Lage heimischer Handwerksunternehmen sehr unterschiedlich
Licht und sehr viel Schatten

Dramatisch ist die Entwicklung bei den Friseuren. Neben temporären Schließungen erfordern die „körpernahen Dienstleistungen“ ein Mehr an Hygienemaßnahmen bei gleichzeitig verringerter Kundenzahl.
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  • Dramatisch ist die Entwicklung bei den Friseuren. Neben temporären Schließungen erfordern die „körpernahen Dienstleistungen“ ein Mehr an Hygienemaßnahmen bei gleichzeitig verringerter Kundenzahl.
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sz/ch Siegen/Olpe/Arnsberg. Einige Handwerke boomen, andere arbeiten sich gerade aus einem tiefen Tal heraus. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Südwestfalen.

„Gemeinsam ist allen im Handwerk, zusätzliche Belastungen stemmen und mit Unsicherheiten zurechtkommen zu müssen“, kommentiert Kammerhauptgeschäftsführer Meinolf Niemand die Umfrage, an der sich so viele Betriebe wie noch nie beteiligt haben (knapp 1200 Betriebe). Niemand: „Das zeigt, wie groß die Sorgen sind!“

Nach dem dramatischen Einbruch des Geschäftsklimaindexes (GKI) vor einem Jahr hatte er sich im Herbst zwar auf 113 Punkte (Höchststand: 145) erholt. Doch er verharrt dort seitdem, und die Erholungstendenz hat sich nicht fortgesetzt. Positiv: Auch wenn viele Betriebe herbe Einbußen hatten, gab es keinen Einbruch bei der Beschäftigung.

Die Auswertung der Frühjahrsumfrage belegt, dass es keine einheitliche Entwicklung gibt. Das gilt sowohl für die Betrachtung der Lage wie auch für die Erwartetungshaltung – hier der Überblick:

Bauwirtschaft: Sie ist saisonal stark ausge- und belastet. Sie ist „Träger der Konjunktur“, sagt Niemand.

Kfz-Bereich: Wenig erfreulich ist die Lage hier. Zwar ziehen die Zulassungen wieder an, doch konnten die Ausfälle aus dem Vorjahr nicht kompensiert werden. Im Werkstattbereich macht sich die deutlich verringerte Jahreslaufleistung der Fahrzeuge bemerkbar, was zu einer geringeren Auslastung durch Service- und Reparaturleistungen führt.

Im Werkstattbereich der Kfz-Branche macht sich die deutlich verringerte Jahreslaufleistung der Fahrzeuge bemerkbar, was zu einer geringeren Auslastung durch Service- und Reparaturleistungen führt.
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Nahrungsmittelhandwerke: Sie sind in Corona-Zeiten weiter stark betroffen – durch den geschlossenen Gastrobereich und den Wegfall des Caterings, das vor allem den Fleischern und Konditoren in der Vergangenheit stabil gute Umsätze brachte. Während die Fleischer die Einbußen durch das veränderte Konsumverhalten der Verbraucher – mehr Kochen daheim und hin zu mehr Qualität – teilweise ausgleichen konnten, ist das bei den Konditoren nicht der Fall.

Gesundheitshandwerke: Sie leiden vor allem unter den Lockdowns. Jeder vierte Betrieb bezeichnet die Geschäftslage als schlecht. Stärker betroffen sind z. B. die Augenoptiker, denen durch die Schließung der Ladenlokale oder die eingeschränkten Öffnungsmöglichkeiten die Möglichkeit zur Kundenansprache fehlte, denn über den medizinischen Beitrag hinaus sind modische Aspekte wichtige Umsatzbringer.

Handwerke für den privaten Bedarf: Dramatisch ist die Entwicklung bei den Fotografen, Friseuren und Kosmetikern, die das Gros dieser Unternehmen stellen. Neben den temporären Schließungen erfordern die „körpernahen Dienstleistungen“ ein Mehr an Hygienemaßnahmen bei gleichzeitig verringerter Kundenzahl durch die Einhaltung der Abstandsregeln bzw. Personenbeschränkungen. Eine weitere Problematik zeigt sich bei den Fotografen. Nur wenige Betriebe bewegen sich außerhalb der Personen- oder Eventfotografie, die praktisch zum Erliegen kam.

Dramatisch ist die Entwicklung bei den Friseuren. Neben temporären Schließungen erfordern die „körpernahen Dienstleistungen“ ein Mehr an Hygienemaßnahmen bei gleichzeitig verringerter Kundenzahl.
Im Werkstattbereich der Kfz-Branche macht sich die deutlich verringerte Jahreslaufleistung der Fahrzeuge bemerkbar, was zu einer geringeren Auslastung durch Service- und Reparaturleistungen führt.
Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

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