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Klinik investiert viele Millionen Euro
Marien-Krankenhaus Siegen soll erweitert werden

Bei der Grundsteinlegung 1868 war nicht absehbar, welche Dimensionen das Siegener Marien-Krankenhaus erreichen würde.
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  • Bei der Grundsteinlegung 1868 war nicht absehbar, welche Dimensionen das Siegener Marien-Krankenhaus erreichen würde.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

js Siegen. Moderne Medizin braucht Raum. Diese Erkenntnis ist nicht völlig neu, sie hat sich aber durch die Pandemie noch einmal verfestigt. Um Patienten optimal zu versorgen, muss die Ausstattung stimmen, aber eben auch Platz: „Mehrbettzimmer sind in Verruf geraten“, weiß Hans-Jürgen Winkelmann, Hauptgeschäftsführer der Mariengesellschaft Siegen. Eine Umstellung auf Ein- und Zweibettzimmer sei langfristig angezeigt, aber eben nicht schnell umzusetzen. Das Marien-Krankenhaus möchte sich dieser und anderen Herausforderungen stellen. Dafür sollen ab Mittwoch wichtige Weichen im Planungsrecht gestellt werden, die Siegener Politik ist gefragt.
Der große Wurf ist für das Marien-Krankenhaus Siegen nicht umsetzbar
Als erstes Gremium wird sich der Bauausschuss mit dem für den 3.

js Siegen. Moderne Medizin braucht Raum. Diese Erkenntnis ist nicht völlig neu, sie hat sich aber durch die Pandemie noch einmal verfestigt. Um Patienten optimal zu versorgen, muss die Ausstattung stimmen, aber eben auch Platz: „Mehrbettzimmer sind in Verruf geraten“, weiß Hans-Jürgen Winkelmann, Hauptgeschäftsführer der Mariengesellschaft Siegen. Eine Umstellung auf Ein- und Zweibettzimmer sei langfristig angezeigt, aber eben nicht schnell umzusetzen. Das Marien-Krankenhaus möchte sich dieser und anderen Herausforderungen stellen. Dafür sollen ab Mittwoch wichtige Weichen im Planungsrecht gestellt werden, die Siegener Politik ist gefragt.

Der große Wurf ist für das Marien-Krankenhaus Siegen nicht umsetzbar

Als erstes Gremium wird sich der Bauausschuss mit dem für den 3. März vorgesehenen Ratsbeschluss beschäftigten, Flächennutzungs- und Bebauungsplan bereit zu machen für eine zeitgemäße Erweiterung des Hospitals, das im Jahr rund 20.000 stationäre und etwa 60.000 ambulante Patienten versorgt. Die besondere Schwierigkeit von „St. Marien“ ist seine zentrale Lage in der Siegener Innenstadt. Bei der Grundsteinlegung 1868 war schließlich nicht abzusehen, wie eng es eines Tages werden könnte. Nicht einmal die gegenüberliegende Michaelskirche hatte es damals gegeben. Erweitert wurde im Laufe der Jahrzehnte immer wieder, zuletzt war 2008 der Eingangsbereich zur Kampenstraße an der Reihe.
Nach und nach haben die Klinikbetreiber Grundstücke in der Umgebung aufgekauft, um eine bauliche Erweiterung zu ermöglichen. Auch das ehemalige Gärtnereigelände Fischer gehört dazu. Der große Wurf, der im Sommer 2017 in einem Architektenwettbewerb skizziert worden ist, ist inzwischen allerdings vom Tisch. Damals, so erklärt Winkelmann gegenüber der SZ, sei es um eine Anbau inklusive neuem Intensivbereich gegangen. „Das Ergebnis war schön und bestechend“, räumt der Geschäftsführer ein. „Aber eben utopisch.“ Zu aufwendig, zu teuer: Die benötigte 100 Millionen Euro seien „nicht darstellbar“ gewesen.

Die Bestandsimmobilien des Krankenhauses werden umgebaut

Daher geht es nun um eine kleinere Variante, bei der sehr viel mehr auf den Umbau der Bestandsimmobilien gesetzt wird. Der OP-Trakt und die Notaufnahme wurden bereits auf neuesten Stand gebracht. Im nächsten Schritt ist in diesem Jahr die Erneuerung der Intensivmedizin an der Reihe. Um diese im laufenden Krankenhausbetrieb zu sanieren, muss sie größtenteils provisorisch verlagert werden. Wie wichtig gerade die Intensivmedizin sei, habe sich in der Corona-Krise deutlich gezeigt. Winkelmann: „Sie ist das Nadelöhr und der wichtigste Bereich für die Zukunft.“ Bis Mitte 2022 möchte das Marien-Krankenhaus dieses Nadelöhr aufgeweitet haben, mit Einzelzimmern und Einzelschleusen für jeden Patienten.
Sukzessive soll es anschließend weitergehen. Abbruchreife Altbauten wie das Klausurgebäude der früheren Ordensschwestern sollen beispielsweise ersetzt werden durch zweckmäßige Funktionsbauten. Zwischen 30 und 40 Millionen Euro dürfte es kosten, das Krankenhaus zu erweitern. Auch das ist kein Pappenstiel. „Zwei Drittel der Kosten müssen wir selbst stemmen“, erklärt Winkelmann. Bis 2025 solle die Erweiterung abgeschlossen sein.
Um aber erst einmal loslegen zu können, benötigt die Mariengesellschaft die entsprechenden Rahmenbedingungen. Aus dem jetzigen Stückwerk soll eine zusammenhängende Planungsgrundlage werden, ein Areal von 3,7 Hektar soll als Sondergebiet „Klinik“ ausgewiesen werden. Auch wenn die nun ins Auge gefasste Erweiterung des Krankenhauses abgeschlossen sein wird, ist nicht zwangsläufig das Ende der Fahnenstange erreicht. „Wir haben Reserven“, betont Winkelmann. Sowohl in der Fläche als mit zusätzlichen Geschossen soll auch in diesem beengten Innenstadtbereich noch etwas drin sein.

Bei der Grundsteinlegung 1868 war nicht absehbar, welche Dimensionen das Siegener Marien-Krankenhaus erreichen würde.
Hans-Jürgen Winkelmann, Geschäftsführer der Mariengesellschaft.
Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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