Märchenzeit am Schloss

Hans überlegt, wie er denn nun diesen schweren Klumpen Gold mit nach Hause nehmen kann.  Foto: anne

anne Siegen. Am Samstagnachmittag war wieder Theaterzeit im Pavillon am Oberen Schloss angesagt. Dieses Mal stand beim „Kindertheater in den Ferien“ mit „Hans im Glück“ eines der bekanntesten Mädchen – pardon – Märchen auf dem Programm. Aber auch dem Darsteller des Ein-Mann-Theaters, Tom Teuer, rutschte so manches Mal ein falsches Wort heraus. Wie hieß noch mal das Stück? Glanz im Hück? Gut, dass die Kinder hier weiterhelfen konnten.

Der fleißige Hans hat sich sieben Jahre mit Mistgabel und Gummistiefeln bewaffnet für seinen Herrn abgeplagt, und als Lohn erwartet ihn nun ein ganzer Klumpen Gold. „So viel hab ich noch nie besessen“, staunt Hans und macht sich auf den Weg zu seiner Mutter. Doch bis er dort ankommt, passiert so einiges. Zuerst erscheint ein Reiter mit seinem Pferd, für das die kleinen Zuschauer natürlich ein bisschen Platz machen müssen. Aber eigentlich scheint das Pferd aus Strohballen mit seinem Gummistiefel-Kopf ganz friedlich zu sein, und so stimmt Hans einem lukrativen Tausch zu: Gold gegen Pferd. Dann muss er den schweren Klumpen nicht mehr tragen und kann sich bequem nach Hause bringen lassen. Auch der coole Rapper-Reiter ist einverstanden und singt zufrieden sein „Hip-hopp, Pferdchen lauf Galopp“.

Der Galopp ist dann aber doch ein bisschen zu flott, und eine Kollision mit einer Kuh droht. Bums, liegt Hans unten und ärgert sich über den Tausch. Dazu wird er von dem mit einem Kuhflecken-Umhang bekleideten Bauern auch noch als „Pferdeäpfel-Jongleur“ beschimpft. Aber auch hier gibt es schnell eine Lösung. Der Bauer bietet nämlich seine „Elsa“ zum Tausch an. Und Hans zögert nicht lange: Die Kuh wird ihm bestimmt nicht davonlaufen, und frische Milch gäbe es dann auch immer. Pech für Hans, auch Elsa will nicht so recht. Jedes Mal, wenn er melken will, bekommt er einen Tritt. „Au!“, schreit er auf, als ein Koch mit französischem Akzent auf der Bildfläche erscheint. Natürlich bietet sich auch hier wieder ein Tausch an. Dieses Mal gibt es für die Kuh ein (Stroh-)Schweinchen. Das kann Hans bequem tragen.

Auf seinem Weg begegnet er dann schließlich der Magd Magdalena, die eine Gans bei sich hat. Bei einem Plausch zeigt sich Magdalena entsetzt, wie Hans nur das Gold gegen ein Pferd eintauschen konnte, und erzählt rasch, dass im Dorf ein Schweinchen gestohlen wurde und der Dieb nun gesucht wird. Da tauscht Tom Teuer alias Hans schnell das Schweinchen gegen die Gans, schließlich will er nicht als Dieb in einem tiefen schwarzen Loch enden.

Doch auch die geschwätzige Gans hat so ihre Macken und begnügt sich damit, ihren neuen Herren zu zwicken. Hans hat einfach keinen Erfolg mit seinen Tauschgeschäften. Letztendlich fällt ihm der gegen die Gans getauschte Schleifstein mit einem „Platsch“ in den Brunnen – und er hat nichts mehr. Aber eigentlich ist er jetzt viel glücklicher als vorher. „Jetzt brauch ich nichts mehr zu tragen und kann heimgehen“. Und so endete der Märchen-Nachmittag am Oberen Schloss.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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