Malu Dreyer gab die Landesmutter

 Da hatte nicht nur Ortsbürgermeister Walter Strunk seinen Spaß: Den von ihm überreichten Schachthut probierte Malu Dreyer gleich an – das Symbol des heimischen Bergbaus soll nun einen Ehrenplatz in der Staatskanzlei erhalten. Foto: thor
  • Da hatte nicht nur Ortsbürgermeister Walter Strunk seinen Spaß: Den von ihm überreichten Schachthut probierte Malu Dreyer gleich an – das Symbol des heimischen Bergbaus soll nun einen Ehrenplatz in der Staatskanzlei erhalten. Foto: thor
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thor - Ganz ihrer Rolle als „Landesmutter“ (so wurde sie angekündigt) gerecht werdend, konzentrierte sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Sonntag beim Besuch des politischen Frühschoppens im Daadener Bürgerhaus darauf, die Vorzüge und Stärken von Rheinland-Pfalz zu betonen. Die „wunderwunderschöne“ Ortsgemeinde Daaden sei Beispiel für ein gut funktionierendes Gemeinwesen, der Zusammenhalt der Menschen im Land erfülle sie mit Stolz. „Heiße Eisen“, von denen es in Rheinland-Pfalz ja durchaus manche geben soll, blieben außen vor. Zur Begrüßung hatte sie von Ortsbürgermeister Walter Strunk einen Schachthut erhalten.

Klare Botschaft an die Genossen im Saal: Bei aller Beschaulichkeit erhebt die SPD-geführte Landesregierung zugleich den Anspruch, Schrittmacher bei Fortschritt und Innovation zu sein. Dreyer tat gut daran, an einem Ort wie Daaden die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Bedeutung industrieller Arbeitsplätze zu betonen und den Weinbau hintenan zu stellen. Und es sei schließlich das ureigene Thema der SPD, für gute, qualifizierte und vor allem faire Jobs zu sorgen.

Auch beim Thema Demografie blieb sie bei diesem roten Faden: Wenn es um gute Ausbildung – auch vor dem Hintergrund der Fachkräftesicherung – gehe, dürfe keiner auf der Strecke bleiben, forderte die Ministerpräsidentin. Zugleich brauche Deutschland aber Zuwanderung. Um Menschen bei diesem Thema nicht zu überfordern und vielmehr die Chancen in den Vordergrund zu rücken, benötige man ein entsprechendes Gesetz. „Wir brauchen eine organisierte, gesteuerte Zuwanderung“, sagte Dreyer und kündigte diesbezüglich eine Initiative für den Bundesrat an.

Kein Politiker kommt zudem momentan in einer Rede an den Flüchtlingen vorbei – auch die Ministerpräsidentin nicht. Ihren Dank an die Kommunen und vielen ehrenamtlichen Helfer verband sie allerdings mit zwei klaren Forderungen an die Adresse der Bundesregierung: Zum einen müssten die Asylverfahren erheblich beschleunigt werden, zum anderen brauchten die Länder und Gemeinden deutlich mehr Geld. „Der Bund muss nachlegen.“

Überhaupt betonte Dreyer noch einmal demonstrativ den Schulterschluss zwischen ihrer Landesregierung und den Kommunen.  „Wir können das Land nur gut regieren, wenn das Land und die Kommunen an einem Strang ziehen.“ Zum Schluss warb Dreyer dafür, den digitalen Wandel als Chance für den ländlichen Raum zu sehen, spielten in der modernen Arbeitswelt Raum und Zeit doch oft nur noch eine untergeordnete Rolle. Ihr Fazit: „Die SPD verschläft nicht den Fortschritt, sie achtet dabei aber immer auch auf die soziale Gerechtigkeit.“

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