„Mehr als abenteuerlich“

Im festlichen Licht erstrahlt das Apollo augenblicklich Abend für Abend zur Biennale; das Siegener Theaterprojekt ist ein Erfolg. Ein Wermutstropfen freilich ist, dass das Haus möglicherweise (noch) teurer wird als erwartet. Foto: rach
  • Im festlichen Licht erstrahlt das Apollo augenblicklich Abend für Abend zur Biennale; das Siegener Theaterprojekt ist ein Erfolg. Ein Wermutstropfen freilich ist, dass das Haus möglicherweise (noch) teurer wird als erwartet. Foto: rach
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ciu Siegen. Das Haus ist gebaut, zum großen Teil bezahlt, jetzt – nach SZ-Informationen schon seit einigen Wochen – liegt die Schlussrechnung vor. Und die ist höher als erwartet. Erheblich. Rund 13,2 Mill. Euro sollte das Apollo-Theater Siegen kosten; nun hat der Generalübernehmer, die Building Agency aus Köln, die endgültige Rechnung geschickt. Die beziffert die Gesamtsumme auf rund 14,4 Mill. Euro. „Das ist zu prüfen“, sagte die städtische Kulturdezernentin, Birgitta Radermacher, gestern auf Nachfrage der Siegener Zeitung. Es gebe in der Schlussrechnung „einige Positionen, die uns überraschen“. Insbesondere schlügen Managementkosten zu Buche: rund 700 000 Euro. Radermacher: „Das ist für mich exorbitant, mehr als abenteuerlich.“ Ohnehin zur Diskussion stünde die Frage, nach welchem Mehrwertsteuersatz gezahlt werden müsse. Meint „inklusive Mehrwertsteuer“ nun 16 Prozent (wie beim Vertragsabschluss vereinbart) oder 19 Prozent (was heute gilt)?

Mindestens bis zum Sommer werde die Nachprüfung der Schlussrechnung sicher dauern, so Birgitta Radermacher. Sollten Stadt und Building Agency nicht übereinkommen, sei das übliche Verfahren, dass der Generalübernehmer vor Gericht sein Geld einklage und die Angelegenheit in einem Vergleich ende. „Da kommen wir dann nicht mit null raus, aber auch nicht mit der Gesamtsumme.“

Aus welchen Mitteln dann der mögliche Mehrbetrag bezahlt werden kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt indes offen. Zur Erinnerung: In den Nachtragshaushalt 2008 wurden bereits 129 000 Euro an zusätzlichen Kosten (zum Beispiel für die Einrichtung des Apollino, der kleinen Bühne des großen Apollo) eingestellt; in den Haushalt 2009, nach Ratsbeschluss vom 10. Dezember 2008, 604 000 Euro sowie in den Haushalt 2010 weitere 80 000 Euro – 684 000 Euro im Wesentlichen für die bühnentechnische Nachrüstung mit Punktzügen und eine Verbesserung der Sprachverständlichkeit.

Noch in der Diskussion ist laut Birgitta Radermacher, inwieweit die Nachrüstung mit zusätzlichen Punktzügen in den Aufgabenbereich der Building Agency fallen könnte oder nicht. Frieder Stöcker (FDP), Mitglied der Apollo-Projektgruppe, räumte im Dezember im Kulturausschuss ein, selbst an der „einhelligen Streichung eingeplanter Züge mitgewirkt“ zu haben. „Sirenenklänge“ hätten damals geflüstert, ein Mehr an Bühnentechnik sei verzichtbar. Auch hier werden Juristen zu prüfen haben, was nun eigentlich zu einem voll ausgestatteten Theater zu gehören hat. Die Kulturdezernentin unterstrich gegenüber der SZ, dass man sich derzeit noch im außergerichtlichen Schriftverkehr befinde.

Aus Sicht von Radermacher ist das Apollo-Theater all dessen ungeachtet auch in finanzieller Hinsicht ein Erfolgsmodell. Zweifellos auch dank des enormen bürgerschaftlichen Engagements. Rund 450 000 Euro hat allein die Bürgerschaft in die technische Ausstattung des Hauses gesteckt. Geld, dass die Stadt schon einmal nicht zu bezahlen hat …

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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