Liebevoll gezeichnete Heimat

Friedrich Hahn zeigt »Mein Siegerland« im Café Sohler / Zeugnisse der Vergangenheit

ciu Weidenau. Ruhige, beseelte Landschaften. Fachwerkhäuser, an denen die Jahrhunderte scheinbar spurlos vorübergegangen sind. Menschen, die harte Arbeit zufrieden stellt; Kinder im Glück des unbefangenen Spielens. Die Kirche, die ihren Platz nicht nur räumlich mitten im Ort hat, sondern auch im Leben der Leute eine Rolle spielt. »Das ist mein Siegerland«, sagt Friedrich Hahn, der seine Sicht auf die Heimat in seiner ersten größeren Ausstellung zeigt (bis 29. Dezember im Café Sohler, Kreisklinikum Siegen, Haus Hüttental, werktags 11 bis 17.30 Uhr, wochenends 14 bis 17.30 Uhr). In Bleistift-, Kohle- und Tuschezeichnungen, Bildern in Mischtechnik, mal in Schwarzweiß, mal koloriert. Immer spiegelt sich in den Arbeiten des 1944 in Ferndorf geborenen, heute in Nenkersdorf lebenden Zeichners die Liebe zur Welt, in der er zu Hause ist, und zu den Menschen.

Sehr bewusst sucht er die Perspektive, aus der er ein Gebäude, einen Straßenzug, eine Landschaft darstellt. Vom Schulhoftor aufs schmucke, umzäunte »Schuelmeistersch Haus« in Ferndorf, über den Rücken des Fuhrmanns hinweg auf die lockende Gastwirtschaft im unteren Siegtal. Eines der stimmungsvollsten Bilder ist »Beim Römmelchen in Ferndorf«. Hier hat Friedrich Hahn ein Stück seiner eigenen Geschichte festgehalten: »An diesem Brunnen haben wir Kinder oft gespielt.« Mit ein bisschen Fantasie lassen die Szenen von der Arbeit auf dem Feld spüren, wie der Wagen knarzt und ächzt, wie die Kühe vorwärts getrieben werden, wie das frisch geschnittene Heu duftet. »Mein Siegerland« kontrastriert Friedrich Hahn mit Bildern aus der weiten Welt. Von Norwegens wilder Küste, der Hafenmole in Bergen, einer Gegend in Irland. Reisen mit dem Kegelclub haben seinen Blick auf die Schönheiten der Ferne gerichtet; die Geselligkeit mit den Kegelkollegen stiftete ihn auch zu ein paar Karikaturen an. Wer durch die Ausstellung im Café Sohler streift, wird manches altbekannte (wieder-)entdecken. Friedrich Hahn malt auch gegen das Vergessen an. Das Ferndorfwehr in Boschgotthardshütten gibt es längst nicht mehr. So ist die Zeichnung tatsächlich historisches Zeugnis, ein gemalter Schatz.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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