Lustig, lustig!

Vorweihnachts-Comedy mit dem »unglaublichen Heinz«

zel Siegen. Kein bisschen still war die Samstagnacht im Lÿz. Eine Boygroup namens Heinz rockte das volle Haus – unglaublich. Zum dritten Mal war der Kölner Comedian Heinz Gröning in Siegen, und Siegen lag ihm wieder zu Füßen. Diesmal war der »unglaubliche Heinz« ganz festlich gestimmt ––das güldene Hemd unterm braunen Nadelstreifenanzug und die roten Schuhe mögen das symbolisiert haben wollen. »Verschollen im Weihnachtsstollen« heißt sein Programm, das das Fest der Feste in all seinen Facetten beleuchtet – vom Plätzchen bis zum Krippenspiel, von den Geschenken bis zum klingenden Glöckchen. Lustig, lustig war der sensible Poet im Körper eines zu stark behaarten LKW-Fahrers fast durchgehend ––und doch: Das Programm ließ noch Wünsche offen. Nach den früheren Schnellschuss-Reimereien und Goethe-Kritiken, nach seinen geistreichen und supersprachwitzigen Miniaturen... Weihnachtszeit, Zeit der versöhnlichen Töne: Er bekommt wieder eine Chance, ist doch klar. »Heinz G.« muss wiederkommen!

Schönes bleibt, ob Weihnachten oder nicht: das Hochziehen der Augenbrauen, die sexy Schnute, der laszive Gang zur Gitarre ––und wer die Gitarre holt, muss sie auch wieder wegbringen (yessss!). Heinz spielte Weihnachtslieder im Stil von den Bee Gees, Elvis, Herbert Grönemeyer, Bob Dylan und Rammstein (da klang das »Morgen, Kinder, wird’s was geben« nicht so recht verheißungsvoll), er münzte Take Thats »Back for good« auf »Mama backt so gut um« und schlug eine Krippenspiel-Musicalversion vor, auf die die Welt gewartet hat – super. Auch ließ er den begeisterten Zuhörern Weihnachtslieder im Country-Stil zuteil werden, die die Uckermünder Kirchturmspatzencowboys daselbst übersetzt hatten: »Tomorrow children it will what give« – yiiiehaw!

Zur Freude aller baute Heinz endlich seine Krippe auf, die ihm als Kind finstere Mächte (Mama) verwehrt hatten: Barbie, Shrek und Dino Gott-zilla sowie drei bekiffte Sozialpädagogen als Könige spielten darin tragende Rollen. Die Barbie kam nochmal zum Einsatz als »Marry«, die schon mal den Esel holt, in der »Derrick«-Weihnachtsgeschichte, die den Heinz selbst lachen machte. Schön erzählte er vom Fondue mit acht Gabeln in jedem der sechs Töpfe und von Pokemons aus Holz (»Hauptsache selbst gemacht«). Weihnachten gibt für Comedians sooo viel her!!

Die kurze Irritation, als ein Requisit fehlte, brachte Heinz Gröning nicht aus dem Konzept. Da ist er Profi und ganz in seiner Rolle als sympathisch plaudernde Testosteronschleuder, die Männern wie Frauen Spaß macht: Heinz, der Kumpel, und Heinz, der Sexgott. Das rhythmische Klatschen durften beide ruhig als Wunsch nach einer Zugabe interpretieren. Das Publikum verlangte nach dem »Fliewatüüt«-Song – und bekam ihn auch geschenkt, obwohl im Programm gar nicht vorgesehen. Schön. Nicht nur wegen der glühenden Handys. Zusammen mit dem hektisch die Farben wechselnden Weihnachtsbaum ein heiter-besinnliches Schlussbild. Danke, Heinzzzzz. Schöne Bescherung!

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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