Fünfjähriges Mädchen sucht dringend Stammzellenspender
Lia kämpft gegen die bösen Zellen im Blut

Die kleine Lia (r.) kämpft um ihr Leben. Ihre Familie steht ihr bei: Bruder Ben, Papa Michael, Zwillingsschwester Ella und Mama Tina (v.l.).
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  • Die kleine Lia (r.) kämpft um ihr Leben. Ihre Familie steht ihr bei: Bruder Ben, Papa Michael, Zwillingsschwester Ella und Mama Tina (v.l.).
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tip/sz Eisern. Manchmal nuckelt Lia immer noch ganz verträumt an ihrem Daumen. Dann entschweben ihre Gedanken. Vielleicht sieht sich selbst auf einem Pferd reiten. Das ist ihre große Leidenschaft. Vielleicht sieht sie sich aber auch auf einer großen Bühne. Singend. Mit echtem Mikrofon in der Hand und nicht mit der Taschenlampe, die sie sonst zu Hause in Eisern immer dafür nimmt. Vielleicht träumt sie aber auch einfach nur davon, wieder mit ihrer Zwillingsschwester Ella, mit Bruder Ben, Papa Michael und Mama Tina ein Eis essen zu gehen. Für die Fünfjährige wäre schon das ein riesengroßer Schritt. Sie liegt seit fünf Wochen zusammen mit ihrer Mutter in der Uniklinik in Gießen. Die Diagnose: akuter Blutkrebs. Lia braucht jetzt dringend einen Stammzellen-Spender.

"Eine solche Diagnose bedeutet Verzweiflung pur.
Es ist der absolute Kontrollverlust."

Tina
Mutter

„Lia macht das ganz toll”, ist Mama Tina stolz auf ihre Kleine. Das sonnige Gemüt und den Spaß am Leben lässt sie sich nicht nehmen. „Obwohl es natürlich auch weniger gute Tage gibt. Bei dem tollen Wetter und gerade jetzt, wo man ja auch wieder mehr unternehmen dürfte”, sagt Tina. Doch statt Ausflügen ins Freibad gibt es stattdessen Bibi&Tina in Dauerschleife oder eine Runde Memory auf dem Nachttisch.

Herzzerreißende Angelegenheit für alle Beteiligten

Ihr Krankenhauszimmer hat Lia in den vergangenen fünf Wochen nur einmal verlassen dürfen. Für zehn Minuten. „Genau für diese Zeit durften wir uns mit meinem Mann und den anderen beiden Kindern treffen. Das war am Flur, vor dem Zimmer. Aber natürlich alle mit Abstand und Masken. Und Lia mit ihren Schläuchen, die unter der Krankenhauskleidung hervor schauten”, erzählt Tina. Es sei ein sehr emotionales Wiedersehen gewesen. Klar: Vor allem Zwillingsschwester Ella kann und konnte das alles nur schwer verstehen. Eine herzzerreißende Angelegenheit, für alle Beteiligten.

Ende April wird Lia im Zuge der kinderärztlichen U9-Untersuchung gegen Diphtherie und Keuchhusten geimpft. Kurze Zeit später berichtet sie von Schmerzen im linken Ellenbogen und fühlt sich zunehmend geschwächt. Zunächst nichts Beunruhigendes – die Eltern erklären sich die Symptome als Folge der Impfung. Doch das konstitutionell sonst so sportliche Mädchen wird immer schwächer und hat jetzt auch Probleme mit den Gelenken und in den Oberschenkeln. „Am 1. Mai haben wir eine Fahrradtour unternommen. Lia machte immer wieder schlapp, klagte über starke Schmerzen. Das war alles höchst ungewöhnlich”, erinnert sich ihre Mutter.

