Mann aus dem Park drohte: „Ich werde Dich töten“

Hans G. (65) musste gestern zum Arzt, die Attacke im Park hatte rote Spuren am Hals hinterlassen.  Foto: mir

mir Siegen. Dienstag gegen 20.30 Uhr: Hans G. (65) schlenderte mit Frau und Hund von der Alten Poststraße die Stadt hinunter und machte noch einen Schlenker durch die Oranienstraße, um sich die dortige Baustelle einmal in Ruhe anzuschauen. Kaum hatten die Drei die Deutsche Bank passiert, da kam ihnen aus dem nahen Park ein nicht angeleinter Hund, ein Husky, entgegen.

Der 65-Jährige hatte Angst um sein eigenes, kleines Hündchen („Rocky“), stellte sich vor den viel größeren Husky und rief in den Park: „Holt den Hund zurück und leint ihn an.“

Zu dem Zeitpunkt saßen noch diverse Männer und Frauen im Park. Der Ruf des Spaziergängers blieb nicht ungehört. Ein Mann mit schulterlangem Haar, Mitte 30, ca. 180 cm groß, bekleidet mit schwarzem Muskel-Shirt und schwarzer Hose, ging auf Hans G. los, packte ihn mit der Linken fest am Hals und drohte: „Ich werde Dich töten.“ Der 65-jährige Mann verspürte Angst: „In der rechten Hand hielt der Angreifer eine Flasche Bier. Die hätte er mir leicht über den Kopf hauen können.“

Dazu kam es zum Glück nicht. Ein zweiter Mann aus dem Freigelände schritt ein, zog den Angreifer zurück und forderte ihn auf, wieder in den Park zu gehen. Der unverhoffte Helfer hatte blonde Haare und eine kleine Statur.

Immer wieder würgend und nach Luft ringend machte sich Hans G. auf den Heimweg. Ihm fehlt ein Teil der Lunge, der Mann ist deshalb zu 100 Prozent schwerbehindert. Von zu Hause ließ er seine Frau die Polizei anrufen, er selbst war noch zu angegriffen.Bisher konnte der unbekannte Angreifer noch nicht ermittelt werden. Er muss sich wegen Körperverletzung verantworten, teilte die Polizei gestern mit. Die Fahnder interessieren sich aber auch für den blonden Helfer, der Schlimmeres verhindern konnte, sowie für andere Zeugen, die eventuell Hinweise geben könnten.Hans G. musste gestern erst einmal seinen Hausarzt aufsuchen. Die gezielte Attacke auf den Hals hatte ein deutlich erkennbares Hämatom hinterlassen. Der Angegriffene klagte außerdem über Schluckbeschwerden. Und sein Blutdruck war immer noch astronomisch hoch, die Aufregung war gestern noch deutlich spürbar.Neben dem Arztbesuch informierte das Ehepaar außerdem das städtische Ordnungsamt. Dort stießen die Siegener aber zunächst nicht auf ein verwertbares Echo. „Man hat uns gesagt, die Leute aus dem Park müssten sich doch auch irgendwo aufhalten“, ärgert sich Hans G. Eine Stunde später habe das Amt zurückgerufen und versprochen, man werde im Park eine Streife vorbeischicken.Gestern nachmittag war die Lage im öffentlichen Wiesengelände zwischen Oranienstraße und Spandauer Straße entspannt: Zwei Dutzend Menschen plus ein angeleinter Husky campierten als Gruppe auf den Bänken und der Wiese, eine Vielzahl leerer Flaschen zeugte von einigem Durst.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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