Rekultivierung der Sandhalde
Lieber "Grün" statt "Braun"

Stück für Stück wurde die Schlacke auf der Sandhalde mit Erde abgedeckt, dieser Prozess wird bald abgeschlossen sein – ebenso wie die Aufforstung.
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  • Foto: kay
  • hochgeladen von Sarah Benscheidt (Redakteurin)

sp Niederschelden. Lkw um Lkw findet seinen Weg auf die Sandhalde in Niederschelden – und das bereits seit mehreren Jahrzehnten. Seit 1997 liegt vom Kreis Siegen-Wittgenstein die Genehmigung vor, dass Erde, die beispielsweise bei Baustellen anfällt, auf die Fläche gefahren werden darf. Doch damit ist bald Schluss. Noch in diesem Jahr soll die Rekultivierung der Sandhalde abgeschlossen werden – Erde wird dann nicht mehr dort abgeladen.

Die Erde muss ja irgendwohin, das Gelände bot sich an.
Michael Weller
Geschäftsführer BAS

Für das Gebiet verantwortlich ist mittlerweile die Baustoffaufbereitung Siegerland GmbH und Co. KG (kurz: BAS), der sieben Bauunternehmen aus der Region angeschlossen sind. Die Gesellschaft hat es sich gemeinsam mit dem Kreis Siegen-Wittgenstein zur Aufgabe gemacht, das Gelände zu rekultivieren. Das bedeutet, dass die Fläche so hergestellt wird, dass auf ihr Bäume wachsen können. Dafür wird die von den Stahlwerken hinterlassene Schlacke mit einer bis zu 20 Meter dicken Erdschicht bedeckt.
„Die Böden müssen im Vorfeld untersucht werden“, betont Rolf-Dieter Menzler, der neben Michael Weller Geschäftsführer der BAS ist. Nur unbelastetes Material, auf dem auch Pflanzen wachsen können, dürfe dort abgeladen werden. Auch dafür sorgt die BAS.

Mit Buche, Eiche und Erle soll aufgeforstet werden

Der gesamte obere Teil der Sandhalde soll mit Laubbäumen, darunter Buche, Eiche und Erle, aufgeforstet werden. Zu einem großen Teil ist das bereits geschehen. Diese Arbeit soll, wenn das Wetter mitspielt, ebenfalls in diesem Jahr beendet werden. Das gesamte Projekt sei eine Win-Win-Situation gewesen, erklären die beiden Geschäftsführer. Michael Weller: „Die Erde muss ja irgendwohin, das Gelände bot sich an.“ Seit dem Ende der 90er-Jahre wurde rund eine halbe Million Kubikmeter Erde auf die Sandhalde gefahren. Die Anlieferung muss angemeldet werden und jeder Lkw, der ankommt, wird überprüft. Lage um Lage sind die Böden, wie die Experten sagen, aufgeschichtet worden.

Wohin mit der Erde?

Doch was geschieht mit der Fläche, wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind? Ein paar Ideen gebe es bereits, sagt Menzler, noch etwas zurückhaltend. Es bestehe Interesse aus dem Ort, einen Großteil des Geländes der Öffentlichkeit zugänglich zu machen – das Betreten ist derzeit offiziell verboten. Für den Hauberg oder zur Erholung könnte die Fläche genutzt werden. Im unteren Bereich könnte ein Wohngebiet entstehen. Aber das sei alles noch Zukunftsmusik, so der Geschäftsführer.
Die hiesigen Bauunternehmen stehen derweil mit dem Ende der Rekultivierung vor einer großen Herausforderung, wie Menzler erklärt. Denn hier in der Region gebe es kaum Möglichkeiten, den Erdaushub loszuwerden. „Alle Beteiligten sind permanent auf der Suche nach Flächen“, betont Menzler.
Doch ein Verfahren, um eine Deponie dieser Dimension zu genehmigen, könne sich über Jahre hinziehen. „Die Chance, dass ein Antrag genehmigt wird, ist sehr gering.“ Früher seien solche Genehmigungen schneller und einfacher erteilt worden, sagt er. Je weiter die Unternehmen fahren müssten, um die Böden loszuwerden, umso unwirtschaftlicher und unökologischer werde es. „Das tut am Ende auch dem Häuslebauer finanziell weh.“

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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