Liebe, Kaffee und Fleisch

Drummer Renzo Staccato und Gitarrist Lofi Emulator begleiteten Mahoni virtuos durch seine autistische Welt.  Foto: hel
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hel Siegen. Einer, der so nachhaltig Siegen und seine Bewohner über den grünen Klee lobt wie der Berliner Sänger und Geschichtenerzähler Toni Mahoni, der hätte eigentlich mehr Zuhörer verdient. Nur 70 Siegener und ein paar Auswärtige fanden am Sonntagabend den Weg ins Lÿz, um von dem Verkünder der paarübergreifenden Liebe mit Geschichten aus seinem Buch „Gebratene Störche“ sowie mit selbst komponierten Liedern beglückt zu werden, in denen sich fast alles um den Verzehr von Fleisch, den Genuss von Kaffee und um die Kunst der Verführung drehte.

Toni Mahoni, bekannt geworden als erfindungsreicher Video-Blogger, nahm das Publikum mit auf eine Reise in eine Welt, in der Freiheit bedeutet, das Leben ohne übermäßig viel Arbeit genießen zu können und sich selbst ganz groß herauszubringen. Mit rauchiger Stimme und schnoddriger Berliner Schnauze verkündete er, gerne Raumschiffkapitän werden zu wollen, und dem Publikum diente er an, die Herzen zu weiten, damit sich auch alle ordentlich lieb haben und ganz tolle Orgien feiern.

Auch wenn es schließlich doch nicht dazu kam, teilte man dennoch die Freude an der Genusssucht des Mannes mit dem Strohhut, der sich im Stil eines Tom Waits oder eines Paolo Conte in die Herzen seiner Zuhörer sang. Den Schalk im Nacken und den Wortwitz von Rio Reiser und Helge Schneider auf der Zunge, focht er mit eingängigen Lieder aus seinem Album „Irgendwatt is immer!“ wider die hormonelle Verkalkung im Alter, empfahl das Sammeln von phänomenalen Kündigungsgründen und warb vehement für die Lust am Tanzen.

Begleitet von drei kuriosen Musikern, die flotte Klänge zwischen Blues, Gypsy-Jazz und Rockabilly lieferten, entfaltete Toni Mahoni seine subtilen Alltagsweisheiten, die in dem Hohen Lied auf ein „gepflegtes Bier mit Sprite“ und den fetzigen Nummern „Marktplatz“ und „Überäugen“ gipfelten. Flott groovten die Siegener im Geiste mit, wurden dank Toni Mahoni Körper und Geist doch aufs Vortrefflichste erfrischt.

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