Uniklinik Gießen bestätigt Leukämie-Diagnose

Wegen Verdacht auf Rheuma schickt der Kinderarzt die Fünfjährige in die Kinderklinik. „Ich hatte eine Vorahnung. Mein mütterliches Bauchgefühl sagte mir nichts Gutes“, erklärt Lias Mama. In der Klinik wird ein großes Blutbild gemacht und Tinas Verdacht erhärtet sich: Lias Blutwerte sind alarmierend. Die behandelnden Ärzte sagen nichts, sondern überweisen die Kleine direkt in die Uniklinik nach Gießen. Tina lässt nicht locker, fragt nach und spricht das Wort „Leukämie“ zum ersten Mal aus. Kann es wirklich sein, dass ihre Tochter daran erkrankt ist? Die Ärzte nicken.

Lia (rechts) und ihre Schwester Ella als Prinzessinnen verkleidet.
  • Lia (rechts) und ihre Schwester Ella als Prinzessinnen verkleidet.
  • Foto: privat
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„Als ich das gehört habe, ist für mich eine Welt zusammengebrochen. Ich habe nur noch Rotz und Wasser geheult. Eine solche Diagnose bedeutet Verzweiflung pur. Es ist der absolute Kontrollverlust. Ich wäre am liebsten aus dem Fenster gesprungen“, erinnert sich Tina. In der Uniklinik Gießen wird bei Lia eine Knochenmarkpunktion durchgeführt, die den Verdacht auf Blutkrebs endgültig bestätigt.

Erste Chemotherapie dauert neun Tage

Zwei Tage später beginnt die erste Chemotherapie. Sie dauert neun Tage. Lia ist extrem geschwächt, ihre Mundschleimhäute lösen sich auf. Die Schmerzen sind so groß, dass sie nichts mehr essen kann. Aber weil Lias Eltern ihr die Krankheit kindgerecht erklärt, erträgt sie alles geduldig und verständnisvoll. „Ich habe böse Zellen im Blut. Die muss ich mit Medikamenten jetzt verscheuchen“, erklärt Lia, macht sogar Scherze mit den Krankenschwestern und tröstet ihre Mama, wenn ihr die Tränen kommen.

In diesen Tagen beginnt die zweite Chemotherapie. Mit etwas Glück werden Lia und Tina bei guten Blutwerten anschließend für ein paar Tage nach Hause dürfen. Für Juli und August sind aber schon die nächsten Blöcke Chemotherapie angesetzt.

Ausnahmezustand seit der Diagnose

Seit der Diagnose lebt die Familie in Eisern im Ausnahmezustand. Corona, drei Kinder, Lia schwer krank. Papa Michael ist von seiner Firma freigestellt und erhält von seinem Arbeitgeber jegliche Unterstützung. Er kümmert sich um Haushalt und die beiden Kinder, die ihre Schwester sehr vermissen. Keine einfache Aufgabe. Weit ab von Frau und krankem Kind fühlt er sich oft unglücklich, weil er nichts tun kann. Familie und Freunde unterstützen ihn in dieser schwierigen Zeit. Emotional und ganz praktisch: Sie waschen, kochen, gehen einkaufen.

 Lia hat noch viele Träume. Einer dieser Träume ist, dass sie noch gerne Reiten lernen möchte.
  • Lia hat noch viele Träume. Einer dieser Träume ist, dass sie noch gerne Reiten lernen möchte.
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Lia kämpft derweil um ihr Leben. Doch alleine wird sie es nicht schaffen. Denn nur ein passender Stammzellspender kann das Leben der Fünfjährigen retten. Bruder Ben und ihre Eltern kommen als Spender nicht in Frage. Auch nicht Zwillingsschwester Ella. Lia braucht einen anderen Zwilling – einen Spenderzwilling. Die Familie liebt Lia über alles und möchte sie nicht verlieren. Tina: „Wir werden weder aufgeben noch verzweifeln, damit helfen wir Lia am wenigsten. Es gibt nur ein einziges Ziel: das Leben unserer Tochter zu retten. Dafür tun wir alles.”

Lia braucht einen Spenderzwilling

Denn Lia selbst hat noch viele Träume. Sie möchte so gerne in die Schule, nächstes Jahr wäre es soweit. Sie will Reiten lernen. Und schwimmen. Und singen. Und albern sein. Und einfach nur: ein ganz normales Leben.

Weitere Infos, wie man Lia helfen kann, gibt es auf der Homepage der DKMS.

Autor:

Tim Plachner

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