„Man sieht nur mit dem Herzen gut“

Der Fuchs (Inès Njongang Powkam, l.) erklärt dem kleinen Prinzen (Gabriela Uritu, r.), was es bedeutet, jemanden zu zähmen, und dass man nur mit dem Herzen gut sieht, denn „das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“.  Foto: fae
  • Der Fuchs (Inès Njongang Powkam, l.) erklärt dem kleinen Prinzen (Gabriela Uritu, r.), was es bedeutet, jemanden zu zähmen, und dass man nur mit dem Herzen gut sieht, denn „das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“. Foto: fae
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fae Siegen. Ein(e) rumänische(r) kleine(r) Prinz(essin), ein türkischer Pilot mit bulgarischer Herkunft, eine ukrainische Blume, eine chinesische Königin und Geschäftsfrau, ein chinesischer Trinker und Laternenanzünder, eine Geografin aus Kamerun, eine französische Schlange, ein kameruner Fuchs, eine russische Requisiteurin und ein türkischer Techniker treffen sich an einem Freitagabend auf der Bühne des Kleinen Theaters im Lÿz. Und Sie fragen sich, was das für eine wilde Mischung ist und wie sie zustande gekommen ist? Das ist ganz einfach. Vor etwa einem Jahr hatte Markus Berkenkopf vom Akademischen Auslandsamt in Siegen die Idee, dass ausländische Sprachstudenten durch Theaterspielen lernen sollten, unbefangener zu sprechen. Unter Anleitung von Beate Gräbener, die seit vielen Jahren in der Theaterszene aktiv ist und auch Konversationskurse für das Akademische Auslandsamt durchführt, haben zehn ausländische Sprachschüler in diesem Sommersemester eine Inszenierung des Romans „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry erarbeitet. Der Roman bot sich an, da fast jeder die Geschichte des kleinen Prinzen kennt, der auf seiner Reise lernt, dass man nur mit dem Herzen gut sieht und dass Erwachsene sehr, sehr merkwürdig sind.

Allerdings bemerkten die Mitwirkenden während der Erarbeitungsphase schnell, dass alle ihre eigenen Vorstellungen zum Aussehen und zur Kleidung der verschiedenen Rollen hatten. „Die Chinesen“, so Beate Gräbener, „hatten immer sehr romantische Vorstellungen. Ihre Darstellung der Blume war sehr kindlich, während die der Kameruner eine starke Farbenfreude aufzeigte. Da trafen sich die witzigsten Bilder.“

Da die Mitwirkenden Deutschschüler der Mittelstufe sind, also noch einige Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben, war die Arbeit am Stück laut Beate Gräbener nicht immer ganz einfach. So musste zum Beispiel geklärt werden, was Bügeln bedeutet oder was eine Generalprobe ist.

Durch die verschiedenen Akzente der Mitwirkenden gewann das unterhaltsame eineinhalbstündige Stück einen besonderen Charme, der die Zuschauer begeisterte. Dies galt auch für die ganz individuellen, kurzen Tanzeinlagen während des Applauses und die anschließende Vorstellungsrunde, in der die ausländischen Mitwirkenden von sich, ihrer Theaterarbeit und dem Leben in Siegen erzählten, bevor sie alle Zuschauer zum gemeinsamen Austausch ins Foyer einluden. Ein gelungener Abend, der zeigt, wie wunderbar interkulturelle Zusammenarbeit vor Ort in Siegen funktionieren kann.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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