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Streitpunkt Corona-Impfung?
Macht Piks für Jugendliche Sinn?

Ein seltenes Bild: Trotz der Möglichkeit, sich auch in jungen Jahren gegen das Virus impfen zu lassen, nehmen noch nicht viele das Angebot in Anspruch, wie zwei hiesige Kinder- und Jugendmediziner erzählen.
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  • Ein seltenes Bild: Trotz der Möglichkeit, sich auch in jungen Jahren gegen das Virus impfen zu lassen, nehmen noch nicht viele das Angebot in Anspruch, wie zwei hiesige Kinder- und Jugendmediziner erzählen.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

ap Siegen/Olpe. Seit dem 7. Juni können sich Kinder ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus impfen lassen. Doch unter Medizinern und Eltern herrscht noch immer große Unsicherheit, wie sinnvoll es ist, Jugendlichen das dafür zugelassene Biontech-Vakzin zu verabreichen. Und auch die angekündigten Lieferschwierigkeiten des Impfstoffes könnten die Kampagne weiter ins Stocken bringen.

„Die Impfung von Kindern und Jugendlichen ist bei uns definitiv ein Thema“, nimmt Mediziner Philipp Wolf vorweg – auch wenn weniger als 10 Prozent der von ihm Geimpften dieser Altersklasse angehören. Denn trotz der Freigabe für alle würden in seiner Praxis im Fall der Fälle (fast) ausschließlich Jüngere mit schweren Vorerkrankungen das Vakzin bekommen, erklärt Wolf.

ap Siegen/Olpe. Seit dem 7. Juni können sich Kinder ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus impfen lassen. Doch unter Medizinern und Eltern herrscht noch immer große Unsicherheit, wie sinnvoll es ist, Jugendlichen das dafür zugelassene Biontech-Vakzin zu verabreichen. Und auch die angekündigten Lieferschwierigkeiten des Impfstoffes könnten die Kampagne weiter ins Stocken bringen.

„Die Impfung von Kindern und Jugendlichen ist bei uns definitiv ein Thema“, nimmt Mediziner Philipp Wolf vorweg – auch wenn weniger als 10 Prozent der von ihm Geimpften dieser Altersklasse angehören. Denn trotz der Freigabe für alle würden in seiner Praxis im Fall der Fälle (fast) ausschließlich Jüngere mit schweren Vorerkrankungen das Vakzin bekommen, erklärt Wolf.

"Für ein gesundes Kind bringt eine Impfung einfach keinen wirklich großen Nutzen."
Joachim Füllenbach
Olper Kinderarzt

Auch der Olper Kinder- und Jugendarzt Joachim Füllenbach rät von einer Impfung (gesunder) Kinder ab. „Natürlich gibt es immer Konstellationen, in denen es doch Sinn macht“, räumt der Mediziner ein – beispielsweise durch Autoimmunerkrankungen der Eltern oder nahen Kontakt zu den Großeltern. „Das ist aber wirklich eher die Ausnahme. Für ein gesundes Kind bringt eine Impfung einfach keinen wirklich großen Nutzen“, resümiert Füllenbach. Nur selten hätten jüngere Menschen schwere Verläufe und litten unter Langzeitfolgen einer Corona-Infektion. Dem gegenüber stünden das Risiko einer Impfung und fehlende Daten über mögliche Nebenwirkungen.

Joachim Füllenbach.

Risikopunkt Mutationen

Die Sinnhaftigkeit einer Impfung von Kindern und Jugendlichen ist für Füllenbach aber noch mehr als nur (r)eine Risiko-Nutzen-Abwägung. Es ist auch eine Frage der Ethik: „Jeder Erwachsene Mensch ist mehr Risiko“, betont der Kinder- und Jugendmediziner. Und: „Jede Dosis, die an ein Kind verimpft wird, steht einem Erwachsenen nicht zur Verfügung.“

Wolf pflichtet ihm bei: „Momentan ist einfach der größte Schutz für Kinder, deren Eltern und Großeltern zu impfen.“ Nicht ausgeschlossen aber, dass der Siegener Kinderarzt seine Sichtweise im Laufe des Sommers noch einmal revidiert. „Durch Mutationen wie die Delta-Variante muss man die Situation immer wieder neu beobachten und beurteilen“, so Wolf. Dadurch, dass immer mehr Erwachsene vollständig durchgeimpft sind, sei denkbar, dass sich das Virus künftig auch mehr und mehr in Schulen ausbreitet, warnt Füllenbach. Auch dann müsse das Verhältnis zwischen Nutzen und Risiko sicher neu überdacht werden.

Philipp Wolf.

In den Sommerferien wird's nichts

Um Schülern während der Sommerferien einen Impfschutz anzubieten und damit einen sicheren Schulbetrieb mit dem Virus und all seinen Varianten zu ermöglichen – so wie es einst die Politik versprochen hatte – fehlen aber ohnehin die nötigen Impfstoffmengen. „Mit Blick auf die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission halte ich das auch noch nicht für notwendig“, so Wolf.

Autor:

Alexandra Pfeifer

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