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Tod am Stadtwald Siegen
Mann soll Ex-Freundin Flasche an den Kopf geschlagen haben

Das Siegener Landgericht verhandelt einen tragischen Fall von Alkohol, Drogen und Gewalt: Ein Mann soll seiner Ex-Freundin im August eine Flasche an den Kopf geschlagen haben - die Frau verstarb am gleichen Tag.
  • Das Siegener Landgericht verhandelt einen tragischen Fall von Alkohol, Drogen und Gewalt: Ein Mann soll seiner Ex-Freundin im August eine Flasche an den Kopf geschlagen haben - die Frau verstarb am gleichen Tag.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

mick Siegen. Zwei Fälle der gefährlichen Körperverletzung werden einem 32-jährigen Angeklagten in einem Verfahren vor dem Landgericht Siegen vorgeworfen. Er soll am 3. August 2018 seiner Ex-Partnerin eine PET-Flasche an den Kopf geschlagen und später die deshalb stark blutende Wunde gegen den Willen der Frau genäht haben. Da die Verletzte aber noch am gleichen Tag verstarb, komme auch eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge in Betracht, so die Vorsitzende Richterin Elfriede Dreisbach nach der Anklageverlesung am Dienstag.
Eine Geschichte von Alkohol, Drogen und Gewalt
Es ist eine tragische Geschichte von Alkohol, Drogen und Gewalt. Nach Erzählung der Mutter der Toten litt ihre alleinerziehende Tochter an Depressionen, wohl ein Grund für ihren zunehmenden Alkoholkonsum.

mick Siegen. Zwei Fälle der gefährlichen Körperverletzung werden einem 32-jährigen Angeklagten in einem Verfahren vor dem Landgericht Siegen vorgeworfen. Er soll am 3. August 2018 seiner Ex-Partnerin eine PET-Flasche an den Kopf geschlagen und später die deshalb stark blutende Wunde gegen den Willen der Frau genäht haben. Da die Verletzte aber noch am gleichen Tag verstarb, komme auch eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge in Betracht, so die Vorsitzende Richterin Elfriede Dreisbach nach der Anklageverlesung am Dienstag.

Eine Geschichte von Alkohol, Drogen und Gewalt

Es ist eine tragische Geschichte von Alkohol, Drogen und Gewalt. Nach Erzählung der Mutter der Toten litt ihre alleinerziehende Tochter an Depressionen, wohl ein Grund für ihren zunehmenden Alkoholkonsum.
Nach einer Kur sei sie in einer Entwöhnungsbehandlung gewesen und habe den Angeklagten von dort „mitgebracht“. Die Beziehung sei durchweg von Streit und körperlicher Gewalt geprägt gewesen. Seit die Zeugin ihre Enkelin zu sich nach Hause nahm, sei es nur noch selten zu persönlichen Kontakten mit der Tochter gekommen. Am Telefon hätte das Opfer ihr regelmäßig von Schlägen erzählt. Zweimal sei ihre Tochter im Krankenhaus gewesen, zuletzt mit einem Jochbeinbruch.

Blutspuren auf dem Teppich und an der Wand

An jenem 3. August kam die Zeugin zur Tochter, um sie zu deren eigener Sicherheit ins Frauenhaus zurückbringen, das sie für zwei Tage verlassen hat. Sie fand den Angeklagten vor, der damit einem Gerichtsbeschluss zuwiderhandelte. Ihre Tochter lag scheinbar besinnungslos auf der Bettcouch. Dass die junge Frau bereits tot war, habe sie nicht bemerkt. Bei der Obduktion fand sich eine Verletzung an der rechten Augenbraue, die nach Auskunft von Gerichtsmediziner Dr. Eberhard Josephi „bis auf den Knochen“ ging und ziemlich stark geblutet haben soll. Das Bettzeug war blutgetränkt, wie auch Polizisten bezeugen, dazu fanden sich Blutspuren auf dem Teppich und an der Wand.

Tote mit Alkoholwert von 2,84 Promille

Als todesursächlich sieht der Mediziner die Wunde allerdings nicht. Er fand auch keine Spuren eines Versuches, die Verletzung zuzunähen. Die Wunde sei „ausgefranst“ gewesen, sagte er und konnte auf Nachfrage der Vorsitzenden nicht mit Sicherheit sagen, ob er Nadellöcher hätte finden müssen. Sicher sei er, dass der Tod des Opfers auf eine Verkettung zweier Ursachen zurückgeht. Im Blut der Toten wurde ein Alkoholwert von 2,84 Promille gemessen. Dies sei vor allem dann problematisch, wenn eine Verletzung mit starkem Blutverlust dazu komme. Daher gehe er davon aus, dass ein Zusammentreffen beider Faktoren zum Tod geführt habe.
Zwei Polizeibeamtinnen berichteten, sehr oft zu der Adresse am Siegener Stadtwald gerufen worden zu sein. Die Gewalt sei von beiden ausgegangen, „meistens aber von ihm“. Das Gesicht der jungen Frau sei „eigentlich immer geschwollen“ gewesen, der Körper voller blauer Flecke.
Verteidiger Jörn Menzel wollte vom Sachverständigen wissen, ob es auch noch andere Todesursachen hätte geben können. Das schloss dieser nicht aus, mangels genauer Angaben bestätigte er es aber auch nicht.
Zunächst einmal sind zwei weitere Verhandlungstage für Mittwoch und Freitag angesetzt. Allerdings möchte der Verteidiger die Umstände einer möglichen Erkrankung des Opfers noch genauer ermittelt haben. Dann könnte das Verfahren noch länger dauern.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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