Machte die Farbe Rubens todkrank?

 Die Wissenschaft möchte klären, ob der vermutlich in Siegen geborene Maler Peter Paul Rubens auch an der Malerkolik litt und daran gestorben ist. Foto: Museum
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sz/kalle -Siegens berühmtester Sohn, Peter Paul Rubens, ist in seiner Totenruhe gestört worden. Bereits im Juni haben belgische Wissenschaftler die Familiengruft des vermutlich 1577 in Siegen geborenen Barockmalers in der Jakobskirche von Antwerpen geöffnet und DNA-Proben genommen. Bisher war die Wissenschaft davon ausgegangen, dass der international gefeierte Barockmaler, der in Siegen nur wenige Monate nach seiner Geburt gelebt haben soll, mit 63 Jahren an Gicht und anderen altersbedingten Krankheiten gestorben ist. Er wurde am 2. Juni 1640 in besagter Gruft beigesetzt. Dort liegen auch weitere Mitglieder der Familie Rubens begraben.

Die DNA-Untersuchungen sollen nun klären, ob Rubens, wie viele andere Maler zu dieser Zeit auch, an giftigen Bestandteilen der Farbe gestorben ist. Viele Künstler benutzten zu dieser Zeit die Farbe Bleiweiß, besonders um Hauttöne zu verfeinern. Bleiweiß löste eine Berufskrankheit aus, die „Malerkolik“. In der Malerei hatte das Weiß lange Zeit dadurch auch Schattenseiten, so ein Bericht des Kölner Domradios. Das Bleiweiß, das Künstler wie Leonardo, Rubens, Rembrandt oder Vermeer im 16. und 17. Jahrhundert und auch die Impressionisten im 19. Jahrhundert verwendeten, war hochgiftig.

Wer die Farbe zubereitete, mit dem Pulver hantierte, es einatmete oder über die Haut absorbierte, wurde langsam aber sicher krank. Die Folgen waren unter anderem blau verfärbtes Zahnfleisch, Darm- und Magenkrämpfe, man sprach eben von der „Malerkolik“. Letztmalig geöffnet wurde die Familiengruft in Antwerpen im Jahr 1974. Die ersten Analysen der DNA-Proben zeigen zwei Dinge: Die Wissenschaftler konnten genetische Informationen extrahieren, und die zeigen Spuren von Schwermetallen. Allerdings ist es noch nicht absolut klar, welche sterblichen Überreste genau die des Malers Peter Paul Rubens sind.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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