Stufe. Und wieder trifft es die Gastronomiebetriebe. Sie müssen um 23 Uhr ihre Türen schließen und die Gäste früher nach Hause schicken. „Das ist die Phase, in der es für uns los geht“, sagt Michael Kämpf, Inhaber der Kneipe Onkel Toms Hütte in der Siegener Oberstadt. „Wir haben relativ lange offen, schließen auch mal um 4 oder 5 Uhr, je nach dem, wie viel Betrieb ist.“ Jetzt aber heißt es um 22.30 Uhr „letzte Runde“. Eine halbe Stunde später muss das Lokal geräumt sein, nur noch Mitarbeiter dürfen sich dann dort aufhalten.

sp Siegen. Der kritische Inzidenzwert im Kreis Siegen-Wittgenstein ist überschritten. Ab diesem Samstag gelten nicht nur die bestehenden Vorgaben aus der „Gefährdungsstufe 1“, sondern auch die schärferen Maßnahmen der zweiten Stufe. Und wieder trifft es die Gastronomiebetriebe. Sie müssen um 23 Uhr ihre Türen schließen und die Gäste früher nach Hause schicken. „Das ist die Phase, in der es für uns los geht“, sagt Michael Kämpf, Inhaber der Kneipe Onkel Toms Hütte in der Siegener Oberstadt. „Wir haben relativ lange offen, schließen auch mal um 4 oder 5 Uhr, je nach dem, wie viel Betrieb ist.“ Jetzt aber heißt es um 22.30 Uhr „letzte Runde“. Eine halbe Stunde später muss das Lokal geräumt sein, nur noch Mitarbeiter dürfen sich dann dort aufhalten. Das den Gästen zu erklären, werde schwierig, weiß der Wirt, der von seiner Kneipe lebt.

Corona-Sperrstunde ab 23 Uhr

Am Freitagmorgen wurde Kämpf vom Ordnungsamt informiert, dass er am Abend um 24 Uhr schließen muss und ab Samstag um 23 Uhr. Außerdem dürfen nur noch maximal fünf Personen oder Personen aus zwei Haushalten an einem Tisch sitzen. Besonders jetzt in der kalten Jahreszeit will der Wirt sein Angebot erweitern, einen Pavillion aufbauen und Heißgetränke verkaufen. Er überlegt auch, ob er die Öffnungszeiten nach vorne verlegt, um 14 oder 15 Uhr öffnet. „Damit wir vielleicht ein bisschen was ausgleichen können.“ Schon mit den Regeln vor der Gefährdungsstufe 2 musste Kämpf etwa 60 Leute an einem Freitag- oder Samstagabend wegschicken, „dann kann man sich überlegen, wie groß der Verlust ist“. „Es konnte kaum schlimmer kommen, aber wir haben gewusst, dass es so kommt.“ Was ihn ärgert: „Die Gastronomie ist nicht schuld.“ Es seien vor allem die privaten Feiern und Reiserückkehrer gewesen, die dafür gesorgt hätten, dass die Zahlen gestiegen seien. Und er glaubt, dass sie weiter steigen, weil sich die Leute jetzt zu Hause treffen und keiner kontrolliert.

"Der halbe Abend fällt für uns weg"

Im „Früh bis spät“ in der Siegener Unterstadt „haben wir um 23 Uhr unsere Stoßzeit“, sagt Tina Hemmati, Leiterin des Restaurants, das jetzt drei bis vier Stunden vor der normalen letzten Runde zumachen muss. „Wir haben auch mal bis 3 Uhr geöffnet, wenn die Gäste durstiger sind. Der halbe Abend fällt für uns weg und damit die Arbeitsstunden, der Umsatz und auch das Trinkgeld für die Werkstudenten.“ Die verdienen sich zum Teil ihren Lebensunterhalt mit der Arbeit neben dem Studium. Weniger Stunden bedeutet für die Studenten ganz einfach weniger Geld. Bereits mittags zu öffnen mache für sie aber keinen Sinn, sagt Hemmati, aber man überlege, die Happy Hour nach vorne zu verlegen.

Hoffen auf Verständnis der Gäste

„Uns macht es traurig, dass wir so früh schließen müssen“, sagt Kathrin Fiolka, stellv. Betriebsleiterin im Siegener Café Extrablatt. „Wir haben uns vorbildlich verhalten, dass man jetzt die Quittung als erstes bekommt, ist ärgerlich.“ Normalerweise hätte das Extrablatt bis 3 Uhr morgens geöffnet. Wenn viele andere Gastronomiebetriebe in der Siegener Innenstadt geschlossen hätten, seien die Leute noch zu ihnen gekommen, sagt Fiolka. Jetzt muss um 23 Uhr alles fertig sein, die Gäste müssen bereits eine halbe Stunde früher die letzten Schlucke zu sich nehmen und zahlen. „Wir versuchen, das so mitzuteilen, dass jeder Verständnis hat“, sagt Fiolka.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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