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"Mensch ärgere dich nicht" geht immer
Manche Spiele überdauern Jahrhunderte

Ein „Mensch ärgere dich nicht“ für Reisen. Claudius Clüver von der Universität Siegen weiß, dass das Spiel nach wie vor gerne gespielt wird.
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  • Ein „Mensch ärgere dich nicht“ für Reisen. Claudius Clüver von der Universität Siegen weiß, dass das Spiel nach wie vor gerne gespielt wird.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sp Siegen/Wilnsdorf. Nach wie vor lautet die Devise aufgrund der Corona-Pandemie: so wenige Menschen wie möglich treffen und zu Hause bleiben. Damit einem an den trüben Wintertagen die Decke nicht auf den Kopf fällt, kann das gemeinsame Spiele spielen eine willkommene Abwechslung sein. Die Auswahl ist heute riesig, wer will, kann ganze Schränke mit Spielen füllen. Was aber spielten unsere Eltern und Großeltern? Dr. Corinna Nauck vom Museum Wilnsdorf und Claudius Clüver von der Universität Siegen blicken zurück auf die Jahre um 1950.
Spielregeln von alten Spielen bekannt„Was man früher spielte, spielt man heute noch“, sagt die Museumsleiterin. Sie sieht dafür vor allem einen Grund: Verschiedenen Generationen fällt es oft leichter, bekannte Spiele zu spielen.

sp Siegen/Wilnsdorf. Nach wie vor lautet die Devise aufgrund der Corona-Pandemie: so wenige Menschen wie möglich treffen und zu Hause bleiben. Damit einem an den trüben Wintertagen die Decke nicht auf den Kopf fällt, kann das gemeinsame Spiele spielen eine willkommene Abwechslung sein. Die Auswahl ist heute riesig, wer will, kann ganze Schränke mit Spielen füllen. Was aber spielten unsere Eltern und Großeltern? Dr. Corinna Nauck vom Museum Wilnsdorf und Claudius Clüver von der Universität Siegen blicken zurück auf die Jahre um 1950.

Spielregeln von alten Spielen bekannt

„Was man früher spielte, spielt man heute noch“, sagt die Museumsleiterin. Sie sieht dafür vor allem einen Grund: Verschiedenen Generationen fällt es oft leichter, bekannte Spiele zu spielen. „,Mensch ärgere dich nicht’ ist nie aus der Mode gekommen“, denn „bei ,Lotti Karotti’ muss man der Oma erst mal die Spielregeln erklären, bei ,Mensch ärgere dich nicht’ nicht.“ Nauck sagt, unkomplizierte Spiele überdauern oft die Generationen, „einfach hält am längsten“. Claudius Clüver bestätigt das: „Spiele sind wahnsinnig stabil.“

Ablenkung in schweren Zeiten

Der Wissenschaftler sagt mit Blick auf die Nachkriegszeit: „Spielen kann sicherlich auch eine Ablenkung in den schweren Zeiten gewesen sein.“ Und Nauck weiß: „In Krisensituationen sind Spiele immer besonders gefragt.“ Wenn Menschen zusammenkommen mussten auf engem Raum – wie in Bunkern –, dann sei miteinander gespielt worden. Wenn keine Spielsteine und Bretter zur Verfügung standen, dann hätten es auch Hölzchen und Stöckchen getan, und das Spielfeld sei am Boden aufgezeichnet worden, führt sie weiter aus. „Kinder spielen freier“, sagt Clüver. Ihnen reichten oft ein paar Würfel oder Murmeln.
„Spielen ist wichtig, das stärkt den Zusammenhalt und bietet Beschäftigung“, fasst Nauck zusammen. Clüver erläutert: „Das unkomplizierte Beisammensein ist entscheidend.“ Spielen sei gesellschaftliches Handeln ohne Druck, und man lerne, mit Misserfolg und Erfolg umzugehen, mit Verlieren und Gewinnen.

Großeltern mit Gameboys und Konsolen

„Was Großeltern gespielt haben, kann sehr unterschiedlich sein“, sagt Claudius Clüver. Er weiß, dass einige Eltern und Großeltern der heutigen Generation bereits Computerspiele spielten. „Kommerzielle Computerspiele sind 50 Jahre alt.“ Gameboys, Konsolen, das alles war auf dem Vormarsch.
Beide Experten nennen Monopoly als eines der beliebtesten Spiele in der Nachkriegszeit. Es kam in den 50er-Jahren nach Deutschland, wurde aber bereits in den 30er-Jahren in Amerika kommerziell verkauft.

"Memory" nicht tot zu spielen

Seitdem sei es sehr beliebt, sagt Clüver: „Es ist in den Klassiker-Kanon eingegangen.“ Dame, Schach, Backgammon und andere beliebte Spiele seien zum Teil mindestens mehrere Jahrhunderte alt und würden heute wie damals gespielt, erklärt Clüver. Nauck zählt weitere Spiele auf, die ihr in den Kopf kommen, wenn sie an solche „von früher“ denkt: Halma, Angelspiele für Kinder und Zahl- oder Bilderlotto, das unter der eingetragenen Marke „Memory“ bekannt ist – „ein nicht tot zu spielendes Spiel“. Dass Spiele in Vergessenheit geraten sind, das sehen beide Experten eher nicht.

Ein „Mensch ärgere dich nicht“ für Reisen. Claudius Clüver von der Universität Siegen weiß, dass das Spiel nach wie vor gerne gespielt wird.
Die Regeln sind bekannt, Alt und Jung wissen, wie "Mensch ärgere dich nicht" gespielt wird.
Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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