RKI meldet neuen Höchststand
Mehr als 37.000 Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt weiter an: Am Freitagmorgen meldet das Robert Koch-Institut mehr als 37.000 neue Fälle. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz und die Zahl der Corona-Patienten nimmt zu. Unklar ist, inwiefern Nachmeldungen wegen des Feiertags Allerheiligen eine Rolle spielen.
  • Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt weiter an: Am Freitagmorgen meldet das Robert Koch-Institut mehr als 37.000 neue Fälle. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz und die Zahl der Corona-Patienten nimmt zu. Unklar ist, inwiefern Nachmeldungen wegen des Feiertags Allerheiligen eine Rolle spielen.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

RND Siegen/Berlin. Berlin. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der aktuellen Infektionswelle hat den Höchststand der dritten Corona-Welle im Frühjahr übertroffen. Am 26. April hatte sie bei 169,3 gelegen, für Donnerstag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) eine Inzidenz von 169,9. Den Höchstwert der Inzidenz in der gesamten Pandemie gab es in der zweiten Welle am 22.12.2020 mit 197,6.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 154,5 gelegen, vor einer Woche bei 139,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages den neuen Höchststand von 37.120 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.50 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte die Zahl der Neuinfektionen bereits den Rekordwert von 33.949 erreicht – so viele wie nie zuvor in der Pandemie.

Inzidenz klettert weiter nach oben

Es war zunächst jedoch nicht klar, inwiefern Nachmeldungen wegen des Feiertags Allerheiligen bei der Entwicklung eine Rolle gespielt hatten. Vor einer Woche hatte der Wert bei 24.668 Ansteckungen gelegen.

154 neue Todesfälle im Zusammenhang mit Corona

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 154 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 121 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.709.488 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Donnerstag 3,73 (Mittwoch: 3,62). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4 342 600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 96 346.

RKI ändert Einstufung: Risiko für Ungeimpfte nun „sehr hoch“

Darüber hinaus sieht das RKI eine gestiegene Gesundheitsgefahr für die Menschen in Deutschland. Für unvollständig oder nicht Geimpfte änderte das Institut daher die Risikobewertung von „hoch“ auf „sehr hoch“, wie aus dem Wochenbericht des Instituts von Donnerstagabend hervorgeht. „Für vollständig Geimpfte wird die Gefährdung als moderat, aber aufgrund der steigenden Infektionszahlen ansteigend eingeschätzt“, hieß es. Noch vor einer Woche war das Risiko für Geimpfte im Bericht lediglich als „moderat“ beschrieben worden.

Das RKI betont allerdings weiter, dass alle hierzulande verfügbaren Impfstoffe „nach derzeitigem Erkenntnisstand bei vollständiger Impfung wirksam vor einer schweren Erkrankung“ schützten. Unter den gemeldeten Fällen – also bei den positiv auf Sars-CoV-2 getesteten Menschen – sei jedoch der Anteil vollständig Geimpfter in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen.

Er liege mittlerweile in der Altersgruppe der Menschen ab 60 bei über 60 Prozent. „Dieser Anteil muss jedoch in Zusammenschau mit der erreichten hohen Impfquote in dieser Altersgruppe interpretiert werden“, hieß es – laut Statistik sind es über 85 Prozent.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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