Mehr Brüche und Infarkte

kk Siegen. Kälte und Schnee beherrschen seit Wochen die Region. Schneeschippen steht hoch im Kurs. Nicht nur schmerzende Arme, Schultern und Rückenpartien sind in Anbetracht der zu bewegenden Lasten die Folge. Es kann durchaus schlimmer kommen.

„Die Anzahl der Infarkte ist in den letzten Wochen um ein Vielfaches gestiegen“, weiß Dr. Hans-Peter Hobbach, Leitender Oberarzt der Kardiologie im Siegener St.-Marien-Krankenhaus, zu berichten. In den letzten drei Wochen habe sich deren Zahl verdreifacht, in einer Woche seien gar 35 Patienten mit akuten Koronarsymptomen eingeliefert worden. Der tägliche Schnitt liege normal bei ein bis zwei Fällen.

„Schneeschieben ist schwere Arbeit“, berichtet der Mediziner weiter. Die Minusgrade täten ein Übriges. „Bei Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen.“ Bei Anfälligkeit könne das Herz unterversorgt werden. Betroffen seien keineswegs nur alte Menschen. Im Gegenteil, diese blieben bei Schnee und Kälte eher im Haus. Der jüngste Patient sei Jahrgang 1968 gewesen, der älteste Jahrgang 1928.

Wer bei Kälte Angina pectoris – einen drückenden Schmerz hinter dem linken Brustbein, der bis in Arme und Oberbauch ziehen kann – bekommt, sollte nach Ansicht Hobbachs zum Hausarzt gehen und Anstrengung in der Kälte meiden. Überhaupt sei bei sportlicher Betätigung in der Kälte Vorsicht geboten: „Man muss auf den Körper und die Außenbedingungen hören.“ Insgesamt gebe es im Sommer viel weniger Herzinfarkte als im Winter.

Liegen Eis und Schnee auf Straßen, Plätzen und Gehwegen, steigt in der Regel auch die Zahl der Stürze und Knochenbrüche. Ein Plus von etwa 30 Prozent verzeichnet das St.-Marien-Krankenhaus. Die Zahl müsse allerdings relativiert werden, so Pressesprecher Christian Stoffers. Denn: Insgesamt würden in seinem Haus pro Jahr nur etwa 500 Brüche behandelt.Fabian Lemmer von der Zentralen Patientenaufnahme des Kreiskrankenhauses konnte keinen direkten Zusammenhang von Witterung und Knochenbrüchen erkennen. Schon länger gebe es in der Unfallchirurgie seines Hauses ein hohes Arbeitsaufkommen.Anders sieht das Daniel Imhäuser von der Diakonie Südwestfalen. Diese ist Trägerin des Jung-Stilling-Krankenhauses in Siegen, der Bernhard-Weiss-Klinik in Kredenbach und des Bethesda-Krankenhauses in Freudenberg. „Wenn es draußen glatt wird, haben wir vermehrt Knochenbrüche“, weiß er zu berichten. Das Plus liege bei bis zu 30 Prozent. Die Unfallchirurgien seien im zweistelligen Bereich überlastet. Imhäuser: „Das heißt aber nicht, dass wir nicht weitere Patienten aufnehmen könnten.“ Betten anderer Fachabteilungen würden mitgenutzt. Die Bandbreite der Schneeunfälle reiche vom typischen Bruch bis zum komplizierten Gelenkbruch und zum Polytrauma, der gleichzeitigen Verletzung verschiedener Körperpartien.Besonders häufige komme es zu Unfällen, wenn Menschen beim Schneeräumen ausrutschten. Teils seien die Verletzungen nach Schneeunfällen so gravierend, dass die Verunfallten mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden müssten.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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