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Ehemaliger Mitarbeiter der Gemeinde Wilnsdorf vor Gericht
Mann soll 138.000 Euro veruntreut haben

Ein ehemaliger Mitarbeiter der Gemeinde Wilnsdorf muss sich vor Gericht verantworten.

sp Siegen/Wilnsdorf. Fast 25 Jahre lang war er nach eigenen Angaben bei der Gemeinde Wilnsdorf beschäftigt, 2016 habe er gleich drei Kündigungen erhalten. Man habe wohl auf Nummer sicher gehen wollen, sagte der ehemalige Mitarbeiter der Wieland-Kommune am Freitag vor dem Schöffengericht des Siegener Amtsgerichts.
Dem Erndtebrücker wird unter anderem Untreue in 30 Fällen und Urkundenfälschung in sieben Fällen vorgeworfen. Die Taten soll er im Zeitraum zwischen 2011 und 2016 begangen haben. Die Anklagepunkte und Schadensansprüche der Gemeinde Wilnsdorf bezeichnete er gegenüber dem Gericht als „grotesk“, als „bodenlose Frechheit“. Als Mitarbeiter des Liegenschaftsamts der Gemeinde Wilnsdorf habe er gar keine Zeit für die Taten gehabt, die ihm vorgeworfen werden.

sp Siegen/Wilnsdorf. Fast 25 Jahre lang war er nach eigenen Angaben bei der Gemeinde Wilnsdorf beschäftigt, 2016 habe er gleich drei Kündigungen erhalten. Man habe wohl auf Nummer sicher gehen wollen, sagte der ehemalige Mitarbeiter der Wieland-Kommune am Freitag vor dem Schöffengericht des Siegener Amtsgerichts.
Dem Erndtebrücker wird unter anderem Untreue in 30 Fällen und Urkundenfälschung in sieben Fällen vorgeworfen. Die Taten soll er im Zeitraum zwischen 2011 und 2016 begangen haben. Die Anklagepunkte und Schadensansprüche der Gemeinde Wilnsdorf bezeichnete er gegenüber dem Gericht als „grotesk“, als „bodenlose Frechheit“. Als Mitarbeiter des Liegenschaftsamts der Gemeinde Wilnsdorf habe er gar keine Zeit für die Taten gehabt, die ihm vorgeworfen werden.

Angeklagter streitet vor Gericht die Vorwürfe vehement ab

Außerdem hätten drei Leute kontrollieren können, was er unterschrieben habe. „Keiner hat gemerkt, dass jemand die Konten leer räumt. Jetzt soll ich es gewesen sein“, verteidigte sich der 51-Jährige. „Ich streite das ab, was mir hier vorgeworfen wird. Das ist eine Unverschämtheit, dass man sich nach all den Jahren damit beschäftigen muss.“
Der Angeklagte trat im Gerichtssaal selbstsicher auf. Er war vorbereitet. Nicht nur sein Verteidiger Matthias Linpinsel hatte Ordner vor sich liegen, auch er selbst hatte zahlreiche Unterlagen zur Verhandlung mitgebracht. Wilnsdorfs Bürgermeister Hannes Gieseler, der vor seinem neuen Amt als Anwalt tätig gewesen ist, begleitete die Verhandlung als Zuschauer. Schließlich geht es um die Gemeinde Wilnsdorf, der ein Schaden von 138.000 Euro entstanden sein soll. Das Geld soll eben dieser Mann, der Angeklagte, veruntreut haben.

Mann soll Grundstücke verkauft haben, die es gar nicht gab

Und das soll so abgelaufen sein: Er soll Grundstücke verkauft haben, die es nicht gab. Dafür soll er sogar Verträge im Namen von Notaren angefertigt haben. Als Begründung für die angeblichen Verkäufe soll er „Flurbereinigung“ angegeben haben. Der ehemalige Vorgesetzte des Angeklagten, der sich mittlerweile im Ruhestand befindet, sagte als Zeuge aus. Ihm waren Unstimmigkeiten aufgefallen. Immer wieder seien Zahlungen der Gemeinde an die gleichen zwei Personen gegangen, aber es habe keine Gegenleistungen dafür gegeben. Der Angeklagte hätte prüfen müssen, ob es die Grundstücke wirklich gibt, so der Zeuge. Andere Mitarbeiter hätten zwar unterschrieben, aber nur wegen des jahrelang gewachsenen Vertrauensverhältnisses. „Man kommt nicht auf die Idee, dass etwas nicht stimmt.“
Der ehemalige Vorgesetzte sagte, er sei enttäuscht gewesen, als er die Ergebnisse seiner Prüfungen vorliegen gehabt habe. Der Angeklagte habe den anderen Mitarbeitern daraufhin vorgeworfen, seine Unterschriften gefälscht zu haben, sagte der Zeuge. Das sei absurd.

"Man denkt, man ist im falschen Film"

In einem anderen Anklagepunkt wird dem 51-jährigen Erndtebrücker eine Urkundenfälschung vorgeworfen, die weitreichende Folgen für ein Ehepaar hatte. Das wollte ein Grundstück in Oberdielfen kaufen. Angeblich fehlte dafür eine Genehmigung der Bezirksregierung Arnsberg. Die soll dann mit einem Fax an den Angeklagten geschickt worden sein.
Das Paar zog los und schloss die Finanzierung bei der Bank ab. „Der, der das gemacht hat, hat uns ins offene Messer laufen lassen.“ Denn: Das Originalschreiben tauchte nie auf. Die Bank wolle jetzt immense Summen haben für die Rückabwicklung. 100.000 Euro seien es. Bis heute hätten sie das Grundstück nicht kaufen können, so die Ehefrau. Als sie herausgefunden hätten, dass in Arnsberg keiner von diesem Vorgang gewusst habe, sei man schockiert gewesen. „Dann kommt einem alles sehr, sehr komisch vor, man denkt, man ist im falschen Film.“ Alles sei im Endeffekt über den Angeklagten gelaufen, ergänzte später der Ehemann.
Als Zeugen waren auch Mitarbeiter der Bezirksregierung geladen. Ihnen war der Verdacht der Urkundenfälschung gekommen, da weder das Fax noch der Vorgang des Grundstücksverkaufs im Haus bekannt gewesen seien. Die Innenrevision der Bezirksregierung hatte dann die Polizei eingeschaltet. Weitere Zeugen sind für den nächsten Termin geladen, der am Freitag, 12. März, stattfindet.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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