Letztes Konzert mit Leskowitz

 Die Salzburger Solisten um Luz Leskowitz zeigten beim Abschlusskonzert der 42. Musikfestwoche noch einmal ihr ganzes Können! Foto: gmz
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gmz - „Jetzt spielen wir mit Herz“: Was Mette Hanskov in Anlehnung an Luz Leskowitz‘ künstlerisches Credo formulierte, traf auf das gesamte Abschlusskonzert der 42. Internationalen Musikfestwoche auf Schloss Berleburg im gut besuchten Konzertsaal des Schlosses am Sonntag voll und ganz zu (ohne dass „Herz“ euphemistisch Können ersetzt hätte!). Für Luz Leskowitz war es der letzte Auftritt bei der Festwoche und in Bad Berleburg, denn die Kulturgemeinde Bad Berleburg wird ab der kommenden Saison die Gestaltung der Festwoche in eigene Regie nehmen (wir berichteten). Mette Hanskov nahm das zum Anlass, ihrem Mentor Luz Leskowitz, der sie 1979 zum ersten Mal mit den Salzburger Solisten zur Festwoche eingeladen hat, zu danken: „Ich habe viel gelernt“, betonte sie, auch im Namen ihrer Kollegen. Und ergänzte: „Kein Publikum auf der Welt hat so viele Kontrabass-Konzerte gehört wie das Berleburger!“ Und dann zeigte sie bei Giovanni Bottesinis Grand Duo Concertant für Violine, Kontrabass und Streicher im Zusammenspiel mit Luz Leskowitz (Violine), warum das so war!

Die beiden Solisten, flankiert von MinJung Kang, Elena Issaenkova und Antje Dampel sowie Irina Smirnova und Andreas Brantelid, spielten mit „Herz“ und „Herzblut“ das Allegro maestoso. Es war ein Klanggebilde voll Verve und Virtuosität, mit viel Aufmerksamkeit füreinander gespielt, geprägt von traumhaft sicheren und leichten Läufen (auch beim oft so schwerfällig wirkenden Kontrabass – aber da zeigte sich eben Mette Hanskovs ganze Klasse!), mit wilden Ausbrüchen und ungemein filigranen Melodien, mit spielerisch experimentellen Disharmonien und warmem Schmelz, mit Witz und romantisch großer Geste, mit Spielfreude und Klangseligkeit.

Am Anfang des Abends stand Haydns bekanntes Konzert für Violoncello und Streicher in D-Dur, op. 101 Hob VIIb:2, bei dem Brantelid wieder einmal als Solist zu hören war, zur Freude aller Zuhörer. Die Salzburger Solisten (Luz Leskowitz, MinJung Kang, Antje Dampel, Irina Smirnova und Mette Hanskov) und Andreas Brantelid boten eine zarte, zwischen beseeltem Klangglück und fragender Klanggestaltung angesiedelte Interpretation, die diesem oft mit sehr viel draufgängerischer Unbekümmertheit dargebotenen Stück faszinierenden Tiefgang verlieh.

Den Abschluss des Konzertes bildete Johannes Brahms‘ überaus modern anmutendes Quintett für zwei Violinen, zwei Violen und Violoncello in G-Dur op. 111 mit Luz Leskowitz, MinJung Kang, Elena Issaenkova, Antje Dampel und Andreas Brantelid. Auch hier stand die (technisch fordernde und gekonnt bewältigte) Suche nach „der Harmonie“ im Zentrum, verhalten oder (ver)zweifelnd, schwelgend draufgängerisch oder von zarter Heiterkeit, lebhaft und befreit, lieblich und witzig, mit pointiertem Schluss.

Der begeisterte Beifall des Publikums bestätigte die gute Wahl dieses Abschlussprogramms! Der große Applaus des Dankes für die Arbeit von Leskowitz, der von Otto Marburger, dem Vorsitzenden der Berleburger Kulturgemeinde, als Leiter der Festwoche verabschiedet wurde (die Schirmherrin der Festwoche, IKH Prinzessin Benedikte, und Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann hatten Leskowitz im privaten Rahmen gedankt) besiegelte das Ende einer Ära. – Die Festwoche aber geht weiter, vom 6. bis 12. Juli 2015.

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