Mehr als nur ein zweiter Kinosaal

 Kinobetreiber Jochen Manderbach (l.) gewährte dem Schul- und Kulturausschuss Einblicke in den Vorführraum des Viktoria-Filmtheaters in Dahlbruch.  Foto: Jan Schäfer
  • Kinobetreiber Jochen Manderbach (l.) gewährte dem Schul- und Kulturausschuss Einblicke in den Vorführraum des Viktoria-Filmtheaters in Dahlbruch.  Foto: Jan Schäfer
  • hochgeladen von Archiv-Artikel Siegener Zeitung

js - „Der ,Kulturelle Marktplatz’ ist weit mehr als ein zweiter Kinosaal.“ Jochen Manderbach macht keinen Hehl daraus, dass er die im Juni anstehende kommunalpolitische Weichenstellung zum Regionaleprojekt genau verfolgen wird und durchaus emotional antwortet, wenn er zu diesem Thema gefragt wird. Der 55-Jährige, der vor 24 Jahren das Viktoria-Filmtheater in Dahlbruch von seinem Vorgänger Felix Fischer übernommen hatte, wird auch unter den jetzigen Gegebenheiten weitermachen. „Nach mir werden Sie aber keinen mehr finden!“ Um ein nachhaltiges Angebot erhalten zu können, müsse der Gebäudekomplex so attraktiv sein, dass er mit Leben gefüllt werde.

Ausgiebig hatte sich der Hilchenbacher Schul- und Kulturausschuss bereits im städtischen (Film-) Theater umgesehen, als der Kinobetreiber auf Anfrage seine Sicht auf den „Kulturellen Marktplatz“ darlegte. Schon lange gebe es die Idee, einen zweiten Kinosaal zu schaffen: Sowohl in der alten Feuerwache (heute Jugendtreff „No Limits“) als auch in der Hallenbadgaststätte scheiterte es an den baulichen Voraussetzungen; ein Anbau zum Nachbarn wurde ebenso verworfen wie der Saal auf Stelzen über dem Bernhard-Weiss-Platz, für den bereits ein Architektenentwurf vorlag. Das „Viktoria“ sei mehr Behelf als Kino – es fehle die Flexibilität. Denn: „Wir haben keine Ausweichmöglichkeit“. Diese aber sei wichtig, um nicht nur Arthouse- oder Nachspiel-Filme (sechs oder mehr Wochen nach Bundesstart) spielen zu können, sondern auch aktuelle Kopien von Kassenschlagern zu ergattern. Diese „Brotfilme“ brauche das Kino. Die Verleihe aber seien erbarmungslos: Betreiber müssen die Filme drei Wochen am Stück spielen – oder es gleich ganz bleiben lassen.

Ein Ausweichsaal mit 100 bis 150 Plätzen könne ein breiteres Kinoprogramm ermöglichen – und darüber hinaus dem Gebrüder-Busch-Kreis helfen. „Der würde auch gern samstagabends Theater anbieten“, erklärte Manderbach. Diesen Abend wiederum brauche er selbst: Es ist der besucherstärkste der Woche. „Zwei Säle würden mehr kulturelle Vielfalt bedeuten.“ Der „Kulturelle Marktplatz“ wäre eine unglaubliche Aufwertung des Komplexes. „Heute kommen die Besucher ins Kino und fahren nach dem Film wieder nach Hause.“ Mit dem Regionaleprojekt, das auch die Gastronomie besser an das kulturelle Angebot anbinden möchte, könne sich das ändern.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.