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Neun Monate auf Bewährung
Mann wollte 14-Jährige missbrauchen

Im Revisionsprozess um einen versuchten sexuellen Übergriff kam der Angeklagte vor dem Siegener Landgericht mit einer Bewährungsstrafe davon.
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  • Foto: Julian Kaiser
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

juka Siegen. Vor dem Siegener Landgericht ist ein 27-jähriger Mann zu neun Monaten auf Bewährung und 120 Sozialstunden verurteilt worden. Ahmad A. war wegen des versuchten sexuellen Missbrauchs einer zum Tatzeitpunkt 14-Jährigen bereits im September 2019 zu zehn Monaten auf Bewährung und der Ableistung der Stunden verurteilt worden, hatte aber Revision eingelegt.

Richterin Elfriede Dreisbach hielt dem Angeklagten nun zugute, dass er nicht vorbestraft ist und eine lange Zeit seit der Tat vergangen sei, in der er nicht strafrechtlich auffällig geworden ist. Zudem habe sich A. entschuldigt, seine Einstellung gegenüber Frauen und Mädchen revidiert und, wenn auch nur durch das Eingreifen eines Zeugen, das Mädchen nicht berührt.

juka Siegen. Vor dem Siegener Landgericht ist ein 27-jähriger Mann zu neun Monaten auf Bewährung und 120 Sozialstunden verurteilt worden. Ahmad A. war wegen des versuchten sexuellen Missbrauchs einer zum Tatzeitpunkt 14-Jährigen bereits im September 2019 zu zehn Monaten auf Bewährung und der Ableistung der Stunden verurteilt worden, hatte aber Revision eingelegt.

Richterin Elfriede Dreisbach hielt dem Angeklagten nun zugute, dass er nicht vorbestraft ist und eine lange Zeit seit der Tat vergangen sei, in der er nicht strafrechtlich auffällig geworden ist. Zudem habe sich A. entschuldigt, seine Einstellung gegenüber Frauen und Mädchen revidiert und, wenn auch nur durch das Eingreifen eines Zeugen, das Mädchen nicht berührt. Gegen ihn spreche hingegen das junge Alter des Mädchens, das beharrliche Verfolgen seiner Ziele, das Ausnutzen der misslichen Lage der damals 14-Jährigen sowie die schlimmen Folgen für das Mädchen, auch wenn diese nicht ausschließlich auf die Tat des Angeklagten zurückzuführen seien. 2019 war auch ein Freund von A., Mohammed T., angeklagt, aber im Prozess freigesprochen worden.

Aufforderung des Freundes

T., zum Tatzeitpunkt 15 Jahre alt, hatte das damals 14-jährige Opfer im August 2017 in die Wohnung seines Freundes A. eingeladen. Die Geschädigte gab später an, in den jungen Mann verliebt gewesen zu sein.

Neben den Angeklagten war auch noch ein Zeuge in der Wohnung zugegen. Nach einiger Zeit verschwand T. mit dem Opfer im Schlafzimmer, wo es zu einvernehmlichen Küssen kam. Als der 15-Jährige es nicht nur bei Küssen belassen wollte, lehnte das Opfer aber ab, erklärte, dass sie noch nicht bereit dazu sei. Trotzdem zog sich T. aus und es kam in der Folge zum Geschlechtsverkehr.
Auch das Opfer habe aktiv daran teilgenommen, blickte Richterin Elfriede Dreisbach am Donnerstag zurück. Nach dem Akt verließ T. das Zimmer, ließ die 14-Jährige zurück und soll im Wohnzimmer gegenüber A. geäußert haben, dass er jetzt reingehen solle.

Der damals 23-Jährige betrat daraufhin das Schlafzimmer und traf das noch entblößte Mädchen an, das beim Anblick von A. erschrak und ein Kissen vor den Körper hielt. Dennoch soll sich A. auf das Bett gesetzt, mit dem Finger auf das Mädchen gezeigt und: „Ich auch“ zu der 14-Jährigen gesagt haben. Obwohl die Geschädigte dies klar abwies, ließ A. nicht locker und versuchte es weiter. „Sie müssen erkannt haben, dass freiwillig kein Sex gewollt war“, führte Dreisbach aus. Als A. sich dennoch über das Opfer lehnte, kniff das Mädchen dem Mann in den Hals.

Zeuge schreitet ein

Erst nachdem A. laut losgeschrien und auch die 14-Jährige sich bemerkbar gemacht hatte, kam der Zeuge aus dem Wohnzimmer hinzu und zerrte den 23-Jährigen aus dem Zimmer. „Er musste Sie regelrecht schütteln und herausholen“, machte Dreisbach klar. Für den Angeklagten sei es normal gewesen, das Zimmer in Erwartung der unbekleideten Frau zu betreten. Der gebürtige Syrer sei von freizügigen deutschen Frauen ausgegangen und habe nicht verstehen können, wieso das Opfer nicht auch mit ihm schlafen wollte, so Dreisbach.

Das Mädchen verließ die Wohnung daraufhin, kehrte aber nur 15 Minuten später zurück, nachdem T. ihr geschrieben hatte, dass er keinen weiteren Kontakt mehr wolle. Als der jüngere der beiden Männer diese Sichtweise auch vor Ort nochmal unterstrich, stürmte das Mädchen wieder davon und fühlte sich von T. getäuscht.

Das Mädchen trug durch die Taten eine posttraumatische Belastungsstörung davon. Durch die Revision sei der Fall auch bei ihr wieder präsenter geworden. Sie habe eigentlich mit den Geschehnissen abschließen wollen, sei nun aber wieder konfrontiert worden, zitierte Dreisbach das Opfer.

Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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